Wohnungsmangel im Nordosten als Wettbewerbsnachteil für Gastgeber

| Tourismus Tourismus

Bezahlbare Wohnungen für Arbeitskräfte werden in Tourismusregionen Mecklenburg-Vorpommerns nach Gewerkschaftsangaben zunehmend zum Problem. Das sagt Jörg Dahms, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), der Deutschen Presse-Agentur. «Es ist vielerorts fast nicht mehr zu bezahlen», so Dahms. Verschlechtert habe sich die Lage insbesondere etwa auf Usedom oder der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. 

Einige Jobs im Tourismus würden nur nach Mindestlohn bezahlt, was die Suche nach Wohnraum erschweren würde. «Als Mindestlöhner kann man sich das nicht mehr leisten.» Er fordert höhere Löhne, um die teuren Mieten besser ausgleichen zu können. Nach seinen Angaben sind im Nordosten etwa 56.000 Menschen im Tourismus beschäftigt. 

Gewerkschaft: Inflation hat Problem verschärft

Bei Bauplänen müsse vor Ort nicht nur an Hotels oder Ferienwohnungen gedacht werden, sondern auch an die Menschen, die dort wohnten. «Die Inseln leben von den Beschäftigten», sagt er. Dahms sieht die Entwicklung seit einigen Jahren mit Sorge, die zeitweise hohe Inflation habe das Problem deutlich verschärft. 

Tobias Woitendorf vom Landestourismusverband sagt, dass sich die Lage beim bezahlbaren Wohnraum nicht verbessert habe. Wohnungsmangel sei ein Nachteil im Wettbewerb. Er betonte etwa, dass Kommunen gefragt seien, bei Bauplänen darauf zu achten, dass es ausreichend bezahlbare Wohnungen gebe. «Bei Ferienwohnungen braucht es hingegen kein Kapazitätenwachstum.» 

Eine Verbandsumfrage unter Einwohnern in MV habe im vergangenen Jahr ergeben, dass die Wohnraumsituation in einigen Orten als Problem angesehen wird – etwa auf Usedom, Rügen, der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und in Rostock. Es komme auf einen Dreiklang aus bezahlbarem, verfügbarem und attraktivem Wohnraum an, fordert der Verbandschef. 

Mehr Geld für sozialen Wohnungsbau in MV

Ein Sprecher des Bauministeriums in Schwerin verwies auf mehrere Programme des Landes, um für günstigeren Wohnraum zu sorgen. So seien die Bundes- und Landesmittel für sozialen Wohnungsbau gestiegen, in diesem Jahr stehen dafür insgesamt 114 Millionen Euro zur Verfügung, ein Jahr zuvor waren es noch 78 Millionen.

Zudem habe die Landesregierung 2020 eine Richtlinie in Kraft gesetzt mit einem Gesamtfördervolumen in Höhe von fünf Millionen Euro für die Schaffung von Mitarbeiterwohnungen in Tourismusschwerpunktgemeinden. Bis Ende 2023 war demnach ein Großteil der Summe gebunden.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Ab sofort kostet der reguläre Eintritt in den Kölner Dom zwölf Euro. Mit dem neu eingeführten Eintrittspreis sollen die gestiegenen Kosten etwa für den Schutz des Denkmals gedeckt werden.

Mozarts Geburtsstadt ist ein touristisches Juwel. Entsprechend viele Reisende steuern die 160.000-Einwohner-Stadt speziell für einen Tagesausflug an. Oft gibt es Stau - das soll jetzt anders werden.

Kurz vor Beginn der Sommerferien in Schleswig-Holstein zeichnet sich im Tourismus ein uneinheitliches Bild ab. Während zahlreiche Küstenorte und Inseln bereits hohe Auslastungen melden, liegt die Buchungslage landesweit vielerorts noch unter dem Niveau des Vorjahres.

Eine aktuelle Studie von HolidayCheck analysiert das unterschiedliche Nachhaltigkeitsverhalten von Deutschen im Alltag und während der Urlaubszeit. Dabei zeigt sich eine deutliche Lücke zwischen Anspruch und tatsächlichem Handeln.

Das Fürstentum Monaco ist der 18. europäische Themenbereich im größten Freizeitpark Deutschlands. Zur offiziellen Eröffnung hat sich Prominenz angekündigt. Das hat auch Folgen für Besucher.

Mit der Freigabe neuer Kanäle werden im Lausitzer Seenland fünf ehemalige Tagebauseen zu einem zusammenhängenden Wasserrevier verbunden. Der neue Fünf-Seen-Verbund erweitert die Möglichkeiten für Urlauber, Wassersportler und den Wassertourismus der Region.

Die deutschen Reiseveranstalter müssen bei Pauschalreisen künftig weniger Vorsorge gegen Insolvenzen treffen. Der Deutsche Reisesicherungsfonds (DRSF) hat erneut die Entgelte gesenkt, die für jede Reise gezahlt werden müssen.

Reservieren, absagen - doppelt buchen, nicht erscheinen: Das sommerliche Hüttenchaos am Berg macht nicht nur den Wirten zu schaffen. Warum faire Planung auch für die anderen Wanderer unerlässlich ist.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass deutsches Fernsehen für Urlauber zunehmend an Bedeutung gewinnt. Insbesondere junge Reisende nutzen verstärkt digitale Streaming-Angebote während der Ferien.

Nach einer Flaute wegen des Iran-Kriegs zieht die Nachfrage nach Urlaub in der Türkei und Ägypten bei Tui wieder spürbar an. Besonders Antalya steht bei Sommerreisen hoch im Kurs.