Geht es um die Weißwurst, wird gern eine bayerische Regel zitiert, die weit über München hinaus bekannt ist: «Die Weißwurst darf das Zwölf-Uhr-Läuten nicht hören!» Was ist da dran: Darf man die Wurstspezialität wirklich nur am Vormittag essen? Und was passiert mir, wenn ich sie vielleicht erst um 15 Uhr esse?
Es passiert nichts - höchstens, dass man sich als Nichtbayer outet. «Die Regel stammt aus einer Zeit, in der es noch keine Kühlschränke gab», beruhigt Ernährungsexpertin Katharina Holthausen von der Verbraucherzentrale Bayern.
Der Spruch hat einen historischen Grund
Sie erklärt den Hintergrund: «Metzger stellten die Weißwürste nämlich traditionell morgens frisch her und verkauften sie roh.» Erst kurz vor dem Essen wurden sie gebrüht. Da das Wurstbrät leicht verderblich ist, sollten die Würste möglichst noch am Vormittag gegessen werden.
Heute ist das natürlich anders. «Die Weißwürste werden unter modernen hygienischen Bedingungen hergestellt und bereits gebrüht verkauft. Weshalb sie auch nicht mehr vor 12 gegessen werden müssen», so Holhausen. «Und trotzdem gehört in Bayern die Weißwurst am Vormittag mit Breze und süßem Senf natürlich weiterhin zur Tradition.»












