Verletzter bei Explosion in Mannheimer Café - Wer steckt dahinter?

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Bei der Explosion eines Sprengkörpers in einem Café in Mannheim ist am Montag in den frühen Morgenstunden ein Mann verletzt worden. Der Mitarbeiter des Cafés habe leichte Verletzungen davon getragen, teilte die Polizei mit. Die Hintergründe waren zunächst unklar. 

«Nach dieser Tat muss erstmal geschaut werden, in welche Richtung geht das Ganze», sagte ein Polizeisprecher. Die Frage sei auch, wem der Angriff gegolten habe. «Wir sind da noch ganz am Anfang der Ermittlungen.» Es müsse zunächst auch geklärt werden, um welche Art von Sprengkörper es sich gehandelt habe. Die Polizei schloss auf Nachfrage eine Gasexplosion aus. 

Besitzer des Cafés spricht von einem Angriff

Der Besitzer des Cafés spricht von einem Angriff, jemand habe die Scheibe eingeschlagen und eine «Bombe reingeschmissen», sagte der Barbesitzer Francesco Silva der dpa. Auf schwarz-weißen Aufnahmen einer Überwachungskamera auf dem Handy des Besitzers sieht man, wie ein brennender Gegenstand, der aussieht wie ein Böller, durch die Eingangstür in den Laden fliegt. Eine Person in dem Café entdeckt daraufhin den Gegenstand und rennt nach hinten davon. Dann folgt die Explosion, die den Laden verwüstet.

Nach Angaben der Polizei wurde der verletzte Mitarbeiter im Krankenhaus versorgt. Weitere Details nannte die Polizei zunächst nicht, weder bezüglich der Art der Verletzungen noch das Alter des Mannes.

Es gebe keine Hinweise darauf, dass es im Vorfeld bereits Konflikte um das Café gegeben habe, sagte der Polizeisprecher. Zur Frage, ob es einen Zusammenhang mit Straftaten der kriminellen Organisation «Daltons» gebe, ließen sich im Moment noch keine Angaben machen. «Es wird auch in diese Richtung ermittelt.»

Mannheim war zuletzt mehrfach überregional in den Schlagzeilen

Mannheim war in den vergangenen Monaten mehrfach wegen Straftaten auch überregional in die Schlagzeilen geraten. Ermittler hatten im September mitgeteilt, dass die international agierende Gruppierung «Daltons» hinter mehreren Bränden im Frühsommer in Mannheim stehen soll. Die Brände standen demnach im Zusammenhang mit Schutzgeldforderungen gegen türkische und türkischstämmige Geschäftsleute.

Mitte Oktober war zudem die Leiche einer 30-jährigen Frau nach einem Brand in einer Gaststätte gefunden worden (Tageskarte berichtete). Kurz darauf kam ein 25-jähriger Tatverdächtiger in Untersuchungshaft. Zu den mutmaßlichen Hintergründen der Tat äußern sich die Ermittler bisher nicht. Eine Verbindung zu den «Daltons» schlossen die Behörden kurz nach dem Leichenfund allerdings aus.

Barbesitzer: «Ich bin ein friedlicher Mensch»

Die Neckarstadt ist ein bevölkerungsreicher und lebendiger Stadtteil von Mannheim, der direkt nördlich des Flusses Neckar liegt. Von der Wucht der Detonation wurden die Fenster des Cafés beschädigt. Auf Bildern vom Einsatzort aus der Nacht ist zu sehen, wie zahlreiche Glasscherben auf der Straße liegen und die Spurensicherung das Café untersucht.

Laut Polizei wurde die Straße kurzfristig gesperrt. Auch der Straßenbahnverkehr wurde vorübergehend eingestellt. Die Feuerwehr sei vor Ort gewesen, weil sich Rauch entwickelt habe.

Bar schloss laut Besitzer erst kurz vor der Explosion

Er sei von der Polizei am frühen Morgen informiert worden und habe die Szenen auf den Bildern der Überwachungskamera gesehen, sagte der Barbesitzer. Zum Zeitpunkt der Explosion sei noch ein Mitarbeiter im Laden gewesen, um zu putzen.

Die Bar sei erst kurz vor der Explosion geschlossen worden. Er selbst könne sich die Hintergründe nicht erklären. Er besitze mehrere Kneipen, habe keinen Ärger und keine Probleme mit irgendwem, sagte er der dpa. «Ich bin ein friedlicher Mensch. Ich arbeite nur.» (dpa)


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