Schleimspur und Dellen: Kuh-Attacke auf Hotelparkplatz?

| War noch was…? War noch was…?

Dellen, Lackschäden und Leckspuren: Als die Wanderer zu ihrer Unterkunft am Spitzingsee in den oberbayerischen Bergen zurückkehrten, waren mehrere ihrer Autos beschädigt. Sein Wagen habe eine «Riesendelle» an der Motorhaube gehabt, berichtete ein Autofahrer, der deshalb vor dem Landgericht München II von dem Betreiber des Hotels Schadenersatz verlangte. Zudem sei der Wagen verschmutzt gewesen. Mehrfach beschäftigte der Fall aus dem Sommer 2022 bereits die Gerichte. 

An anderen Autos habe es unter anderem «Schleimspuren» und Verschmutzungen gegeben, berichtet der Mann aus Unterfranken, der mit Freunden in die malerische Berglandschaft gereist und nachmittags von einem Ausflug zurückgekehrt war. 

Kühe mit Interesse an Autos 

Später seien wieder Kühe auf den Parkplatz gekommen, «sie waren sehr interessiert an den Autos», berichtete er. Mit seinen Freunden habe er sich zum Schutz zwischen die Autos gestellt. Als die Kühe weg waren, habe man die Fahrzeuge umgeparkt. Auf dem Weg zur Unterkunft sei er unter anderem über Viehgitter gefahren, berichtete der Mann. Er habe aber nicht damit gerechnet, dass sein Wagen auf dem Hotel-Parkplatz nicht sicher stehe. 

Er verlangte 9.911 Euro plus Zinsen, einen früheren Vergleich von rund 6.500 Euro hatte er abgelehnt. Nun bekommt er wahrscheinlich noch weniger - denn inzwischen liegt ein Gutachten vor. «Ich lese das Gutachten so, dass die Verursachung durch Kühe durch den Sachverständigen nicht eindeutig nachgewiesen ist», sagte der Richter Matthias Knoblauch. «Nach meinem Verständnis stellt es sich so dar, dass es ein Wanderhotel in den Bergen ist» - mit vielen Kühen rundum. Er schlage nun, «damit diese Geschichte mal endet», einen Vergleich von 2.000 euro plus Zinsen vor. 
Fast ein Kuhhandel 

Der Anwalt des Hotelbetreibers argumentierte zwar, auf dem Weg zu der Unterkunft komme man erkennbar durch Weidegebiet, also könne der Urlauber über die Anwesenheit von Kühen nicht überrascht gewesen sein. Dennoch finde er den Vergleich «sehr vernünftig», sagte der Anwalt - und bot von sich aus zusätzlich an, vorgerichtliche Anwaltskosten von rund 280 Euro zu übernehmen. Der Autofahrer erbat dennoch Bedenkzeit - er kann den Vergleich noch widerrufen. 

Mindestens vier Klagen von Autobesitzern sind bereits mit Vergleichen in Höhe von etwa 3.000 bis 6.000 Euro abgeschlossen worden. Die Urlauber, die im Juni 2022 in dem Hotel in der Berglandschaft einquartiert waren, verlangten allesamt Schadenersatz von dem Betreiber der Unterkunft um die angeblich durch Kühe verursachten Schäden. 

Kritisiert wurde von Klägerseite, dass an dem Parkplatz kein Warnschild aufgestellt war. Solch ein Schild gibt es inzwischen. Nach Auffassung des Richters ist aber nicht ganz klar, ob der Hotelbetreiber wirklich dazu verpflichtet ist. Das sei nur der Fall, wenn die Gefahr nicht erkennbar sei.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Der bekannte Gastronom Michael Käfer betrauert, dass es das München der 80er Jahre nicht mehr gibt. Er nennt auch die Gründe, warum sich die Stadt aus seiner Sicht verändert hat.

Alkoholflaschen auf dem Schreibtisch, fiese Hinterlassenschaften im Bad: Die Kaulitz-Zwillinge berichten von einer ausgeuferten Aftershow-Party im Europa-Park. War es wirklich so schlimm?

Vor knapp einer Woche bricht in einem Hotel in Cochem ein Feuer aus. Jetzt hat die Polizei erste Ermittlungsergebnisse bekanntgegeben.

Eine aktuelle Untersuchung von Fit Reisen vergleicht die Taxipreise in den 80 größten deutschen Städten und offenbart enorme Preisunterschiede. Während Wiesbaden als günstigster Standort ermittelt wurde, zahlen Fahrgäste in Moers und Erfurt bundesweit die höchsten Tarife.

Ein 53 Jahre alter Mann hat am Sonntagabend ein Restaurant in der Bühlertalstraße in Bühl verlassen, ohne seine Rechnung zu begleichen. Nach Angaben der Polizei verfolgte ein Mitarbeiter des Restaurants den Mann bis zum Stadtpark und brachte ihn zurück in das Lokal.

Ein Gastronom aus Neu-Ulm steht im Verdacht, Sozialkassen um mehr als eine Million Euro betrogen zu haben. Wie der Zoll auf seine Spur kam und welche Konsequenzen sich für den mutmaßlichen Betrüger ergeben.

Nach dem Brand mit 41 Todesopfern in der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana in den frühen Morgenstunden des 1. Januar wird nun auch der Gemeindepräsident vernommen. Worum es bei den Ermittlungen und den Vorwürfen geht.

1.200 Menschen im Bikini am Strand – auf Usedom soll ein Weltrekord fallen. Hinter der Aktion steht ein Fahrlehrer und passionierter Bademodensammler - unterstützt von einem Museum aus dem Südwesten.

Nach einem Brand in einem Wohn- und Geschäftsgebäude in Rahden in der Nacht zum 12. April 2026 ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen schwerer Brandstiftung. Die Täter sollen mehrere Brände im Gebäude gelegt haben

In einem Hotel in Hemmingen bei Hannover randaliert ein 39-Jähriger und bedroht sich selbst. Die Polizei schießt auf ihn – doch erst der Einsatz eines Tasers bringt den Mann unter Kontrolle.