Frau vom Hotelbalkon gestoßen: Lebenslange Haft für Ehemann

| War noch was…? War noch was…?

Ein Ehepaar betritt am späten Abend das Zimmer eines Frankfurter Hotels, 13 Minuten später geschieht das Unfassbare: Der Ehemann wirft seine Frau über das Balkongeländer im 22. Stock mehr als 60 Meter in die Tiefe - «wie einen Müllsack», wie der Vorsitzende Richter im Frankfurter Landgericht in seiner Urteilsbegründung sagt. Das Gericht ist sich sicher: Der Mann wollte seine Frau entsorgen, um mit seiner Affäre ein neues Leben beginnen zu können und sich eine teure Scheidung zu sparen. 

Verurteilt wird er wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen zu einer lebenslangen Haftstrafe. «Ihr Verhalten steht sittlich auf niedrigster Stufe», spricht der Richter den 60-Jährigen direkt an. Doch der Mann blickt nicht auf, sondern starrt während der gesamten Urteilsbegründung vor sich hin. Er hatte in dem fast vier Monate dauernden Prozess nichts zu den Vorwürfen gesagt. 

Verdeckte Ermittlungen

«Es wäre das perfekte Verbrechen gewesen, wenn die Behörden nicht so akribisch ermittelt hätten», sagte der Richter. Direkt nach dem Mord am Vatertag im Mai 2023 hatte der Ehemann gesagt, seine Frau sei beim Sex von der Balkonbrüstung gestürzt. Doch die Spurenlage passte nicht zu seinen Angaben, fast zwei Jahre lang wurde daher auch verdeckt gegen den in Rodgau im Landkreis Offenbach lebenden Mann ermittelt.

Dort hatte er sich mit seiner Freundin und den Kindern aus der Ehe mit der Ermordeten ein neues Leben aufgebaut. Doch im Frühjahr 2025 - rund zwei Jahre nach dem Mord - klickten die Handschellen. Am 1. April 2026 begann der aufwendige Prozess im Landgericht, während der insgesamt 20 Verhandlungstagen wurden sogar zu Beweiszwecken an dem besagten Balkon im 22. Stock des Hotels mögliche Sexszenen nachgestellt. 

Suche nach Tötungsarten

Letztlich gebe es keine Zweifel daran, dass der Mann seine Frau ermordet habe, so der Richter. Dessen Affäre habe von ihm verlangt, sich von der Ehefrau zu trennen. Er habe im Internet nach unauffälligen Tötungsarten recherchiert und sich letztlich dazu entschieden, die Ehefrau aus großer Höhe zu stürzen und dies wie einen Unfall aussehen zu lassen. Einen Tag vor dem Mord buchte der Deutsch-Brite laut den Feststellungen des Gerichts für den Vatertag das Zimmer im 22. Stock. Seiner Ehefrau gaukelte er vor, die Beziehung retten zu wollen. 

Das Ehepaar verbrachte den Vatertag gemeinsam in Frankfurt, am späten Abend kehrte es in das Hotel zurück. Es bleibt laut dem Richter unklar, was in den 13 Minuten geschah, in denen das Paar alleine in dem Hotelzimmer war. Andere Hotelgäste hörten einen lauten Schrei und die Rufe «Nein, nein». Als später die Leiche der Frau gefunden wurde, war sie kaum noch bekleidet, an den Armbeugen hatte sie Verletzungen, die vor dem Mord entstanden waren. 

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Europa Miniköche haben in Schliersee die Urkunde für ihren Weltrekord im Knödeldrehen entgegengenommen. Der Rekord über 7.050 Knödel war bereits im Juli 2025 auf der Landesgartenschau in Furth im Wald aufgestellt worden.

Ein Feuer in einem Restaurant am Lauterbacher Marktplatz hat mehrere historische Fachwerkhäuser schwer beschädigt. Fünf Gebäude sind nach Angaben der Behörden derzeit unbewohnbar, der Schaden wird auf mindestens fünf Millionen Euro geschätzt.

Im historischen Schloss Wallhausen in Sachsen-Anhalt ist in der Nacht ein Großbrand ausgebrochen. Hotelgäste und Personal konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen, mehr als 120 Feuerwehrkräfte sind im Einsatz.

Nach dem gewaltsamen Tod eines Hotelgastes in Rees haben Ermittler einen 42-jährigen Tatverdächtigen in den Niederlanden festgenommen. Gegen ihn liegt ein Haftbefehl wegen Mordes in Tateinheit mit Raub mit Todesfolge vor.

Ein 35-jähriger Niederländer ist in einem Hotel in Rees tot aufgefunden worden. Staatsanwaltschaft und Polizei gehen von einer Gewalttat aus und haben eine Mordkommission eingerichtet.

Vor dem Landgericht Frankfurt hat die Staatsanwaltschaft im Prozess um den tödlichen Sturz einer Frau aus dem 22. Stock eines Hotels lebenslange Haft wegen Mordes beantragt. Die Verteidigung fordert einen Freispruch, das Urteil soll am Freitag fallen.

in Mann soll seine ungeliebte Ehefrau von dem Balkon eines Frankfurter Hotelzimmers im 22. Stock in die Tiefe gestoßen haben – nach Auffassung der Staatsanwaltschaft handelte es sich dabei um einen Mord.

Kriminelle nutzen echte Buchungsdaten, um Reisende kurz vor dem Urlaub zu täuschen. Wie Urlauber betrügerische Zahlungsaufforderungen erkennen und sich vor den Phishing-Angriffen schützen können.

Ein Mann bucht sich mit Partnerin und zwei Kindern in einem Berliner Hotel ein. Er beklagt einen abgebrannten Wohnwagen und eine schwere Erkrankung. Über ein Jahr bleibt er - ohne dafür zu bezahlen.

Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron haben sich im Althoff Grandhotel Schloss Bensberg in Bergisch Gladbach getroffen. Das politische Gespräch und das gemeinsame Dinner fanden im Vorfeld des 26. Deutsch-Französischen Ministerrats statt.