Vermieter von Ferienwohnungen wollen Beherbergungsverbot kippen

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Eigentümer von Ferienwohnungen und -häusern wollen das coronabedingte Beherbergungsverbot in Mecklenburg-Vorpommern gerichtlich kippen. Insgesamt hätten 20 Vermieter beim Oberverwaltungsgericht Greifswald einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gestellt, um sowohl das Beherbergungsverbot als auch das Einreiseverbot für touristische Gäste zu stoppen, teilte die beauftragte Berliner Anwältin Katja Kleist am Samstag mit. Geplant sei zudem eine Entschädigungsklage gegen das Land Mecklenburg-Vorpommern.

«Während Reisen nach Mallorca gefördert werden, gehen die Vermieter hierzulande vor die Hunde», klagte der Vermieter des Sassnitzer Kutscherhauses, Oliver Roeber. Dabei liege der Wochenwert für Corona-Neuinfektionen im Landkreis Vorpommern-Rügen seit Februar dauerhaft unter 50. Auch bei Reisen nach Portugal werde regional differenziert, das müsse auch in Deutschland und Mecklenburg-Vorpommern möglich sein. Kleist betonte: «Eine reine Öffnung für Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern ist hier keine Lösung.» Die Vermieter bräuchten Feriengästen aus ganz Deutschland.

Kritisch zeigte sich auch die Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern. Deren Geschäftsführer Sven Müller sagte, der Landesregierung müsse mehr einfallen als nur auf die nächste Gesprächsrunde der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Montag zu warten. «Niemanden ist wirklich vermittelbar, dass 777 Fußballfans ins Stadion dürfen, aber eine dreiköpfige Familie nicht in ein Restaurant, ein Hotel oder ins Theater.» Mit einer landesweiten Schnellteststrategie müsse mehr möglich sein. Bei der Partie des FC Hansa Rostock gegen den Halleschen FC sind am Samstag 777 Besucher im Stadion zugelassen.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hatte zuletzt die Möglichkeit eines Osterurlaubs in deutlich abgespeckter Form angedeutet. «Wir sollten zumindest darüber sprechen, ob es Möglichkeiten für einen kontaktfreien Urlaub im eigenen Bundesland gibt», sagte sie mit Blick auf den Bund-Länder-Gipfel. Viele Menschen verstünden nicht, «dass es Möglichkeiten für den Osterurlaub auf Mallorca gibt, aber zu Hause nicht einmal eine Ferienwohnung im eigenen Bundesland angemietet werden kann». (dpa)


 

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