Block-Entführung: Polizei informierte Mutter nicht sofort

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Im Block-Prozess haben mehrere Verteidiger der Hamburger Polizei Versäumnisse unmittelbar nach der Entführung der Kinder in der Silvesternacht 2023/24 vorgeworfen. Obwohl der Polizei bereits um kurz nach Mitternacht die Telefonnummer der Mutter bekanntgewesen sei, sei Frau Block nicht angerufen und über die Entführung der Kinder informiert worden, kritisierte Christina Blocks Verteidiger, Ingo Bott. 

Zuvor hatte eine Kriminalbeamtin als Zeugin vor dem Landgericht berichtet, dass sie über den Vater der Kinder, Stephan Hensel, und seinen Anwalt kurz nach der Tat erfahren habe, dass maskierte Männer den Jungen (10) und das Mädchen (13) am Wohnort des Vaters in Dänemark entführt hätten. Schnell habe Stephan Hensel von dem Sorgerechtsstreit berichtet und den Verdacht geäußert, dass Christina Block oder ihr nahestehende Personen damit zu tun haben könnten. 

«Kindesmutter nicht informiert»

«Ich habe die Kindesmutter nicht informiert», bestätigte die Polizistin auf Nachfrage der Verteidigung. Sie erklärte, sie habe in Kontakt mit der bereits involvierten dänischen Polizei gestanden und dort um Bescheid gebeten, falls weitere Maßnahmen erforderlich seien. Ihre Aufgabe sei es gewesen, Informationen zu dem Fall zu sammeln. Sie habe diese bis zu ihrem Dienstende um 4.30 Uhr mehrfach im Hamburger Lagezentrum vorgetragen. Dort sei die Entscheidung gefallen, dass es keine «Sonderlage» sei. 

Nach der Befragung der Polizistin monierte David Rieks, der Verteidiger von Ex-Sportmoderator und Block-Lebensgefährte Gerhard Delling: Die Hamburger Polizei habe am 1. Januar nur auf Aufforderungen der dänischen Polizei gewartet, anstatt sofort die Mutter zu informieren - dabei seien die Kinder ja noch offiziell bei ihr gemeldet gewesen.

Christina Block reiste nach Süddeutschland

Eine andere Kriminalbeamtin hatte Mitte März vor dem Landgericht berichtet, sie habe am 1. Januar 2024 gegen Mittag von der dänischen Polizei den Auftrag erhalten, die Mutter über die Entführung zu informieren. Man habe Christina Block aber weder an ihrer Anschrift noch im zur Block-Familie gehörenden Hotel «Grand Elysée» angetroffen. Christina Block ist die Tochter von Eugen Block, dem Gründer der Steakhaus-Kette «Block House».

Die Mutter reiste an dem Tag nach Süddeutschland. Mitarbeiter einer israelischen Sicherheitsfirma hatten die Kinder gewaltsam dorthin gebracht. Nach Blocks Aussage hatten die Israelis ihr erst nach der Tat von der Aktion berichtet. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft war die 52-Jährige schon vorher in die Pläne eingeweiht und hatte den Auftrag dazu erteilt. Block bestreitet das. 

Die jüngsten Kinder leben seit 2021 beim Vater

Es gibt insgesamt sieben Angeklagte. Alle bestreiten, etwas Unrechtes getan zu haben. Nur ein 36 Jahre alter Israeli, der in Untersuchungshaft sitzt, hat Vorwürfe eingeräumt.

Christina Block und ihr Ex-Mann haben vier gemeinsame Kinder. Die beiden jüngsten hatte der Vater nach einem Wochenendbesuch 2021 bei ihm in Dänemark nicht wie vereinbart zurückgebracht. Er erhob Gewaltvorwürfe gegen die Mutter, die nach ihrer Aussage nicht stimmen. Er habe die Kinder manipuliert.

Prozess um Entführung pausiert wieder

Der 42. Verhandlungstag endete bereits nach eineinhalb Stunden. Die Termine am Donnerstag und Freitag fallen aus, wie das Landgericht verkündete. Der Hintergrund: Die für das Verfahren entscheidenden Vernehmungen von Beschuldigten aus Israel können wegen des Iran-Kriegs derzeit nicht stattfinden. Ein anderes Beweisprogramm an den nächsten beiden Verhandlungstagen liege nicht vor, sagte die Vorsitzende Richterin.

Andere Zeugen hätten aus terminlichen Gründen so kurzfristig nicht vorgezogen werden können. Erst am kommenden Montag soll es mit einer Befragung weitergehen - allerdings weiterhin ohne die Beschuldigten aus Israel. Da unklar sei, wann genau eine Anreise wieder möglich sei, werde auch die Möglichkeit einer Videovernehmung geprüft, berichtete die Vorsitzende Richterin.

Die vier - im laufenden Prozess nicht angeklagten - Israelis sollen die Kinder zusammen mit weiteren Beschuldigten entführt haben. Sie bekamen für ihre Zeugenaussagen sicheres Geleit. Der Prozess hatte im Juli 2025 begonnen, mehr als 100 Verhandlungstage sind bis Ende 2026 angesetzt. (dpa)


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