Nach dem Angriff auf ein israelisches Restaurant in München vor einer Woche prüfen die Ermittler ein mögliches Bekennervideo einer neuen proiranischen Gruppierung. Es war auf Social-Media-Kanälen verbreitet worden. «Das Video liegt uns vor», sagte eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft München. Es sei Gegenstand der Ermittlungen. Mehrere Medien hatten darüber berichtet.
Sicherheitskreise bestätigten der dpa, dass man davon ausgehe, dass das Video auf die proiranische Terrorgruppe namens Harakat Ashab al-Yamin al-Islamia (HAYI) zurückgehe. Es wurde demnach unter diesem Namen veröffentlicht. Damit sei aber noch nicht gesagt, dass die Gruppierung tatsächlich hinter dem Anschlag stehe, hieß es.
Neue Gruppierung
Das Video war erst fünf Tage nach der Tat aufgetaucht. Die Gruppierung ist Experten zufolge neu. Sie ist bisher nach dpa-Informationen in Bayern nicht in Erscheinung getreten. Medien zufolge wäre es auch die erste Tat in Deutschland. Die Gruppierung war unter anderem im Zusammenhang mit einem antisemitisch eingestuften Brandanschlag auf einen jüdischen Rettungsdienst in London genannt worden.
Hinter HAYI wird nach Angaben des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) ein irakisch-schiitisches Netzwerk vermutet, wie zuerst «Welt» berichtete. Die Organisation nutze verschiedene Kanäle aus dem schiitisch-extremistischen und pro-iranischen Bereich in verschiedenen sozialen Medien, um über ihre Aktivitäten zu berichten.
BfV: vermehrt Übergriffe in Europa seit 9. März
Seit dem 9. März kommt es demnach in Europa vermehrt zu Angriffen, insbesondere Brandanschlägen, auf jüdische und amerikanische Einrichtungen zu denen sich HAYI in öffentlichen Videos bekenne. «Die Angriffe erfolgten jeweils in den Nacht- oder frühen Morgenstunden und verliefen bislang ohne Personenschäden. Derzeit sind knapp ein Dutzend Ziele in Europa bekannt», hieß es weiter.
In dem Video aus München heißt es den Berichten zufolge: «Der Angriff ereignete sich um 0.45 Uhr nach Mitternacht nach der Schließung des Restaurants und forderte keine Todesopfer, aber es hätte am Tag passieren können und die Zionisten wären dabei getötet worden», und weiter: «Nähern Sie sich niemals zionistischen Einrichtungen.» Der Text wurde auf Arabisch und Hebräisch übersetzt.












