TV-Doku zu Crans-Montana: Familien zwischen Hoffen und Angst

| War noch was…? War noch was…?

Für Familien der schwer verletzten Brandopfer von Crans-Montana ist in der Neujahrsnacht eine Welt zusammengebrochen. Das Schweizer Fernsehen hat einige von ihnen in den ersten Wochen nach dem verheerenden Barbrand mit 41 Toten begleitet und zeigt in einer bewegenden Reportage den Alptraum, in dem die Familien seitdem leben. «Das Inferno von Crans-Montana - Die größte Tragödie der jüngeren Schweizer Geschichte» ist am 11. Februar um 20.15 Uhr bei 3sat zu sehen. 

Die Familien erzählen von ihrem Leben zwischen Hoffen und Angst. Von dem verzweifelten Klammern an jeden Strohhalm. Wie ihr Leben von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt wurde, weil ihre Kinder teils hunderte Kilometer entfernt in Spezialkliniken behandelt werden. 

Schwestern unter den Brandopfern

Da ist zum Beispiel Leila Micheloud. Zwei ihrer drei Töchter sind an dem verhängnisvollen Abend in der Bar Le Constellation in Crans-Montana, um mit Freunden ins neue Jahr zu feiern. «Frohes neues Jahr», wünschen Farah und Meissa den Eltern am Handy noch um kurz nach Mitternacht. 

Kurz danach bricht in der brechend vollen Bar die Hölle los. Funkensprühende Partyfontänen setzen schallisolierenden Schaumstoff an der Decke in Brand. Viele schaffen es über die enge Treppe aus der Kellerbar nicht mehr nach draußen, mehr als 80 nur mit schweren Verletzungen. 

Micheloud und ihr Mann sind Stunden später vor Ort. Eine Tochter ist im Krankenhaus, von der anderen fehlt jede Spur. Sie müssen eine DNA-Probe abgeben, denken, sie sei tot. Schließlich die Nachricht: Sie lebt, wird auf einer Intensivstation behandelt. Die Eltern rasen hin. «Ich fand meine Tochter vor, aber sie war nicht meine Tochter, es war ein verbrannter Körper», sagt Micheloud. Die Eltern können bei der Klinik notdürftig ein Zimmer beziehen. Sie wolle nicht mehr in ihr Haus, sagt Micheloud, weil nichts mehr ist, wie es einmal war. 

Der anhaltende Alptraum

Der Schweizer Jeremie (17) wird in Lyon in Frankreich behandelt, Matthieu (27), aus Straßburg in Metz. Die Eltern suchen in den fremden Städten Wohnraum, um bei ihren Kindern im Krankenhaus sein zu können. 

Eine Überlebende kommt auch zu Wort, Laeticia. Sie ist gerade erst in der Bar angekommen, als der Brand ausbricht. Sie rennt, stolpert, liegt unter verbrannten Körpern, wie sie erzählt, ehe sie es irgendwie hinausschafft - äußerlich unversehrt. Sie versucht nun, die traumatischen Erlebnisse mit psychologischer Hilfe zu verarbeiten. 

Die Dokumentation zeigt eindrücklich, dass der Alptraum von Crans-Montana für viele noch lange nicht vorbei ist. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Nach einem Brand in einem Hotel am Mainzer Hauptbahnhof mussten 43 Menschen das Gebäude verlassen. Drei Personen wurden wegen leichter Rauchgasvergiftungen medizinisch versorgt. Wie lokale Medien berichten, handelt es sich bei dem betroffenen Gebäude um das Hotel Königshof .

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat Anklage gegen einen 55-Jährigen wegen mutmaßlichen gewerbsmäßigen Betrugs erhoben. Der Mann soll mehr als ein Jahr in einem Berliner Hotel gewohnt und Kosten von über 100.000 Euro nicht bezahlt haben.

Nach einer tödlichen Messerattacke auf einen Restaurant-Chef in Hamburg im Februar ist ein 36-jähriger Verdächtiger in der Türkei festgenommen worden. Das bestätigte die Hamburger Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte «Bild» darüber berichtet.

Nach einem Brand in einem Hotel am Mainzer Hauptbahnhof hat die Feuerwehr rund 50 Menschen evakuiert. Drei Personen wurden wegen leichter Rauchgasvergiftungen medizinisch versorgt.

Eine originale Cadbury-Schokoladentafel aus dem Jahr 1900 wird in England versteigert. Die Schokolade war Teil einer Aktion von Königin Victoria für britische Soldaten im Zweiten Burenkrieg.

Ein 35-jähriger Mann ist in Wales zu einer Haftstrafe verurteilt worden, nachdem er mit einer gestohlenen Planierraupe in einen besetzten Pub gefahren war. Der Angeklagte hatte sich zuvor über Äußerungen zur Trennung von seiner Ehefrau geärgert.

Eineinhalb Jahre nach einem Feuer in einem Ausflugslokal an der Bevertalsperre hat es dort erneut gebrannt - und diesmal ist die «Zornige Ameise» komplett abgebrannt. Zahlreiche Einsatzkräfte hatten vergeblich versucht, größeren Schaden abzuwenden.

24 hat den ersten Trailer zum Film „Tony“ veröffentlicht. Der Spielfilm über Anthony Bourdain konzentriert sich laut US-Medien auf dessen frühe Jahre in einer Restaurantküche in Provincetown.

Das Stue Berlin veranstaltet im Juni 2026 den Minigolf Cup Berlin. Laut Mitteilung gehen sämtliche Erlöse der Benefizveranstaltung an den Verein Vincentino e.V. zugunsten kultureller Bildungsprojekte in Berlin.

In einem Hotel in Stuttgart-Nord ist am Dienstagabend ein Brand im Heizraum ausgebrochen. Wegen starker Rauchentwicklung mussten die Gäste das Gebäude verlassen und anderweitig untergebracht werden.