Wachstumschancen für den deutschen Incoming-Tourismus 2026

| Tourismus Tourismus

Innerhalb eines schwierigen Marktumfeldes verbesserten sich im Laufe des Jahres 2025 die Geschäftserwartungen der internationalen Reiseindustrie mit Blick auf ihr Deutschlandgeschäft kontinuierlich. 2026 kann der deutsche Incoming-Tourismus erneut Wachstum generieren, so die Beurteilung der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) nach Auswertung bisher vorliegender Zahlen.

    Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der DZT, erläutert dazu: „Die Rahmenbedingungen weltweiten Reisens waren im vergangenen Jahr aufgrund komplexer globaler Konflikte volatil. Trotzdem spielt Deutschland als Reiseziel weiter in der Champions League. Nach Erhebungen von UN Tourism startete Deutschland auf Platz 8 der beliebtesten Reiseziele weltweit in das Jahr 2025. Für 2026 erwarten wir in Deutschland ein Wachstum der Übernachtungen internationaler Gäste von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unsere hervorragende Positionierung im Städte- und Kulturtourismus, einzigartige Naturlandschaften sowie ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sind auch 2026 eine gute Ausgangslage im internationalen Wettbewerb.“

    Ausblick 2026: Optimismus für Deutschlands Incoming-Tourismus

    Weltweit prognostiziert UN Tourism für das Jahr 2026 ein weiteres Wachstum von drei bis fünf Prozent. Das Monitoring Sentiment for Intra European Travel (Wave 23) der European Travel Commission (ETC) bestätigte im Oktober 2025 den Vorjahreswert von 73 Prozent der Europäer, die in den nächsten sechs Monaten innerhalb des eigenen Kontinents verreisen wollen. In ausgewählten Überseemärkten konstatiert das Long Haul Travel Barometer der ETC im Januar 2026 ein weitgehend stabiles Interesse an Fernreisen in Richtung Europa für die ersten vier Monate des Jahres.

    Das DZT Travel Industry Expert Panel – eine Befragung von rund 250 Key Accounts und CEOs internationaler Unternehmen der Reiseindustrie mit Deutschlandgeschäft – weist zum Jahreswechsel 2025/26 ebenfalls einen deutlichen Aufwärtstrend aus. Ihre aktuelle Geschäftslage im Incoming-Tourismus nach Deutschland bewerten 61 Prozent der Experten im 4. Quartal 2025 positiv, ein Plus von acht Prozentpunkten gegenüber dem 3. Quartal. 57 Prozent der Befragten erwarten eine weiterhin positive Entwicklung ihres Geschäfts nach Deutschland von Dezember 2025 bis Mai 2026 – ein Anstieg um elf Prozentpunkte.

    Mit 6,7 Millionen Ausländerübernachtungen, einem Plus von 4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, stehen insgesamt 83,8 Millionen internationale Übernachtungen – in der Bilanz 2025 für den deutschen Incoming-Tourismus – so die vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes zu Hotels und Beherbergungsbetrieben mit mindestens zehn Betten. Das Jahresergebnis von minus 1,8 Prozent gegenüber den Vorjahresergebnissen spiegelt Sondereffekte durch das zusätzliche Besucheraufkommen zur Fußballeuropameisterschaft und durch große Konzert-Events 2024. Daneben beeinträchtigen das Jahresergebnis Kaufkrafteffekte aufgrund der weltweit eskalierenden Handelskonflikte 2025 und die schwächere Performance des internationalen Geschäftsreisemarktes.


     

    Zurück

    Vielleicht auch interessant

    Die aktuelle Preisanalyse von PiNCAMP für das Jahr 2026 weist Deutschland als eines der günstigsten Campingländer Europas aus. Besonders bei Luxusstandorten und Küstenlagen profitiert der Markt von einer stabilen Preisstruktur im Vergleich zu Südeuropa.

    Die Lust auf Natururlaub in Deutschland wächst: Laut aktuellen Airbnb-Daten steigen die Suchanfragen für Ostern um über 25 Prozent. Neben Klassikern wie Garmisch-Partenkirchen rücken 2026 auch überraschende Ziele in das Visier der Reisenden.

    Frühstück gilt gemeinhin als wichtigste Mahlzeit des Tages – doch in der Welt der Luxus‑Hotellerie kann dieser erste Gang zu einem wahren Erlebnis der Extraklasse werden. In einigen Top‑Hotels sind die Preise für Frühstückserlebnisse jenseits dessen, was die meisten Reisenden kennen. Wir haben uns umgesehen.

    Die aktuelle Umsatzsteuerstatistik für 2024 belegt ein deutliches Umsatzplus gegenüber 2019 in allen Bundesländern. Dennoch bleibt die Zahl der Betriebe vor allem in der Hotellerie und in ländlich geprägten Regionen weiterhin deutlich hinter dem Vorkrisenniveau zurück. Aktuelle Zahlen aus der Branche.

    Der Krieg in Nahost verunsichert viele Urlauber. Doch wie reagieren die Deutschen? Eine Umfrage, Branchenstimmen und Einblicke aus der Region zeigen, welche Folgen der Konflikt für den Tourismus hat.

    Eine aktuelle Analyse von 66 europäischen Flughäfen zeigt gravierende Unterschiede bei der Anbindung an die Innenstädte. Während Málaga und Vilnius durch Schnelligkeit und niedrige Preise überzeugen, bilden Standorte wie München aufgrund hoher Kosten das Schlusslicht im Ranking.

    Eine aktuelle Untersuchung von TUI analysiert die attraktivsten Destinationen für alleinreisende Frauen. Während Finnland und Schweden das Gesamtranking anführen, zeigen sich bei Sicherheit und medizinischer Versorgung deutliche regionale Schwerpunkte innerhalb Europas und in Übersee.

    Mit der Eröffnung der neuen Therme im Januar 2026 stärkt Oberstdorf seine Position als Gesundheitsdestination im Allgäu. Das 5.000 Quadratmeter große Objekt verbindet moderne Wellnessarchitektur mit der alpinen Natur und schafft ein wetterunabhängiges Angebot für Aktivurlauber und Einheimische.

    Ist Übertourismus in Bayern eine Krise oder ein Managementfehler? Eine neue Studie des BZT zeigt, wie Reisende ihr Verhalten ändern und welche Strategien Gemeinden von Grainau bis München verfolgen, um die soziale Akzeptanz des Tourismus zu sichern.

    Veranstalter sagen Reisen in die Krisenregion oft nur mit wenig Vorlauf ab - oder bieten Umbuchungen an. Was bedeutet das für Reisewillige, auch mit Blick auf Ostern und den Sommer?