Ein «Ungeheuer» - 211 Jahre alter Riesling erzielt 10.250 Euro bei Versteigerung

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Eine Weinflasche mit einem mehr als zwei Jahrhunderte alten Riesling ist im Internet für 10.250 Euro versteigert worden. Das Höchstgebot für den Jahrgang 1811 aus der Pfälzer Lage Forster Ungeheuer lag bei dieser Summe, wie das Auktionshaus Catawiki mitteilte. Endgültig abgeschlossen ist der Verkauf aber noch nicht: Der Käufer hat noch einige Tage Zeit, den Betrag zu bezahlen.

Die Flasche lagerte nach Angaben des Auktionshauses mehr als 200 Jahre im historischen Gewölbekeller des Weinguts in Deidesheim. Sie sei regelmäßig kontrolliert und 2026 neu verkorkt worden. Der Lagenname geht auf den früheren Besitzer und Amtsschreiber Johann Adam Ungeheuer zurück, nach dem der Weinberg im 17. Jahrhundert benannt wurde.

Noch sieben Flaschen im Bestand

Das Weingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan GmbH habe die Flasche gezielt für die Versteigerung angeboten, sagte Geschäftsführerin Nazmiye Uzun der Deutschen Presse-Agentur. «Wir wollten wissen, was ein solcher Wein wert ist.» Den Erlös hatte sie im Vorfeld auf mindestens 10.000 Euro geschätzt. Nach ihren Angaben verkauft das Weingut erstmals eine Flasche des Jahrgangs 1811. Sieben weitere befinden sich noch im Bestand.

Die Flaschen seien erst im April neu verkorkt worden, sagte Uzun. Bei einer Stichprobe habe sich gezeigt: «Der Wein war noch hervorragend.» Sollte der Käufer aus der Region kommen, wolle sie die Flasche persönlich ausliefern.

1811 gilt in der Branche als «Kometenjahrgang», da in diesem Jahr ein großer Himmelskörper erschien. Er war mit bloßem Auge sichtbar und gilt als einer der berühmtesten Kometen des 19. Jahrhunderts.

Preise in einer anderen Liga

10.250 Euro dürften viel Geld sein für einen Wein – international bewegen sich die Preise aber in einer anderen Liga. Eine Flasche des Burgunders Romanée-Conti von 1945 erzielte 2026 die Summe von 812.500 US-Dollar.

Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe ließ sich 1820 übrigens eine Flasche «Jordan'sches Ungeheuer» aus dem heutigen Weingut Bassermann-Jordan liefern und verewigte den Wein in der Sammlung «West-östlicher Divan». (dpa)


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