Kommt Cola aus Europa? Fund in Klosterapotheke

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[von Christoph Sator, dpa]

In der Toskana räumt ein Dominikanermönch das Archiv auf. Dort findet er ein vergilbtes Papier aus dem 19. Jahrhundert für ein Getränk aus Colanüssen und Kokablättern. Klingt bekannt?

Florenz (dpa) - Kommt die Cola aus Europa? Im Archiv einer Klosterapotheke in der Toskana sind Unterlagen für eine Rezeptmischung entdeckt worden, die schon Mitte des 19. Jahrhunderts eine Art Vorgänger von Coca-Cola & Co. gewesen sein könnte. Die braune Limonade mit Kohlensäure ist eine der bekanntesten Marken aus den USA und weltweit ein Symbol für den American Way of Life. Jedes Jahr wird sie milliardenfach verkauft.

Als Jahr ihrer Erfindung gilt 1886. Bei Aufräumarbeiten im Kloster San Marco der toskanischen Hauptstadt Florenz wurde jetzt jedoch ein deutlich älterer Werbezettel für ein «stärkendes Wein-Elixier» aus Kokablättern und Colanüssen gefunden, wie Klostervorsteher Manuel Russo in einer katholischen Wochenzeitung berichtete. Dem Dominikanermönch zufolge war das Getränk zu jener Zeit in der Apotheke eines der meistverkauften Produkte.

Rezept wird seit jeher geheim gehalten

Kokablätter und Colanüsse waren auch Bestandteil der Mixtur, die der Apotheker John Pemberton wenige Jahrzehnte später in den USA zusammenmischte. Aus «Pemberton's French Wine Coca» («Pembertons französischer Kokawein») wurde dann Coca-Cola. Weil Alkohol in den USA Alkohol verboten wurde, ersetzte ihn Pemberton durch Wasser und Zuckersirup. 

Das genaue Rezept für Coca-Cola wird von dem US-Konzern seit jeher geheim gehalten. Dabei ist Coca-Cola der geschützte Markenname. Cola ist der allgemeine Name für diese Art Getränk - es gibt also noch viele andere Sorten.

Russo berichtete der Wochenzeitung «Toscana Oggi»: «Ich bin bei der Durchsicht unseres Archivs auf die alte Werbung für dieses Elixier gestoßen.» Danach habe er begonnen, die im Kloster aufbewahrten Dokumente genauer zu untersuchen, und herausgefunden, «dass es eines der am meisten nachgefragten Produkte der klösterlichen Apotheke war». Dem Mönch zufolge gibt es keine Hinweise auf einen unmittelbaren Zusammenhang mit Pembertons Mixtur.

30 Gramm Nüsse, zehn Gramm Blätter, ein Liter Alkoholmischung

Auf dem vergilbten Blatt Papier wird das «stärkende Wein-Elixier» (Elixir vinoso ricostituente) als ein Tonikum beschrieben, das körperliche und geistige Erschöpfung, Kopfschmerzen sowie Schwächen lindern könne, die auf Alter oder «außergewöhnliche Anstrengungen» zurückzuführen sind. Die Zusammensetzung: 30 Gramm Colanüsse und zehn Gramm bolivianische Kokablätter, aufgegossen mit einem Liter Alkoholmischung. Blätter und Nüsse sollen von Missionaren aus Südamerika in die Toskana gebracht worden sein.

Um die genaue Rezeptur von Coca-Cola wird seit jeher ein großes Geheimnis gemacht. Alle paar Jahre gibt es Behauptungen, dass es jemand gelüftet habe - bislang stimmte das allerdings nie. Nach Angaben des US-Konzerns kennt nur eine Handvoll Leute innerhalb des Unternehmens die genaue Formel. Von Coca-Cola heißt es dazu: «Diese Personen sind vertraglich zur Geheimhaltung verpflichtet und ihre Identität wird ebenfalls streng geheim gehalten.» 

Ins Reich der Fabel gehört allerdings die Behauptung, dass das Rezept nur zwei Leuten bekannt sei, die sicherheitshalber nie zusammen in ein Flugzeug steigen dürfen. Pemberton hatte die Formel angeblich selbst nie aufgeschrieben, sondern nur mündlich weitergegeben. Dem Konzern zufolge wurde sie 1919 erstmals zu Papier gebracht. Heute liegt sie streng geschützt in einem Tresor.

Eine der ältesten Apotheken von Florenz

Das Kloster San Marco gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten von Florenz, unter anderem wegen der Fresken von Fra Angelico aus der Frührenaissance. Die dazu gehörende Apotheke Antica Farmacia di San Marco wurde bereits 1436 gegründet. Dort versorgten die Dominikanermönche die Bevölkerung über Jahrhunderte hinweg mit Heilkräutern, Essenzen, Elixieren und parfümierten Wässern. Heute gibt es sie ihrer ursprünglichen Form nicht mehr.


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