Wiesn-Bedienungen werben für Toleranz – Wirte begrüßen Aktion

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Die Wiesn-Wirte haben positiv auf die in den sozialen Medien angestoßene Initiative «Bedienungen gegen rechts» reagiert. Die Vereinigung der Münchner Wiesn-Wirte befürwortet die Aktion der Bedienungen und lehnt jede Art von Rassismus und Sexismus in den Festzelten ab, wie die Wirtesprecher Peter Inselkammer und Christian Schottenhamel auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilten. «Solche Verstöße akzeptieren wir in unseren Wiesnzelten nicht und melden sie auch an die Behörden», hieß es weiter.

Darüber hinaus wolle sich die Vereinigung der Wiesn-Wirte allerdings nicht politisch äußern. «Schon die Betriebsvorschriften für das Oktoberfest weisen darauf hin, dass politische Veranstaltungen in den Festzelten nicht erlaubt sind», begründeten sie ihre Zurückhaltung. 

«Bedienungen gegen rechts» werben für Toleranz

Zuvor hatten die «Bedienungen gegen rechts» in den sozialen Medien zum Start des Oktoberfests ein etwa vierminütiges Video auf  Instagram veröffentlicht. In dem Clip, der auch auf der Plattform Instagram gepostet wurde, kommen zahlreiche Wiesn-Bedienungen zu Wort, die für Vielfalt, Toleranz und Respekt auf dem größten Volksfest der Welt werben.

«Wir finden, die Wiesn ist politisch und es muss Haltung gezeigt werden», erklärten die «Bedienungen gegen rechts» im Gespräch mit der dpa. «Die Wiesn steht natürlich für Tradition, aber wir fordern, dass sie auch einfach für mehr Toleranz steht.»

So wünsche sich die Initiative, dass sich die «gesamte Wiesn positioniert» – und zwar gegen jegliche Form von Extremismus, menschenverachtendem Verhalten, Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung. «Und dass wir da einfach alle eine gemeinsame Sache machen». Im Hinblick beispielsweise auf die Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt – dort gewann die AfD die Landtagswahl – ist die Initiative der Ansicht, dass es nicht mehr reiche, nichts zu sagen und nicht politisch zu werden.

Erinnerung an Attentat

Eine Beteiligte sagt im Video: «Und seit Jahren erleben wir, wie Dinge wieder sagbarer werden. Und wie rechte Vorstellungen plötzlich weniger Widerspruch bekommen». Dem wolle man sich entgegenstellen.

Dabei erinnern die Bedienungen an die Opfer des rechtsextremen Attentats auf das Oktoberfest und mahnen zur Verantwortung. Am Abend des 26. September 1980 explodierte am Haupteingang des Oktoberfests die Bombe eines rechtsextremen Attentäters. Zwölf Menschen starben damals, rund 200 wurden verletzt. Auch der Täter starb.

Zum Ende des Videos schließen die Wiesn-Bedienungen ihren Appell mit den Worten: «Wir wollen widersprechen. Wir wollen Haltung zeigen. Wir tun es.» Geschlossen stelle man sich gegen Rassismus, Sexismus, Menschen- und Queerfeindlichkeit sowie gegen Gewalt, heißt es weiter. Nach Angaben der Initiative haben sich bereits mehr als 200 Menschen angeschlossen. (mit dpa)


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