Mehr rauchfreie Strände in Schleswig-Holstein

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Kleinkinder buddeln sie beim Spielen im Sand aus, und Urlauber entdecken sie neben ihrem ausgebreiteten Handtuch. Zigarettenkippen liegen immer wieder an den Stränden in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. In einigen Kommunen an Nordsee und Ostsee gibt es daher inzwischen rauchfreie Zonen. 

«Je weniger Müll im Sand liegt, desto besser für Natur, Umwelt und Mensch», sagte Stefan Borgmann, Geschäftsführer der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH), der Deutschen Presse-Agentur. Die TASH würde rauchfreie Strände auch daher begrüßen. Zuständig dafür seien allerdings die Kommunen.

Es gibt kostenlose Strandaschenbecher und auch umsichtige Raucher: «Trotzdem kommen jedes Jahr bei den Strand-Clean Up-Days an Nord- und Ostsee tausende Zigarettenkippen zum Vorschein», teilte Borgmann mit. 

Föhr erlaubt Rauchen in Wyk nicht überall

In Wyk auf der Insel Föhr sei das Rauchen am Strand grundsätzlich untersagt und nur in speziellen Raucherbereichen in fünf ausgewiesenen Abschnitten erlaubt, teilte ein Sprecher vom Amt Föhr-Amrum der dpa mit. Nichtraucherzonen gibt es hier seit Ende 2020. 

«Rauchen gefährdet nicht nur die Gesundheit, auch viele Menschen fühlen sich durch den Rauch belästigt. Ferner schädigen achtlos weggeworfene Kippen Menschen, Tiere und Umwelt», teilt das Amt auf seiner Homepage mit. Kostenlose Strandaschenbecher sollen zudem Abhilfe schaffen. Auch in den Orten Utersum und Nieblum auf Föhr gibt es Nichtraucherzonen. 

Eckernförde lässt Raucher in Zonen qualmen

In Eckernförde (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ist der komplette Hauptstrand seit 2022 eine ausgewiesene rauchfreie Zone. Das Verbot gelte für den Sandbereich, einschließlich Strandkörbe und Liegen, um die Umwelt zu schützen und Kippen im Sand zu vermeiden, teilte eine Sprecherin der Eckernförde Touristik und Marketing GmbH mit. Ausgenommen von dieser Regelung sind demnach die Strandbistros. Beschwerden zu den Verbotszonen habe es bisher nicht gegeben. 

Kiel verbietet Rauchen an Badestegen

In Kiel gebe es rauchfreie Badestege in der Innenförde, da dort – anders als an den weitläufigen Stränden – nicht genug Platz sei, um auf Nichtraucherinnen und Nichtraucher sowie Kindern und Familien Rücksicht zu nehmen, teilte ein Stadtsprecher der dpa mit. Rauchfreie Strände sind in der Landeshauptstadt nicht geplant. 

Durch Rücksichtnahme und selbstständige Entsorgung aller Abfälle könne der Strandaufenthalt für alle Gäste nachhaltig werden und der Strand als Erholungsraum für alle erhalten werden.

Sylt setzt auf Aschenbecher am Strand

Verbotszonen für das Rauchen von Zigaretten gibt es auf der größten deutschen Nordseeinsel nicht. «Stattdessen legen wir den Schwerpunkt auf die Strandreinigung und eine aktive Aufklärungsarbeit», teilte eine Sprecherin des 
Insel Sylt Tourismus-Service der dpa mit. 

Um den Sand auch von Kippen zu befreien, werden die Strände hier während der Saison mit speziellen Reinigungsmaschinen gesäubert. Zudem gibt es laut ISTS kostenfreies Equipment für persönliche Beach Clean-ups an den Tourist-Informationen, kostenlose Strandaschenbecher sowie spezielle Müll-Sammelstationen an den Stränden. 

«Zusätzlich betreiben wir aktive Aufklärungsarbeit zur Sensibilisierung der Strandgäste», teilte die Sprecherin mit. Dazu zählen unter anderem spezielle Schilder, die mutmaßliche Ökosünder auf die Gefahren von Kippen im Sand hinweisen. 

Eigenverantwortung in Sankt Peter-Ording und auf Fehmarn 

Auch St. Peter-Ording setzt auf Eigenverantwortung und Rücksicht - statt auf starre Regeln. «Aus unserer Sicht sind rauchfreie Zonen an Stränden in Schleswig-Holstein nicht notwendig», teilte eine Sprecherin der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording der dpa mit. 

In der Gemeinde im Kreis Nordfriesland darf demnach an allen Strandabschnitten geraucht werden. «Beschwerden zu dem Thema sind in St. Peter-Ording nicht zu verzeichnen.» 

Auch auf der Insel Fehmarn (Kreis Ostholstein) gibt es keine rauchfreien Strände. Hinweisschilder am Strand weisen die Menschen hier darauf hin, ihren Müll sowie Kippen mitzunehmen und zu entsorgen, teilte der Tourismus-Service mit. Kostenlose Strandaschenbecher werden auch hier verteilt. «Durch diese Maßnahmen und die zielgerichtete Kommunikation stellt Zigarettenmüll nicht unverhältnismäßig mehr Abfall an den Stränden dar.»

Lübeck bestraft Kippen-Sünder

Die Einrichtung rauchfreier Strandabschnitte sei in der Hansestadt Lübeck aktuell nicht geplant, teilte Sprecherin Nicole Dorel mit. «Das Wegwerfen von Zigarettenstummeln gilt als Verschmutzung und wird als Ordnungswidrigkeit geahndet.» Damit Raucher ihre Nikotinreste ordnungsgemäß entsorgen, werden auch in der Hansestadt sogenannte Strandaschenbecher verteilt.

Rauchfreie Strände auch andernorts

Auch Tourismusorte in Mecklenburg-Vorpommern denken über rauchfreie Zonen an ihren Stränden nach. «Wir sind Familien-Urlaubsland, wir sind ein Land, in dem nachhaltig gedacht und die Strände geliebt werden – insofern kann es sinnvoll sein, sich mit dem Thema eingehend zu beschäftigen», teilte Peter Kranz, Geschäftsführer der MV Tourismus GmbH, mit. 

Grundsätzlich entscheide aber jede Kommune selbst darüber, welche Regeln an den Stränden gelten. Im Ostseebad Göhren auf Rügen gibt es seit mehreren Jahren ausgewiesene Nichtraucherzonen am Strand. 

Rauchfreie Strände nehmen weltweit zu, unter anderem in Spanien, Frankreich und Italien gibt es rauchfreie Küstenabschnitte. Auch in Thailand gibt es solche Zonen, während Singapur ein striktes Rauchverbot an vielen Stränden hat. Bei Verstößen drohen bisweilen auch Bußgelder. (dpa)


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