Wetter bringt Urlaubssaison in MV wieder in Schwung

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Nach einem ungewöhnlich nassen Juli lockt endlich hochsommerliches Wetter viele Menschen an die Strände Mecklenburg-Vorpommerns. In Zinnowitz auf Usedom etwa war der Strand am Mittwoch voll. Strandkorbverleiher Mayk Borchardt hatte keine Körbe mehr. Zuvor war die Saison seiner Aussage nach «so lala».

Auch für die kommenden Tage hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Mecklenburg-Vorpommern Sonne und Temperaturen teils jenseits der 30 Grad angekündigt.

«Wir gehen jetzt ganz klar davon aus, dass die nächsten Tage und Wochen hier bei uns der Bär steppt», sagte Strandkorbverleiher Alexander Fritz aus Warnemünde. «Alle sind einsatzbereit, aber hier steht und fällt alles einfach mit dem Wetter.» Fritz, der 320 Körbe hat, erhält nach eigener Aussage aktuell viele Buchungen. Die Menschen seien nach dem teils schlechten Sommerwetter sonnenhungrig. «Sobald die Sonne rauskommt, sind die Leute da.» 

Strandkorbverleiher: Worst-Case-Fall unterboten

Mit Blick auf den bisherigen Sommer sagte Fritz: «Der Worst-Case-Fall, den wir so für uns eingeplant haben, der ist leider unterboten worden.» Nach vier Monaten stehe der Umsatz gerade einmal bei 55 Prozent des üblichen Gesamtjahresumsatzes. «Die restlichen 45 Prozent müssten dann jetzt in den nächsten drei Wochen erwirtschaftet werden, was natürlich vollkommen unmöglich ist.»

In Baabe auf Rügen sind die Strandkörbe von Torsten Binz nach dessen Aussage seit einer Woche komplett ausgebucht. Trotz des nassen Wetters sei selbst im Juli ein Großteil seiner mehr als 280 Körbe belegt gewesen. Sie würden teils langfristig online gebucht. Auch der Selliner Strandkorbverleiher Martin Grimmer hofft, dass mit steigenden Temperaturen seine Körbe annähernd ausgebucht werden. Die kommenden zwei bis drei Wochen seien entscheidend. «Die Hoffnung ist noch da.» Bislang sei es für ihn mit seinen 150 Körben am Südstrand das schlechteste Jahr seit fünf bis sechs Jahren gewesen.

Wieder mehr spontane Camper

Auch auf vielen Campingplätzen im Nordosten herrscht wieder mehr Leben. «August läuft bisher besser an, einfach auch weil das Wetter ja jetzt auch besser ist», sagte Christin Lemcke vom Landesverband der Campingwirtschaft. Ein wichtiger Faktor seien auch die inzwischen angelaufenen Ferien in Mecklenburg-Vorpommern. «Weil ja MV selber auch ein wichtiger Quellmarkt für uns ist», erklärte Lemcke. «Man merkt es auch schon, dass jetzt wieder mehr spontane Anreisen da sind.»

Diese Kurzentschlossenen hätten auf den Plätzen im regenreichen Juli teils gefehlt. Vermehrt hätten auch Camper mit Zelt storniert. Auch vorzeitige Abreisen seien vorgekommen. Das sei aber von Platz zu Platz unterschiedlich und die Einbußen insgesamt nicht dramatisch. Einige Betreiber hätten etwa von zehn Prozent weniger Aufkommen berichtet. Zur Prognose sagte sie: «Wenn das Wetter so bleibt, dann wird der August sich auch sehr gut entwickeln, denke ich.»

Tagsüber am Strand, abends zu den Piraten?

Angesichts des Strandwetters hoffen die Macher der Open-Air-Theater, dass sie auch noch Urlauber abbekommen. «Die werden am Tag an den Strand gehen und am Abend dann vielleicht zu uns kommen», zeigte sich Peter Venzmer, Intendant des Piraten-Open-Airs in Grevesmühlen, optimistisch.

Auch für ihn war das Wetter im Juli nicht optimal. «Wettermäßig haben wir ja 18 Tage Regen gehabt und absolute Kapriolen», sagte Venzmer. «Sicher hat uns das irgendwo ein paar Zuschauer gekostet.» Die Vorbucher seien hingegen bei jedem Wetter ins Theater gekommen. Vergangene Woche war Halbzeit bei den Piraten in Nordwestmecklenburg. Venzmer hofft auf das Erreichen des Vorjahresergebnisses. «Dann ist das alles gut.»

Vorstellung der Müritz-Saga abgesagt

An der Seenplatte musste wegen des Wetters Ende Juli sogar eine Vorstellung abgesagt werden. Nach Aussage von Nicole Düwell, die zusammen mit ihrem Mann die Müritz-Saga organisiert, gab es längeren Platzregen. «Den Juli hätte man streichen können, was das Wetter angeht.» Vor allem Kurzentschlossene seien weggeblieben. Bei den Zuschauerzahlen liege man unter dem Soll. Düwell hofft aber, dass man in der verbleibenden Spielzeit bis Ende August «in die richtige Spur» kommt.

Auch beim größten Open-Air-Theater in MV auf Rügen hat das Wetter wohl den einen oder anderen potenziellen Besucher der Störtebeker-Festspiele abgehalten. «Das lässt sich schwer nachvollziehen, ist aber anzunehmen», erklärte Geschäftsführerin Anna-Theresa Hick. In Ralswiek wurde in der rund 30-jährigen Festspielgeschichte noch keine Vorstellung wetterbedingt abgesagt, auch in diesem Jahr nicht. Bis zur letzten Vorstellung am 13. September hofft Hick noch auf viele weitere Zuschauer. (dpa)


 

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