Nach Todesfällen in Istanbul: 15 Jahre Haft für Hotelangestellten gefordert

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Mehr als zwei Monate nach dem Tod einer Hamburger Familie in Istanbul fordert die Staatsanwaltschaft Haftstrafen für sechs Verdächtige wegen fahrlässiger Tötung. Die Anklageschrift sei fertiggestellt und beim zuständigen Gericht eingereicht worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Sie muss noch angenommen werden, das gilt als Formsache. 

Fünf Personen, darunter Mitarbeiter einer Schädlingsbekämpfungsfirma und der Hotelmanager, wird bewusste fahrlässige Tötung vorgeworfen - für sie fordert die Staatsanwaltschaft Anadolu zufolge zwischen zwei Jahren und acht Monaten und mehr als 22 Jahren Haft. Für einen Hotelangestellten werden demnach bis zu 15 Jahren Haft gefordert. 

Vater, Mutter und die zwei kleinen Kinder aus Hamburg waren Mitte November im Istanbul-Urlaub mit Beschwerden wie Erbrechen und Übelkeit ins Krankenhaus eingeliefert worden und dann gestorben. Zunächst hatten die Behörden eine Lebensmittelvergiftung vermutet. Todesursache war jedoch eine Vergiftung durch ein im Hotel verwendetes Insektizid zur Schädlingsbekämpfung, wie ein Gutachten später feststellte (Tageskarte berichtete). 

Schädlingsbekämpfer keine Genehmigung

Die Nachrichtenagentur DHA berichtete unter Berufung auf die Anklageschrift, das Unternehmen, das die Schädlingsbekämpfung durchgeführt hatte, habe keine Genehmigung gehabt. Der Vorfall sei vorhersehbar, vermeidbar und kontrollierbar gewesen, hieß es demnach. Man habe versäumt, die notwendigen administrativen und technischen Vorkehrungen zu ergreifen. Das Hotel trage ebenfalls Verantwortung im Rahmen der Sorgfaltspflicht. 

Weiter hieß es, die Familie habe im Hotel sieben Minuten warten müssen, bis der Rezeptionist zurückgekehrt sei, um die abgeschlossene Türe zu öffnen. Das habe die medizinische Intervention verzögert. 

Das Schicksal der Familie, die aus der Türkei stammt, hat für große Bestürzung gesorgt. (dpa)


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