Block-Prozess: Mutmaßlicher Kidnapper räumt Fehler ein

| War noch was…? War noch was…?

Der mutmaßliche Entführer der Block-Kinder hat vor dem Landgericht Hamburg angekündigt, angeblich falschen Darstellungen zum Tatablauf entgegentreten zu wollen. Dies sei der Grund, warum er sich zu einer Aussage in Deutschland entschlossen habe, sagte der Geschäftsführer einer israelischen Sicherheitsfirma auf die Frage der Strafkammer, wie es zu seiner Zeugenaussage gekommen sei. «Ich habe verstanden, dass es Zeit für mich ist, die Wahrheit zu sagen.»

Mutmaßlicher Entführer: Habe Fehler gemacht

Ihm sei klar geworden, dass er hinsichtlich der Legalität der Rückholung der Kinder «schlechte Ratschläge erhalten» habe. «Ich weiß, dass ich Fehler gemacht habe, und ich weiß, wenn Fehler gemacht werden, ist das der Preis, den ich zahlen muss», sagte der Zeuge. Gegenleistungen für seine Aussage seien ihm nicht in Aussicht gestellt worden. «Mir wurde nichts versprochen.»

Dem 68-Jährigen wird vorgeworfen, die Entführung der damals 10 und 13 Jahre alten Block-Kinder aus Dänemark in der Silvesternacht 2023/24 organisiert und durchgeführt zu haben. Nach Aussage eines anderen Zeugen soll der Mann Berufssoldat bei den israelischen Spezialkräften und Abteilungsleiter beim Geheimdienst Mossad gewesen sein.

Mitte 2024 habe er in Israel von Ermittlungen wegen Kindesentführung in Deutschland erfahren, sagte der Zeuge. Bis dahin sei er davon ausgegangen, dass die Rückholung der Kinder vom Vater aus Dänemark mit deutschem Recht vereinbar sei. Dies sei ihm damals in Hamburg auch immer wieder versichert worden.

Zeuge: Verschiedene Versionen der Tat in Zeitungen gelesen

Er habe gehofft, dass die Unternehmerin Christina Block und der ebenfalls angeklagte Familienanwalt den Ermittlern die Wahrheit sagen würden. Aber dann habe er verschiedene Versionen über die Tat in der Zeitung gelesen.

Ein früherer Verteidiger Blocks hatte zunächst erklärt, dass die Mutter seiner Mandantin vor ihrem Tod im Sommer 2023 die Entführung der Kinder beauftragt haben könnte. Als Hinweis nannte er eine Barabhebung der Großmutter über 120.000 Euro, für die es keine Erklärung gebe.

Der neue Verteidiger Blocks hatte die Entführung später als Alleingang der israelischen Sicherheitsfirma bezeichnet. Block selbst sagte im Prozess aus, die Firma habe sich nur um die Cybersicherheit in einem Hotel der Unternehmensgruppe kümmern sollen. 

Christina Blocks Ex-Mann Stephan Hensel hatte die Kinder nach einem Wochenendbesuch in Dänemark im August 2021 nicht zurückgebracht. Es folgte ein jahrelanger, erbitterter Sorgerechtsstreit. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette «Block House», Eugen Block, ist angeklagt, schließlich die Entführung ihrer Kinder nach Deutschland in Auftrag gegeben zu haben. Sie bestreitet die Vorwürfe.

Zeuge bekam sicheres Geleit

Der Zeuge ist in dem Fall auch Beschuldigter und wurde bis zum vergangenen Herbst mit Haftbefehl gesucht. Für seine freiwillige Aussage bekam er von den Ermittlungsbehörden sicheres Geleit. Der Mann gehört aber nicht zu den insgesamt sieben Angeklagten im aktuellen Prozess.

Als er von einem israelischen Anwalt erfahren habe, dass möglicherweise ein Haftbefehl gegen ihn vorliege, habe er sich entschlossen, nach Deutschland zu fahren. «Das Beste ist, herzukommen mit allen Beweisen», sagte er. Deshalb habe er auch Büroschlüssel und alle Dokumente mitgebracht. «Als ich zur Polizei kam, habe ich die ganze Geschichte erzählt.» 

Es war bereits das sechste Mal, dass der 68-Jährige in dem Prozess als Zeuge aussagte. Zum Auftakt des 35. Verhandlungstages wurde er zunächst von der Vorsitzenden Richterin anhand von Fotos zum Geschehen in der Silvesternacht 2023/24 befragt. Unter anderem ging es dabei um das Wohnmobil, mit dem die Entführer damals die beiden jüngsten Block-Kinder aus Dänemark auf einen Bauernhof in Süddeutschland gebracht hatten. Dort sah Christina Block ihre Kinder zum ersten Mal nach Jahren wieder.

Mutmaßlicher Entführer-Chef: Habe das Wohnmobil gefahren

Der Zeuge bestätigte, das Wohnmobil zu kennen. «Ich habe das Fahrzeug gefahren», sagte er. Auch den Bauernhof auf den Fotos erkenne er wieder - ebenso ein Zimmer, in dem sein Team nach der Rückholung der Kinder zusammengesessen habe. Dort habe sich Christina Block bedankt. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Ein Mann randaliert in einem Hotelzimmer in Leipzig. Nach diesem Vorfall wird gegen den Freiberger OB Philipp Preißler ermittelt. Seine Amtsgeschäfte übernimmt derweil ein anderer Politiker.

Das Oberlandesgericht Frankfurt hat Äußerungen einer Restaurantbesucherin nach einem Vorfall mit Mäuseköder im Gastraum als zulässige Meinungsäußerungen eingestuft. Ihr Dackel hatte Ködermaterial gefressen und musste anschließend in einer Tierklinik behandelt werden.

Bei einer Auseinandersetzung in einer Bielefelder Gaststätte werden fünf Menschen verletzt. Die Polizei muss einschreiten und die Party wird frühzeitig beendet.

Nach einer mutmaßlich missbräuchlichen Auslösung einer Brandmeldeanlage in einem Berliner Hotel soll ein 31-jähriger Gast Einsatzkräfte angegriffen und Widerstand geleistet haben. Ein Polizist setzte daraufhin ein Distanzelektroimpulsgerät ein.

In Spaniens Dörfern und auch auf Mallorca herrscht Ausnahmezustand: Für die Sonnenfinsternis werden Hunderttausende aus dem Ausland erwartet. Hotels sind vielerorts ausgebucht, die wenigen verbliebenen Zimmer kosten oft ein Vielfaches der üblichen Augustpreise.

In Leipzig muss die Polizei einen randalierenden Hotelgast zur Räson bringen, zwei Beamte werden dabei leicht verletzt. War es Freibergs neuer Oberbürgermeister? Eine Sprecherin der Stadt bestätigte zumindest seine Beteiligung.

Nach einer Welle der Hilfsbereitschaft folgen Anfeindungen in den sozialen Medien. Die vom Unwetter in Rathen betroffene TV-Köchin Leister zieht deshalb Konsequenzen.

Ein beißender Geruch in einem Hotelzimmer löst einen größeren Einsatz in Iserlohn aus. Einige brauchen Chemikalien-Schutzanzüge. Erhöhte Ammoniakwerte werden gemessen. War es ein Kühlschrank?

Low Carb und Protein-Bowls liegen im Trend – doch beim Frühstück zählt in vielen Ländern weiterhin vor allem eins: Tradition. Von Hongkong bis Madrid - ein Streifzug durch die Morgenküchen der Welt.

1811 gilt als «Kometenjahrgang». Nun ist eine Flasche des historischen Weins versteigert worden. Das Weingut war schon Goethe ein Begriff.