Trüffel-Festival in Berlin – Wissenswertes über den Edelpilz

| War noch was…? War noch was…?

Es gibt Trüffel in Mayo, Trüffel in Chips, Trüffel in Käse und Trüffel auf Pasta. Und es gibt Trüffel-Schokolade, die geschmacklich aber wenig mit dem runden Edelgewächs zu tun hat. Das «Truffle & Truffle Festival» im Festsaal Kreuzberg bietet gleich alles auf einmal. 

An zwei Tagen können Liebhaber sich dieses Wochenende durch verschiedenste Variationen in süß und salzig probieren. Der Eintritt kostet 5 Euro, für Menschen unter 16 ist er frei. Die Preise für die Gerichte variieren je nach Anbieter und Menü. Organisiert wird das Festival von der Berlin Italian Communication.

Auch der Berliner Trüffelhändler Massimo Ferradino ist mit einem Stand vertreten. Zur Einstimmung gibt Ferradino ein bisschen Angeber-Wissen mit an die Hand.

Woran erkennt man einen guten Trüffel?

Allen voran am Preis, sagt Ferradino. «Man kann für 13,90 Euro keine anständigen Tagliatelle mit gutem Trüffel anbieten.» Wenn es zu günstig sei, könne es kein guter Trüffel sein. «Der schmeckt nach gar nichts.» Außerdem sei es wichtig auf Saisonalität zu achten. «Es gibt nicht das ganze Jahr über Trüffel.» Weißen Trüffel gebe es von Oktober bis Dezember, schwarzen Herbsttrüffel von Anfang Oktober bis Ende März und schwarzen Wintertrüffel von Dezember bis März. «Im Mai sollte man keinen schwarzen Trüffel bestellen.»

Wie viel kostet Trüffel?

Das sei ganz unterschiedlich. Dieses Jahr sei ein gutes Trüffeljahr. Der schwarze Wintertrüffel koste derzeit 1,20 Euro pro Gramm. In anderen Jahren seien es auch mal 2 Euro pro Gramm gewesen. Mindestens 10 Gramm sollte man Ferradinos Ansicht nach für ein Gericht verwenden. 

Ist überall Trüffel drin, wo auch Trüffel draufsteht?

«Nein», meint Ferradino, der sich selbst als Berlins Trüffelkönig bezeichnet. Manche Hersteller verwendeten Aromen, zum Beispiel bei Butter oder Öl. Die geschmacklichen Unterschiede seien enorm. Ferradino vertreibt Trüffel und Trüffelprodukte an Restaurants, über seinen Onlineshop und in der Markthalle 9 in Kreuzberg. Neben frischen Trüffeln hat er auch Trüffelöl, Trüffelbutter oder Trüffelcreme im Angebot. Er selbst esse den Pilz gerne mit Tagliatelle oder Ochsenbäckchen. In seinem Haushalt dürfe der Trüffel nicht fehlen. «Der ist bei mir im Kühlschrank, wie bei anderen Menschen eine Marmelade.»

Werden Trüffelpilze eigentlich noch von Schweinen gesucht?

Schweine werden für die Trüffelsuche schon lange nicht mehr eingesetzt, sagt der Experte. Für die Säue rieche der Trüffel wie das Sexualhormon des Ebers. Sie seien daher ziemlich wild auf den Pilz und würden bei der Suche zu viel des Wurzelgeflechts kaputtmachen, in dem der Trüffel wachse. «In Italien ist es seit 40 Jahren verboten mit Schweinen auf Trüffelsuche zu gehen, weil es einen enormen Schaden gibt.»

Trüffel würden daher vor allem mit trainierten Hunden gesucht, typischerweise mit Tieren der Rasse Lagotto Romagnolo. 

Gibt es Trüffel aus Deutschland?

Ja, seit etwa zehn Jahren werde Trüffel auch in Deutschland produziert, etwa in Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg. «Die deutschen Herbstrüffel sind von sehr guter Qualität», sagt Ferradino. Vor etwa 120 Jahren sei Deutschland ein richtiges Trüffelland gewesen. Doch nach dem Zweiten Weltkrieg sei das Wissen komplett verloren gegangen. Inzwischen gebe es um den Pilz einen richtigen Hype. «Die Nachfrage ist deutlich gestiegen.»

Die wichtigsten Produktionsländer in Europa seien Italien, Spanien und Frankreich. 95 Prozent der Trüffel werden auf Plantagen angebaut, wie Ferradino erklärt. «Nur den weißen Trüffel sucht man im Wald.» In Deutschland sei es allerdings gesetzlich verboten, wild im Wald nach Trüffel zu suchen. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

1.200 Menschen im Bikini am Strand – auf Usedom soll ein Weltrekord fallen. Hinter der Aktion steht ein Fahrlehrer und passionierter Bademodensammler - unterstützt von einem Museum aus dem Südwesten.

Nach einem Brand in einem Wohn- und Geschäftsgebäude in Rahden in der Nacht zum 12. April 2026 ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen schwerer Brandstiftung. Die Täter sollen mehrere Brände im Gebäude gelegt haben

In einem Hotel in Hemmingen bei Hannover randaliert ein 39-Jähriger und bedroht sich selbst. Die Polizei schießt auf ihn – doch erst der Einsatz eines Tasers bringt den Mann unter Kontrolle.

Die «Zwergerlbahn» im berühmten Wiener Freizeitpark stammt aus der Nachkriegszeit. Laut dem Betreiber steht hinter dem Unfall kein technischer Defekt, sondern menschliches Versagen.

Im Speisesaal des Hotel Zafiro Rey Don Jaime in Santa Ponça auf Mallorca ist es am Donnerstagabend zu einem teilweisen Einsturz des Bodens gekommen. Wie die Zeitung Diario de Mallorca berichtet, wurden dabei zwei Personen leicht verletzt.

Drei Einschläge an den Fenstern, laute Knalle: Unbekannte beschädigen ein israelisches Lokal in München. Der Staatsschutz ermittelt zu den Hintergründen.

Der SWR startet im April 2026 die Reihe „Hausnummer Lecker“. Sören Anders kocht dabei bei Menschen zu Hause mit den Zutaten, die er in deren Kühlschrank vorfindet.

In einem Hotel in Cochem ist am Mittwoch ein Brand ausgebrochen. Drei Menschen wurden laut Polizei leicht verletzt, die Ermittlungen zur Ursache laufen.

In einem Bielefelder Restaurant droht ein Mann mit einer Kriegswaffe und verlangt Alkohol. Das Landgericht verhängt eine Haftstrafe und ordnet einen Entzug an.

Nach dem Untergang des Restaurantschiffs «Vaterland» in der Marina Lubmin ist das weitere Vorgehen unklar. Das Schiff war am Dienstag aus bislang ungeklärter Ursache vollgelaufen und liegt seitdem auf Grund.