Stopfleber aus dem Labor: Foie Gras ohne Tierquälerei

| War noch was…? War noch was…?

Manche schätzen sie als kulinarische Spezialität, andere lehnen sie wegen der damit verbundenen Tierquälerei rigoros ab. Zur Herstellung von Foie Gras, in Deutschland auch Stopfleber genannt, wird Enten und Gänsen massenhaft kalorienreiche Nahrung durch ein Rohr in den Magen gepresst. Das lässt die Leber stark anschwellen und ihren Fettgehalt steigen. In vielen Ländern ist diese Praxis verboten - darunter auch Deutschland und die Schweiz. Ein deutsch-dänisches Forschungsteam präsentiert nun eine Methode (Studie), eine Foie-Gras-ähnliche Pastete ohne Stopfmast zu erzeugen.

«Es war schon immer ein Ziel, den Geschmack und die Textur von echter Foie Gras zu reproduzieren und dabei das Wohl der Tiere nicht aus den Augen zu verlieren», erläuterte Studienleiter Thomas Vilgis vom Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz. Mit seinem Team wollte der Physiker, selbst Hobbykoch, nicht nur den Geschmack von Enten- und Gänsestopfleber imitieren, sondern auch die Konsistenz und das Mundgefühl beim Essen. 

Das ist nach seiner Darstellung nun nach fünfjähriger Forschung gelungen. «Die von uns hergestellte Foie Gras ist von dem herkömmlichen Produkt nicht unterscheidbar», sagte Vilgis der Deutschen Presse-Agentur. Schließlich schmecke auch nicht jede Foie Gras identisch, betonte er. Das hänge von vielen Faktoren ab - nicht zuletzt vom in die Tiere gestopften Futter. 

Enzyme von Gänsen als Schlüsselfaktor

Zunächst analysierte die Gruppe die Zusammensetzung von konventioneller Foie Gras - etwa den Fettgehalt und den Anteil an Kollagenfasern - sowie das Aussehen und die mechanischen Eigenschaften. Danach stellten die Forschenden aus kollagenreichem Gewebe wie Haut oder Knochen ein Gel her, das sie mit Fett und Leber von Gänsen oder Enten vermischten, wie sie im Fachblatt «Journal of Fluids» berichten. Doch das genügte nicht.

Der Schlüssel zum Geschmack wie auch zur Konsistenz der hergestellten Pastete bestand letztlich darin, das Fett mit bestimmten Enzymen zu behandeln, die denen von Enten und Gänsen stark ähneln. Diese sogenannten Lipasen sind wichtig für die Fettverdauung und sorgen auch für die Bildung jener großen Fettaggregate, die für Foie Gras typisch sind. «Durch das fettverdauende Enzym werden die Fettsäuren abgespalten», erläuterte Vilgis.

Der Forscher hat für das Verfahren ein Patent angemeldet. Glaubt er also, dass sich dieses Vorgehen etablieren wird? «Ich denke schon», antwortete er. Weniger für die kleinbäuerlichen Betriebe etwa in Frankreich, die das Produkt wohl weiter wie bisher herstellen. Doch für die Großproduktion biete sich die nun vorgestellte Methode an - insbesondere in den vielen Ländern, in denen die Stopfmast verboten sei. «Das ist nun eine Alternative», so Vilgis. «Ich bin mir sicher, dass Konsumenten keinen Unterschied feststellen werden.» (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Zu viele Fische, zu wenig Licht: Nach einer Bürgerbeschwerde nimmt die Veterinärbehörde ein Aquarium im Gastraum eines Karlsruher Lokals unter die Lupe – und stellt dabei gleich mehrere Verstöße fest.

Freibergs Oberbürgermeister Preißler wird vorgeworfen, vor kurzem in einem Leipziger Hotel randaliert und Gegenstände aus dem Fenster geworfen zu haben. Nun wurde offiziell ein Disziplinarverfahren eröffnet.

In Peking sollen Essenskuriere künftig weniger unter Zeitdruck stehen. Wartezeiten an roten Ampeln werden aus der Lieferzeit herausgerechnet. Zudem sollen schlechtes Wetter und schwierige Verkehrsverhältnisse stärker berücksichtigt werden.

Eine Weltreise per Kreuzfahrtschiff wollte ein Paar auch im FKK-Bereich genießen. Die beiden wurden aber von der Größe und Ausstattung enttäuscht und forderten Geld zurück. Nun entschied ein Gericht.

In einem Restaurant in Rottenburg am Neckar soll ein 31-jähriger Gast den Betreiber geschlagen und anschließend auch Polizisten angegriffen haben. Die Einsatzkräfte brachten den Mann schließlich in eine Fachklinik.

Wie viele Schläge braucht Münchens neuer OB beim legendären Wiesn-Anstich? Dominik Krause hat wie seine Vorgänger ein Anzapftraining absolviert - und sagt, warum das vor dem Auftritt wichtig ist.

Für den Mord an seinem ehemaligen Chef ist ein 29-Jähriger zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Mann hatte im Oktober vergangenen Jahres den 50 Jahre alten Gastwirt in dessen Lokal in Rheinfelden mit einem Hammer getötet.

Wegen einer Bedrohung aus dem Iran hat das Weiße Haus bei Donald Trumps Rückflug vom Nato-Gipfel in der Türkei Berichten zufolge zu einer ungewöhnlichen List gegriffen. Der Präsident stieg vor Kameras in die Air Force One, wechselte laut «Washington Post» anschließend aber unbemerkt in einen Catering-Container.

Erst stimmte offenbar der Belag nicht, dann war eine Pizza den Kunden zu klein - und schließlich rückte die Polizei an. Aus einer Reklamation in einer Pizzeria in Osnabrück soll eine handfeste Auseinandersetzung geworden sein.

Mitten in der Hauptreisezeit sorgt Europas aktivster Vulkan auf Sizilien für große Probleme. In Catania kann am Morgen nur eine einzige Maschine starten. Touristen sind verzweifelt.