Zypern hofft auf Erholung – Griechenland bleibt gefragt

| Tourismus Tourismus

Kurz vor Beginn der Sommersaison zeigt sich die Lage im Tourismus von Zypern und Griechenland differenzierter als noch vor wenigen Tagen, als der Krieg im Nahen Osten tobte. Während Zypern in wichtigen Märkten wie Großbritannien und Deutschland erste Anzeichen einer leichten Erholung verzeichnet, bleibt Griechenland robust und zieht weiterhin viele Urlauber an.

Krieg und Preise belasten die Branche

Die Tourismusbranche steht derzeit unter doppeltem Druck: Die Unsicherheit durch den Krieg führt zu abgesagten oder verschobenen Buchungen. Gleichzeitig steigen aber auch die Flugkosten aufgrund hoher Kerosinpreise. 

Vor diesen Herausforderungen intensiviert die Regierung in Nikosia ihre internationale Tourismuswerbung, besonders in wichtigen europäischen Quellmärkten wie Großbritannien und Deutschland. Wegen des Krieges hat Zypern hohe Verluste hinnehmen müssen, vor allem durch fehlende Touristen aus Israel, der zweitgrößten Besuchergruppe der Insel. Der Mai gilt als entscheidend für die Erholung, betonte der zyprische Tourismus-Staatssekretär Kostas Koumis der Zeitung Cyprus Mail.

Staatliche Hilfen sollen entlasten

Zyperns Flughäfen registrierten im März 2026 einen Rückgang um 15,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Um die Hotelbranche zu stützen, legte die Regierung Zyperns ein Hilfspaket von 200 Millionen Euro auf, mit dem 30 % der Löhne in Hotels in diesem April subventioniert werden. Zypern liegt mit nur 150 bis 250 Kilometern Entfernung zu Israel und dem Libanon der Krisenregion am nächsten und ist daher besonders empfindlich für politische Spannungen.

Griechenland stabil – Nachfrage aus Europa hält an

In Griechenland ist die Lage weniger akut. Die größere Entfernung zur Krisenregion sorgt dafür, dass die Nachfrage aus Europa stabil bleibt. Über die Osterfeiertage war das Zentrum Athens voll von Touristen, vor allem aus EU-Staaten.

Die Hoteliers in beiden Ländern betonen jedoch, dass der Verlauf der Saison stark von der geopolitischen Lage abhängen wird. «Alles steht auf Messers Schneide – eine neue Eskalation im Nahen Osten kann alles umwerfen», sagte ein Hotelier aus der zyprischen Hafenstadt Limassol im Fernsehen. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

TUI hält trotz geopolitischer Belastungen an seiner Jahresprognose fest. Insbesondere der Iran-Krieg und Sonderfaktoren beeinträchtigten die Ergebnisse in den einzelnen Geschäftsfeldern.

Anstatt auf Reiseverzicht zu setzen, bevorzugen Reisende zunehmend nachhaltigere Alternativen innerhalb ihrer Reiseplanung. Die Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Angebote wächst, Nachhaltigkeitssiegel gewinnen an Bedeutung.

Airbnb und die Tripadvisor Group kooperieren bei Touren, Aktivitäten und Attraktionen. Noch 2026 soll eine Auswahl aus dem Bestand von mehr als 425.000 Erlebnissen der Tripadvisor Group über Airbnb buchbar werden.

Wer verreist, lässt mehr zurück als den Arbeitsalltag. Das zeigt eine repräsentative Befragung von HolidayCheck. 86 Prozent der Befragten fassen während einer Reise konkrete Vorsätze für die Zeit danach. Besonders häufig geht es dabei um Erholung und Selbstfürsorge.

Der deutsche Incoming-Tourismus kann in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 trotz schwieriger Marktbedingungen Zugewinne erzielen. In der zweiten Jahreshälfte ist nach Einschätzung der Deutschen Zentrale für Tourismus weiteres Wachstum möglich.

Stark riechendes Essen, Videos ohne Kopfhörer und Selfie-Aktionen am Fenster: Für viele Flugreisende bedeuten nicht erst mögliche Flugverspätungen Stress, sondern auch das Verhalten der Mitreisenden an Bord, so eine neue Umfrage im Auftrag von Booking.com.

Die Beherbergungsbetriebe in Deutschland haben im Juni 2,9 Prozent weniger Übernachtungen verbucht als ein Jahr zuvor. Im gesamten ersten Halbjahr 2026 wurde mit 223,8 Millionen Übernachtungen dennoch ein neuer Höchststand für diesen Zeitraum erreicht.

Die Bahn registrierte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 989 Übergriffe auf Mitarbeiter und reagiert mit der Einführung von Tonaufzeichnungen bei Bodycams sowie verstärkten Schutzmaßnahmen.

Die Heinz Sielmann Stiftung und der Deutsche Wanderverband haben die Wahl zum Naturwunder des Jahres 2026 gestartet. Bis Ende September stehen neun Naturschauplätze aus sieben Bundesländern zur Online-Abstimmung.

In allen Bundesländern sind Sommerferien, und in Mecklenburg-Vorpommern sind Tausende Urlauber unterwegs. Die landeseigene MV Tourismus GmbH zieht eine positive Zwischenbilanz der bisherigen Hauptsaison - mit ein paar Wolken am Ferienhimmel.