Fingierter Anschlag auf türkisches Restaurant? Prozess gegen Wirt beginnt

| War noch was…? War noch was…?

Mehr als drei Jahre nach dem möglicherweise fingierten Anschlag auf das türkische Restaurant «Mangal» in Chemnitz beginnt der Prozess gegen den Wirt. Laut Anklage soll er sich 2018 mit weiteren Personen zusammengetan haben, um einen Anschlag auf sein Lokal vorzutäuschen. Mit der Ausführung sollen dann drei weitere Personen beauftragt worden sein. Ziel sei gewesen, eine Versicherungssumme zu kassieren.

Zu dem Brand kam es am Morgen des 18. Oktober 2018. 15 Menschen waren den Angaben zufolge zu dem Zeitpunkt in den Wohnungen über dem Restaurant - sie blieben unverletzt. Der Sachschaden soll mehr als 200 000 Euro betragen haben. Die Anklage lautet auf gemeinschaftlich versuchten Mord in 15 Fällen sowie besonders schwere Brandstiftung und Betrug.

Der aus der Türkei stammende Wirt selbst hatte nach dem Feuer beharrlich behauptet, die Täter seien im Kreis von Rechtsradikalen zu suchen. 2018 hatte Chemnitz wegen Ausschreitungen von Rechtsextremen aus ganz Deutschland überregional für Aufsehen gesorgt.

In diese Zeit fielen auch Angriffe auf ein jüdisches und zwei persische Restaurants in der drittgrößten Stadt Sachsens. So wurde auch beim Feuer im «Mangal» von den Ermittlern zunächst ein rassistischer Hintergrund nicht ausgeschlossen.

Für den Prozess an der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Chemnitz sind vorerst 14 weitere Verhandlungstage bis Mitte Mai geplant. Für die Verhandlung am Dienstag waren laut einer Gerichtssprecherin zunächst noch keine Zeugen geladen. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Blockierte Notausgänge, fehlender Brandschutz: Nach dem Pub-Feuer mit 30 Toten in Bangkok soll es Konsequenzen geben. Im Fokus stehen nicht nur Gesetze, sondern auch das Verhalten der Clubbetreiber.

Eine 40-jährige Frau ist in München in den Schacht eines Wäscheaufzugs gestürzt und schwer verletzt worden. Die Feuerwehr musste sie unter beengten Bedingungen mit einer Spezialtrage über zwei Stockwerke retten.

Das Castel Fragsburg bei Meran nimmt einen renovierten Tennisplatz in Betrieb. Die Anlage aus den 1970er-Jahren wurde nach einer langen Phase der Verwilderung für den Hotelbetrieb wieder instand gesetzt.

Neue Erkenntnisse nach der Feuerkatastrophe in Thailand: Ermittler sprechen von blockierten Notausgängen in dem Lokal und möglichen Verstößen gegen Brandschutzauflagen. Derweil steigt die Zahl der Toten.

27 Tote, mindestens 63 Verletzte – ein Brand in einem Lokal in der thailändischen Hauptstadt Bangkok erschüttert. Laut Bangkoks Gouverneur Chadchart Sittipunt prüfen die Ermittler unter anderem, ob Notausgänge versperrt gewesen seien und das Lokal die Brandschutzauflagen erfüllt habe. 

Auf ihrem Ryanair-Flug nach Bayern hören Passagiere kurz nach dem Start einen lauten Knall. Eine Fensterscheibe zerbricht, es folgen dramatische Szenen - und ein wohl glimpfliches Ende des Vorfalls.

Am 11. Juli 2025 startete am Landgericht Hamburg der spektakuläre Prozess um die Entführung der Block-Kinder. Was 63 Verhandlungstage später immer noch offen ist.

Kein Ganzkörper-Badeanzug für Musliminnen im Hotelpool? Das wertet die österreichische Justiz als Diskriminierung. Für die Tourismusbranche hat der Fall Signalwirkung.

Tausende protestieren in Tirana gegen Luxus-Resorts im Naturschutzgebiet – und setzen mit rosaroten Flamingos Regierungschef Edi Rama unter Druck. Bahnt sich im kleinen Balkanland ein Umbruch an?

Angebranntes Essen in einer Personalküche hat in Bad Reichenhall einen nächtlichen Feuerwehreinsatz ausgelöst. Rund 250 Hotelgäste mussten das Gebäude verlassen, verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand.