Weinherstellung in Erfurt jetzt von Bischöfen «abgesegnet»

| War noch was…? War noch was…?

Segnung für Wein und gute Ernte sind bekannt – in Erfurt ist nun aber gleich einer ganzen Kelterei das religiöse Ritual zuteilgeworden. Der Bischof des Bistums Erfurt, Ulrich Neymeyr, und der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Friedrich Kramer, spendeten beide ihren Segen für die Weinwerkstatt der Stiftung Vereinigten Kirchen- und Klosterkammer Erfurt. Zudem wurden die Räume im Stadtteil Bindersleben offiziell eingeweiht. Dort soll künftig Wein gekeltert, abgefüllt und gelagert werden. 

Die Trauben dafür stammen von der vor einigen Jahren reaktivierten, historischen Erfurter Weinbaulage «Pfaffenlehne». Auf einer etwa 7,6 Hektar großen Fläche der Kammer gedeihen rund 37.000 Reben, wie es bei der Stiftung heißt. 

Alles, was nach der Weinlese dort passiert, finde nun in den Räumen in Bindersleben statt, sagte eine Stiftungsmitarbeiterin. Der Schaumwein, der inzwischen auch produziert wird, gärt allerdings in Flaschen, die im Felsenkeller des Erfurter Dombergs lagern.

Würdiger Besuch auch von Weinhoheiten 

Neben verschiedenen Weinhoheiten Deutschlands, war auch Staatskanzleichef und Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Sport und Ehrenamt, Stefan Gruhner, bei der Einweihung dabei. «Erfurts Weinbau erlebt eine bemerkenswerte Renaissance – und die kann man im wahrsten Sinne des Wortes schmecken», so Gruhners Fazit. Der Kuratoriumsvorsitz und die Rechtsaufsicht für die Stiftung liegen bei der Thüringer Staatskanzlei.

Die Erträge aus dem Weinverkauf der Stiftung öffentlichen Rechts kommen ausschließlich kirchlichen, sozialen, denkmalpflegerischen und Bildungszwecken zugute.

Zu einem kleinen Teil gehört Thüringen zwar zum nördlichsten Qualitätsweingebiet Deutschlands, Saale-Unstrut, zählt allerdings längst nicht zu den großen Weinbau-Bundesländern. Angaben des Statistischen Bundesamts zufolge waren im vergangenen Jahr etwa 149 Hektar an Rebflächen in Thüringen mit Keltertrauben bepflanzt. In Sachsen-Anhalt, das größtenteils zum Weingebiet Saale-Unstrut zählt, waren es dagegen 756 Hektar. In den großen Weinbauländern in Rheinland-Pfalz wuchsen Keltertrauben auf gar auf 64.694 und in Baden-Württemberg auf 25.822 Hektar.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Bei einer Auseinandersetzung in einer Bielefelder Gaststätte werden fünf Menschen verletzt. Die Polizei muss einschreiten und die Party wird frühzeitig beendet.

Nach einer mutmaßlich missbräuchlichen Auslösung einer Brandmeldeanlage in einem Berliner Hotel soll ein 31-jähriger Gast Einsatzkräfte angegriffen und Widerstand geleistet haben. Ein Polizist setzte daraufhin ein Distanzelektroimpulsgerät ein.

In Spaniens Dörfern und auch auf Mallorca herrscht Ausnahmezustand: Für die Sonnenfinsternis werden Hunderttausende aus dem Ausland erwartet. Hotels sind vielerorts ausgebucht, die wenigen verbliebenen Zimmer kosten oft ein Vielfaches der üblichen Augustpreise.

In Leipzig muss die Polizei einen randalierenden Hotelgast zur Räson bringen, zwei Beamte werden dabei leicht verletzt. War es Freibergs neuer Oberbürgermeister? Eine Sprecherin der Stadt bestätigte zumindest seine Beteiligung.

Nach einer Welle der Hilfsbereitschaft folgen Anfeindungen in den sozialen Medien. Die vom Unwetter in Rathen betroffene TV-Köchin Leister zieht deshalb Konsequenzen.

Ein beißender Geruch in einem Hotelzimmer löst einen größeren Einsatz in Iserlohn aus. Einige brauchen Chemikalien-Schutzanzüge. Erhöhte Ammoniakwerte werden gemessen. War es ein Kühlschrank?

Low Carb und Protein-Bowls liegen im Trend – doch beim Frühstück zählt in vielen Ländern weiterhin vor allem eins: Tradition. Von Hongkong bis Madrid - ein Streifzug durch die Morgenküchen der Welt.

1811 gilt als «Kometenjahrgang». Nun ist eine Flasche des historischen Weins versteigert worden. Das Weingut war schon Goethe ein Begriff.

Eine Weinflasche des Jahrgangs 1811 aus der Pfälzer Lage Forster Ungeheuer ist im Internet für 10.250 Euro versteigert worden. 1811 gilt in der Branche als «Kometenjahrgang», da in diesem Jahr ein großer Himmelskörper erschien.

In der Toskana räumt ein Dominikanermönch das Archiv auf. Dort findet er ein vergilbtes Papier aus dem 19. Jahrhundert für ein Getränk aus Colanüssen und Kokablättern. Klingt bekannt?