Block zur Entführung ihrer Kinder: Wusste nichts von Planung

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Das Ende des Prozesses um die Entführung der Block-Kinder rückt näher, noch einmal will die angeklagte Mutter das Landgericht Hamburg von ihrer Unschuld überzeugen. Stundenlang verliest sie mit gefasster Stimme eine weitere Erklärung. Chronologisch geordnet geht sie zahlreiche Fragen und scheinbare Widersprüche durch, die sich im Laufe des Mammut-Verfahrens ergeben haben könnten. Sie korrigiert und ergänzt einige Punkte. Aber ihre Botschaft zur Aktion in der Silvesternacht 2023/24 bleibt klar: «Ich wusste nicht, dass so etwas geplant war.»

Die 53-Jährige ist angeklagt, nach einem erbitterten Sorgerechtsstreit eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihren damals 10-jährigen Sohn und die 13 Jahre alte Tochter vom Wohnort des Vaters Stephan Hensel in Dänemark nach Deutschland zu entführen. Insgesamt gibt es in dem Prozess sieben Angeklagte. Darunter ist auch Blocks-Lebensgefährte Gerhard Delling, der Ex-Sportmoderator ist wegen Beihilfe angeklagt.

Block: «Ich weiß doch, dass meine Kinder mich lieben.»

Nur ein 37-Jähriger aus Israel hat die Vorwürfe eingeräumt. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Block hatte im Juli 2025 eine umfangreiche Erklärung abgegeben. Darin hatte sie geschildert, wie der Vater den Jungen und das Mädchen im August 2021 nach einem Wochenendbesuch nicht zurückgebracht hatte und der Kontakt verloren ging.

«Ich bin alles andere als ein perfekter Mensch und keine perfekte Mutter», sagt Block. Doch die Kinder seien in Hamburg glücklich gewesen. Die spätere Ablehnung der Kinder sei auf den Einfluss des Vaters zurückzuführen, was dieser bestreitet. «Ich weiß doch, dass meine Kinder mich lieben.»

 Christina Block ist die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette «Block House», Eugen Block. Der sei enttäuscht von ihr gewesen, dass es ihr trotz aller Bemühungen so viele Jahre nicht gelungen sei, die Kinder zurückzubekommen, erklärt die Unternehmerin. «Meine Kinder blieben einfach verschwunden.»

Gab es ein Treffen mit den mutmaßlichen Entführern?

Die Frage, ob es am 28. Dezember 2023 ein Treffen zwischen ihr und den mutmaßlichen Entführern im Elysée-Hotel gegeben habe, spielt im Prozess eine große Rolle. «Die Antwort ist Nein», sagt Block. «Ich kann sicher sagen, dass ich an einem solchen Treffen nicht teilgenommen habe.»

Mitten im Prozess hatte sich der Chef der Cyber-Sicherheitsfirma, David Barkay, gemeldet und sicheres Geleit bekommen, um an insgesamt neun Prozesstagen auszusagen. Seine Version: Sein gesamtes Team sei aus Israel nach Hamburg gereist und habe sich an jenem Tag in dem Hotel mit Block getroffen. Sie habe dem maskierten Team dafür gedankt, dass es gekommen sei, um die Kinder zu retten. Er habe es so verstanden, dass er im Namen der Familie handele.

Eine enge Mitarbeiterin von Barkay, die sich in Hamburg «Olga» nannte, war im Jahr 2023 zu einer Vertrauten von Block geworden. Sie habe ihr den 69-Jährigen als «Gentleman» dargestellt, berichtet die Angeklagte. Sie habe ihm vertraut und fühle sich getäuscht.

Kissen und Kuscheltiere übergeben?

Block bestreitet zudem, dass sie den Israelis an dem Tag persönliche Sachen ihrer Kinder wie Kissen und Kuscheltiere übergeben habe. Aufnahmen aus einer Überwachungskamera zeigen, dass sie damals mit einer Tüte ins Hotel ging. Sie habe möglicherweise Küchenutensilien vom Weihnachtsmenü in die Hotelküche zurückgebracht, sagt Block dazu.

Nach ihren Angaben hatten die Kinder nach der Entführung bei der Polizei angegeben, sie hätten von den Kidnappern Kissen und Kuscheltiere bekommen. Sie habe jedoch in den Monaten zuvor immer wieder mal derartige Dinge an Personen übergeben, die mit den Kindern in Kontakt treten sollten - auch habe «Olga» sie zu einem früheren Zeitpunkt nach solchen Sachen gefragt.

Die Angeklagte bestätigt, dass sie bei diesem Besuch im Hotel Barkay kurz getroffen habe. «Zu dem, was in der Silvesternacht geschehen würde, hat Herr Barkay kein Wort verloren.» Er habe unter anderem kurz über die finanzielle Lage seiner Firma und über die Kinder gesprochen. Sie sei aber in keinem Raum mit den anderen Mitgliedern des Teams gewesen.

Umfangreiche Erklärung vom Prozessbeginn korrigiert

Christina Block bestritt außerdem, die Rückholaktion in der Silvesternacht finanziert zu haben. Sie habe im Oktober 2023 zwar 75.000 Euro von ihrem Konto abgehoben, aber das Geld sei für eine Verhandlungslösung mit ihrem Ex-Mann bestimmt gewesen. «Eine Verhandlungslösung war für mich noch längst nicht vom Tisch», sagt die Hamburger Unternehmerin.

Block berichtet, später habe sie erfahren, dass auch ihre Mutter Christa Block 60.000 Euro an den Anwalt der Familie überwiesen und weitere 120.000 Euro in bar abgehoben habe. Das habe sie aber erst im Jahr 2024 bei Durchsicht von Kontoauszügen ihrer Mutter gesehen. Christa Block war im Juli des Vorjahres gestorben. Wozu das Geld bestimmt gewesen sei, wisse sie nicht. «Sie hat mir davon nichts berichtet.»

Block hatte bereits am Dienstag ihre umfangreiche Erklärung vom Prozessbeginn in einzelnen Punkten korrigiert. Sie räumte ein, dass es bereits bei dem ersten Gespräch mit Barkay Anfang 2023 um die Kinder gegangen sei - aber nur um die Beschaffung von Informationen, die im Sorgerechtsstreit helfen sollten. Zu Prozessbeginn hatte sie ausgesagt, Barkays Sicherheitsfirma habe sich anfangs nur um die Cybersicherheit in der Block-Gruppe kümmern sollen. Das hatte Barkay in seiner Zeugenaussage als unwahr bezeichnet, darum sei es erst viel später gegangen. (dpa)


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