Was Reiseberater 2026 erwarten können

| Tourismus Tourismus

Das Buchungsverhalten von Reisenden weltweit hat sich im vergangenen Jahr signifikant weiterentwickelt. Daten des Reisebüro-Partnerprogramms (TAAP) von Expedia sowie der aktuelle „Unpack '26“-Bericht geben Aufschluss darüber, welche Faktoren die Nachfrage im Jahr 2026 bestimmen werden. Dabei zeigt sich eine deutliche Tendenz zu bewussteren Entscheidungen, einer Diversifizierung der Interessen und einer starken Orientierung an kulturellen Ereignissen.

Urbane Zentren und ereignisgesteuerter Tourismus

Großstädte bleiben die primären Anziehungspunkte für internationale Reisende. Laut den Suchdaten von Expedia TAAP verzeichnete Paris im Jahr 2025 insgesamt 2,8 Millionen Suchanfragen für Unterkünfte, im erweiterten Umkreis sogar 3,8 Millionen. Ebenfalls stark nachgefragt wurden New York, London, Tokio und Rom mit jeweils mehr als zwei Millionen Anfragen. Ein deutlicher Zuwachs war bei Orlando zu beobachten, das auf den dritten Platz der meistgesuchten Ziele vorrückte. Die Suchanfragen stiegen hier im Vergleich zum Oktober 2024 um 55 Prozent. Diese Entwicklung wird vor allem auf sportliche Attraktionen und kulturelle Großveranstaltungen zurückgeführt, was bestätigt, dass die Wahl des Reiseziels zunehmend von konkreten Ereignissen aus den Bereichen Unterhaltung, Sport und Kultur beeinflusst wird.

Neue Wohnkonzepte: Historische Bauten und Hotel-Hopping

Bei der Wahl der Unterkunft kristallisieren sich neue Präferenzen heraus. Ein wachsender Trend sind sogenannte Hotels mit Geschichte, bei denen es sich um historische Gebäude wie ehemalige Fabriken oder denkmalgeschützte Stätten handelt, die zu Unterkünften umfunktioniert wurden. Reisende suchen hierbei vermehrt nach Authentizität. Zudem gewinnt das Hotel-Hopping an Bedeutung, wobei Gäste ihren Aufenthalt bewusst auf verschiedene Unterkünfte innerhalb einer Reise verteilen. Ziel ist es, unterschiedliche Facetten eines Ortes kennenzulernen und dabei das Preis-Leistungs-Verhältnis zu optimieren. Die Analyse der Filterfunktionen verdeutlicht die gestiegenen Ansprüche, da bei 25 Prozent aller Suchen gezielte Filter eingesetzt wurden. Während Sternebewertungen, Gästemeinungen und der Preis die wichtigsten Kriterien bleiben, verzeichnete die Kategorie Ausstattung einen Zuwachs von fast 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wobei besonders Spas oder Geschäftsräume gefragt sind.

Einfluss der Popkultur: Das Phänomen Set-Jetting

Reisen, die durch Filme oder TV-Serien inspiriert sind – das sogenannte Set-Jetting – haben sich zu einem globalen Wirtschaftsfaktor entwickelt. In den USA wird das Potenzial dieses Segments auf rund 8 Milliarden US-Dollar geschätzt. Laut dem Unpack '26-Bericht geben 53 Prozent der Reisenden weltweit an, dass ihr Interesse an film-inspirierten Reisen gestiegen ist. In der Altersgruppe der Millennials und der Generation Z liegt dieser Wert sogar bei 81 Prozent. Besonders hohe Zuwächse bei der Nachfrage verzeichneten Regionen, die als Drehorte für bekannte Produktionen dienten, worunter die Toskana, Los Angeles, Yorkshire und die dalmatinische Küste fallen.

Ausblick für die Branche

Für das Jahr 2026 wird erwartet, dass Reisende verstärkt Wert auf Flexibilität, kulturelle Relevanz und eine persönliche Vermittlung legen. Für Reiseexperten bedeutet dies, Angebote stärker an Veranstaltungskalendern auszurichten und flexible Pakete mit mehreren Unterkünften zu erstellen. Die frühzeitige Nutzung von CRM-Kampagnen etwa 60 bis 90 Tage vor geplanten Großereignissen sowie die kontinuierliche Berücksichtigung von Trends aus der Unterhaltungsbranche gelten als wesentliche Erfolgsfaktoren für das kommende Geschäftsjahr, um das veränderte Verhalten der Kunden in Buchungen zu verwandeln.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Analyse des Ferienhaus-Portals Holidu zeigt erhebliche Preisunterschiede im Dezember 2025. Das Ranking der günstigsten Destinationen wird von Deutschland dominiert, die teuersten Reiseziele liegen in Finnland und Österreich.

Die Global Hotel Alliance (GHA) hat Einblicke in die erwartete Entwicklung des Reisemarktes für das Jahr 2026 veröffentlicht. Die Umfrageergebnisse deuten auf einen signifikanten Wandel hin zu bewussterem und persönlicherem Reisen.

Die Global Hotel Alliance präsentiert aktuelle Einblicke in die zukünftigen Reisegewohnheiten. Die Umfrage unter 34 Millionen Mitgliedern ihres Loyalitätsprogramms zeigt einen deutlichen Trend zu persönlicheren, langsameren Reisen, bei denen Asien als Traumziel dominiert und technologiegestützte Planung zunimmt.

In Mailand sind Schlüsselkästen zum Einchecken in Ferienwohnungen künftig verboten. Ab Januar werden bis zu 400 Euro fällig, wenn immer noch eine Keybox in der Nähe der Wohnungstür oder an der Hausfassade hängt.

Die Tourismusbranche in Deutschland erhält eine neue Basis zur Messung von Nachhaltigkeit. Neun Kernindikatoren, von der Gästezufriedenheit bis zu den Treibhausgasemissionen, sollen künftig eine einheitliche und ganzheitliche Steuerung des regionalen Tourismus ermöglichen.

Zum Entwurf der neuen EU-Pauschalreiserichtlinie wurde im Trilogverfahren eine Einigung erzielt. Eine erste Bewertung des Deutschen Reiseverbandes sieht Licht und Schatten: Während die Vermittlung von Einzelleistungen möglich bleibt, führen erweiterte Pflichten und unveränderte Fristen für Erstattungen zu neuem Aufwand für die Reiseunternehmen.

Die französische Compagnie des Alpes (CdA) plant, den im April 2025 erworbenen Freizeitpark Belantis in Sachsen schrittweise in den ersten Astérix-Park außerhalb Frankreichs umzugestalten. Die Transformation des Standorts in der Nähe von Leipzig soll bis 2030/31 abgeschlossen sein und eine offizielle Namensänderung beinhalten.

TUI meldet einen frühen und erfolgreichen Buchungsstart für den Sommer 2026. Besonders Griechenland setzt sich an die Spitze der beliebtesten Urlaubsziele. Der Veranstalter reagiert mit einem erweiterten Angebot für Familien, Alleinreisende und Rundreisen.

Der Tourismusverband Wonderful Copenhagen hat das neue Tourismusmodell DestinationPay vorgestellt. Das Konzept lädt Städte weltweit dazu ein, den bereits in Kopenhagen etablierten Ansatz CopenPay zu übernehmen, welcher Touristen für nachhaltiges Verhalten mit Vergünstigungen belohnt.

Nach elf Jahren soll die Marienschlucht am Bodensee im kommenden Frühjahr wieder öffnen. Die Touristenattraktion wird am 28. März bei einem «Tag der offenen Schlucht» erstmals wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein.