Weniger Übernachtungsgäste in Sachsen-Anhalt

| Tourismus Tourismus

Die Tourismusbranche in Sachsen-Anhalt hat in den vergangenen Monaten weniger Übernachtungsgäste gezählt als noch im Jahr davor. Zwischen Januar und Juli 2025 sind es insgesamt 1,9 Prozent weniger Übernachtungen gewesen als im gleichen Zeitraum 2024, wie aus dem Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes hervorgeht. Freizeit- und Kultureinrichtungen verbuchten demnach hingegen 2,5 Prozent mehr Besucherinnen und Besucher.

Viele Touristen aus Deutschland

Einen Rückgang der Übernachtungen in Sachsen-Anhalt hatte das Statistische Landesamt unter anderem auch für Juli 2025 verzeichnet. Vorläufigen Ergebnisse nach waren es 3,6 Prozent weniger Gäste und 4,2 Prozent weniger Übernachtungen als noch im Juli 2024. Der Trend entspreche den bundesweiten Entwicklungen, hieß es. Der Großteil der Menschen (86,8 Prozent), die im Juli nach Sachsen-Anhalt kamen, seien Deutsche gewesen. Die größte Tourismusregion des Landes sind der Harz und das Harzvorland.

Outdoor statt hochpreisig

Neben Mehrtagesreisen seien auch einfache Tagesreisen ein wichtiger Umsatzbringer für die Branche, erklärte der Sparkassenverband. Im vergangenen Jahr sind rund 70 Millionen gezählt worden. Zu beobachten sei, dass Menschen, die für einen Tag nach Sachsen-Anhalt kommen, Outdoor-Aktivitäten bevorzugten und höherpreisige Aktivitäten mieden. Im bundesweiten Vergleich seien die Touristen mit dem Verhältnis von Preis und Leistung in Sachsen-Anhalt am zufriedensten.

Trotz der positiven Entwicklungen gingen die Umsätze im Gastgewerbe zurück, erklärte der Sparkassenverband. Die Zufriedenheit mit der Geschäftslage sei in der Branche eher getrübt. Besonders der Beherbergungssektor stehe unter Druck. Auch der schwindende Nachwuchs unter Fachkräften bereite der Branche Sorge.

Land will Chancen besser nutzen

«Natürlich wissen wir, dass die Branche noch nicht das Vorkrisenniveau erreicht hat, dass internationale Gäste fehlen und die Auslastung vieler Betriebe zu niedrig ist», sagte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Sven Schulze (CDU). Gerade deshalb sei es wichtig, die positiven Entwicklungen sichtbar zu machen und darauf aufzubauen. Das Land wolle auch in Zukunft unter anderem die touristische Infrastruktur weiterentwickeln. So sollen auch Chancen auf dem internationalen Markt genutzt werden. (dpa)

Zurück

Vielleicht auch interessant

Frankreich bleibt das meistbesuchte Urlaubsziel der Welt: 102 Millionen internationale Gäste sorgten 2025 für Rekordeinnahmen – doch beim Umsatz liegt ein Nachbarland vorn.

Trotz fehlender Großevents wie der Fußball-EM: Die Zahl der Gäste in Baden-Württemberg erreicht ein Rekordhoch. Die meisten Touristen im Südwesten kommen weiterhin aus Deutschland. Welche Rolle spielen Übernachtungen?

Absicherungen und 24-Stunden-Hotlines: Reiseveranstalter reagieren auf Pläne zu verschärften Einreisekontrollen. Obwohl die Details noch gar nicht feststehen, sind Touristen verunsichert. Zurecht?

In welchen deutschen Küstenregionen verbringen Urlauber am liebsten eine Auszeit? Schleswig-Holsteins Küsten liegen in der Reise-Gunst deutlich vorn. Doch es gibt etwas Bewegung bei den Marktanteilen.

Der HelloSafe Safety Index 2026 zeigt ein klares Bild der globalen Sicherheitslage: Europa bleibt die stabilste Region für den Tourismus, angeführt von Island und der Schweiz. Deutschland und Österreich sichern sich Plätze in den Top 15.

Eine aktuelle Postbank-Umfrage zeigt, dass zwei Drittel der Deutschen 2026 verreisen wollen, obwohl gestiegene Lebenshaltungskosten viele zum Sparen zwingen. Die Finanzierung erfolgt dabei überwiegend aus Ersparnissen, während Bargeld das bevorzugte Zahlungsmittel bleibt.

Eine aktuelle Analyse der Google-Maps-Bewertungen zeigt, welche europäischen Städte bei Touristen besonders hoch im Kurs stehen. Während Dresden das deutsche Ranking anführt, dominieren osteuropäische Städte wie Plowdiw und Prag den internationalen Vergleich.

Ein Spaziergang auf der zugefrorenen Ostsee, ein von Eis umschlossener Leuchtturm: Die extreme Kälte hat in diesem Jahr für eine ganz besondere Küstenkulisse gesorgt. Zieht das auch mehr Gäste an?

Eine YouGov-Studie im Auftrag des BTW belegt eine stabile Reiselust der Deutschen für 2026. Während klassische Urlaubsformen wie Bade- und Städtereisen dominieren, zeigt sich bei jüngeren Zielgruppen ein wachsendes Interesse an der Kombination von Arbeit und Urlaub. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist das entscheidende Kriterium bei der Buchung.

Tui überrascht zum Winteranfang mit starken Zahlen – und denkt um. Der Reisekonzern will wieder stärker ins Geschäft mit günstigen Pauschalreisen einsteigen. Geplant ist eine neue Marke.