«Wenns stinkt in der Pfanne, ist Alarm!» - Was Pilzliebhaber wissen müssen

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Noch ist es warm und trocken - nicht die richtige Zeit für Pilze, um aus dem Boden zu sprießen. Doch in wenigen Wochen geht die Pilz-Saison los. Ihre Liebhaberinnen und Liebhaber sollten die Zeit nach Expertenmeinung nutzen, um sich darauf vorzubereiten. Warum? 

«Durch die veränderten Wetterbedingungen sehe ich immer wieder Pilze, die sich in ihrer Erscheinung stark verändert haben und deshalb schwerer zu bestimmen sind», sagt Udo Winter, der seit vielen Jahren in die Körbe von Sammlerinnen und Sammler schaut. Dort trennt er Giftiges von Genießbarem. Der Pilzberater aus Bad Kösen im Burgenlandkreis warnt davor, unvorsichtig oder nachlässig zu sein. «Die Verwechslungsgefahr ist ein großes Thema - vor allem, wenn die Pilze sich so stark in Form und Farbe verändern.» 

Rausdrehen statt abschneiden

Es gebe ein paar grundlegende Regeln, die es beim Sammeln und Sortieren zu beachten gilt, sagt Winter. «Zum Beispiel alles an kleinen, weißen Pilzen einfach stehenlassen.» Stattdessen sollten die Liebhaberinnen und Liebhaber auf den Waldböden und Wiesen eher nach Pilzen mit großem Fruchtkörper und mindestens zwei bis drei Zentimeter großen Hüten Ausschau halten. «Und dann bitte alles mitnehmen, nichts abschneiden. Für die Bestimmung ist der ganze Pilz wichtig», betont Winter.

Achtung, Lebensgefahr! 

Ab September gehe die Sammelsaison so richtig los, sagt Winter. An manchen Tagen stehen die Menschen dann mit ihren Körben vor seiner Garage Schlange, in der er sich jeden einzelnen Pilz genau anschaut, um auszuschließen, dass nichts gegessen wird, was im Zweifel Lebensgefahr bedeutet. «Wenn ich mich irre, ist der Mensch tot», betont Winter. 

In Sachsen-Anhalt gibt es mehrere Pilzberaterinnen und Pilzberater, die ihre Region besonders gut kennen und dort erste Anlaufstelle sind. Auch der Landesverband der Pilzsachverständigen klärt über Pilze und ihre Bekömmlichkeit auf. Außerdem werden dort Statistiken geführt, die unter anderem zeigen, wie viele giftige Pilze zu den Beraterinnen und Beratern gelangt sind. In den vergangenen Jahren waren demnach jedes Jahr Hunderte giftige Pilze mit dabei. So seien 2019 zum Beispiel insgesamt 12.794 Pilze bestimmt worden, 2.789 davon Giftpilze.

«Wenns stinkt in der Pfanne, ist Alarm!»

In Sachsen-Anhalt ist es laut Landesverband überall erlaubt, auf die Suche nach Pilzen zu gehen. Winter hat sein Wissen und das Interesse für Pilze von seinem Opa mit auf den Weg gegeben bekommen, erzählt der 72-Jährige. In den vergangenen Jahren seien auch immer mehr junge Menschen zur Beratung zu ihm gekommen. Winters Vermutung: «Die sind wieder naturverbundener.» 

Um Berater zu werden, muss man viele Pilze sicher bestimmen können. Das habe auch viel mit Erfahrung zu tun, sagt Winter. Es gebe - trotz veränderter Erscheinungsformen - immer sichere Merkmale, die Giftpilze als solche entlarven. Wichtig sei dafür aber, das Gewächs in der Hand halten und riechen zu können. Keine Bilder und keine Apps als Bestimmhilfe, betont er. Und spätestens, wenn die Pilze schon zum Verzehr bereit sind, gäbe es noch eine wichtige Regel: «Wenns stinkt in der Pfanne, ist Alarm!» (dpa)


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