Verspäteter Zug: Ehepaar bleibt auf Kosten für Ersatzflug sitzen

| Tourismus Tourismus

Weil ein Ehepaar nach Ansicht eines Gerichts seine Bahnfahrt zum Münchner Flughafen zu knapp kalkuliert hat, hat es keinen Anspruch auf Erstattung der Kosten für einen Ersatzflug. Dass im deutschen Schienenverkehr Verspätungen und betriebliche Störungen vorkommen könnten, sei eine allgemein bekannte Tatsache, die bei der Auswahl der Zugverbindung zwingend zu berücksichtigen sei, urteilte das Amtsgericht München und wies damit die Klage ab. Der Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 

Das Paar aus dem südlichen Oberbayern hatte seinen Flug ins ägyptische Hurghada nach Angaben des Gerichts verpasst, weil dessen Zug im September 2025 wegen Personen im Gleis mehr als eine Stunde zwischen Tutzing und Pasing stand. Als die beiden Reisenden am Flughafen ankamen, war der Gepäckschalter bereits geschlossen. Diese buchten für den Abend auf eigene Kosten einen Flug für 567 Euro nach Hurghada und fuhren nach der Ankunft mit einem Taxi ins Hotel. 

Spätestens 120 Minuten vorher am Schalter

Diese Kosten und Schadenersatz wegen entgangener Urlaubsfreude hatte das Paar dem Reiseveranstalter laut dem Gericht vergeblich in Rechnung gestellt und schließlich Klage erhoben. Das Amtsgericht sah jedoch den Reiseveranstalter im Recht, da dieser in den Reiseunterlagen darauf hingewiesen habe, dass man spätestens 120 Minuten vor Abflug am Abfertigungsschalter sein müsse. 

Das Paar habe aber eine Verbindung gewählt, die das Zugterminal am Flughafen planmäßig nur 122 Minuten vorher erreicht hätte, hieß es vom Gericht. Damit sei selbst bei pünktlicher Ankunft nicht gewährleistet gewesen, dass dieses den Schalter rechtzeitig erreiche. Die Anreise müsse jedoch so geplant werden, dass das selbst bei «typischerweise auftretenden Verzögerungen» möglich sei, begründete das Gericht. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Tui spürt weiterhin die Folgen des Iran-Kriegs, viele Menschen buchen ihren Urlaub zudem später. Doch es gibt auch Lichtblicke. Was erwartet Europas größter Reisekonzern für die Wintersaison?

Wandern ist nicht nur eine beliebte Freizeitaktivität in der Natur. Es bringt auch Geld in ländliche Regionen. Touristiker ersinnen daher neue Angebote rund ums Wandern - auch in extremen Varianten.

Eine aktuelle YouGov-Studie im Auftrag von Evaneos beleuchtet das Reiseverhalten der Deutschen in den kommenden Jahren und zeigt auf, welche Aktivitäten und Kriterien die Urlaubsplanung prägen.

Fast 44 Prozent für die als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD bei der Landtagswahl. Schreckt das Touristen ab? Diese Stimmen kommen aus dem Harz.

Eine neue Auswertung von Fit Reisen zeigt, welche deutschen Berge auf Instagram am häufigsten geteilt werden und wo Wanderer noch Ruhe finden.

Dertour hat das Reiseverhalten für den Sommer 2026 analysiert und verzeichnet einen gestiegenen Last-Minute-Anteil sowie stabile Präferenzen bei Luxus- und All-inclusive-Reisen.

Wald, Wartburg, Weimar - das verbinden viele Touristen mit Thüringen. Doch der Tourismus im Freistaat hat sich in den vergangenen zehn Jahren nur verhalten entwickelt. Wie sich das ändern soll.

Alltours verzeichnet seit fünf Jahren ein jährliches Wachstum der bis September eingegangenen Fernreisebuchungen. Als Reaktion erweitert der Veranstalter sein Programm für die Wintersaison mit neuen Hotels, Flugverbindungen und ausgebauten Rundreisen.

Eine aktuelle Auswertung zeigt die häufigsten Reisebeschwerden österreichischer Urlauber im Sommer 2026, wobei vor allem die Themen Flugreisen, Unterkünfte und Mietwagen mit Frust verbunden waren.

Wieder einmal darf sich der Europa-Park über die Auszeichnung zum «besten Freizeitpark der Welt» freuen. Dabei setzt er sich erneut gegen namhafte Konkurrenz durch.