Arbeitsmarkt im September 2025: Herbstbelebung setzt nur schwache Impulse

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Die saisonübliche Belebung des Arbeitsmarktes im September 2025 ist verhalten ausgefallen. Die Zahl der Arbeitslosen sank zwar, doch im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich eine deutliche Steigerung. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) registrierte zum Monatsende 2.955.000 Personen ohne Job.

Kritik der Bundesagentur für Arbeit

Die Vorstandsvorsitzende der BA, Andrea Nahles, äußerte sich anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg zur aktuellen Lage. Sie betonte, dass die Abnahme der Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung im September allein saisonalen Gründen geschuldet sei.

Nahles: „Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung nehmen allein aus saisonalen Gründen im September ab. Dem Arbeitsmarkt fehlen weiterhin die notwendigen Impulse für eine kräftigere Belebung.“

Nachfrage nach Fachkräften in Deutschland sinkt

Besonders relevant für das Gastgewerbe ist die sinkende Nachfrage nach Personal. Die bei der BA gemeldeten Arbeitsstellen reduzierten sich im September auf 630.000, was einem Rückgang von 66.000 im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Der BA-Stellenindex (BA-X), der die Personalnachfrage in Deutschland misst, verharrte im September 2025 bei 98 Punkten, liegt damit aber 9 Punkte unter dem Vorjahresniveau.

Arbeitslosenzahl steigt im Jahresvergleich

Die aktuelle Arbeitslosenzahl sank im September um 70.000 Personen auf 2.955.000. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich entsprechend um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent. Im Vergleich zum September des Vorjahres liegt die Zahl der Arbeitslosen jedoch um 148.000 Personen höher. Die Arbeitslosenquote verzeichnete gegenüber dem Vorjahresmonat ein Plus von 0,3 Prozentpunkten.

Ein umfassenderes Bild der Lage zeichnet die Unterbeschäftigung, die neben der Arbeitslosigkeit auch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und kurzfristige Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt. Sie lag im September bei 3.582.000 Personen, ein Anstieg von 19.000 gegenüber dem Vorjahr. Saisonbereinigt sank die Unterbeschäftigung gegenüber dem Vormonat um 3.000.

Die Erwerbslosenquote, ermittelt nach dem ILO-Erwerbskonzept, belief sich im August auf 4,0 Prozent.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wächst durch ausländische Staatsangehörigkeit

Die Gesamtzahl der Erwerbstätigen (Inlandskonzept) in Deutschland sank im August 2025 saisonbereinigt um 8.000 Personen gegenüber dem Vormonat. Mit 45,95 Millionen Personen liegt sie 3.000 geringer als im Vorjahr.

Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Juli 2025 bei 34,77 Millionen Beschäftigten, ein Plus von 39.000 im Vergleich zum Vorjahr. Die BA stellte hierbei klar, dass dieser Anstieg ausschließlich auf Personen mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit zurückzuführen ist.

Die Zahl der Personen in geringfügig entlohnter Beschäftigung betrug im Juli 7,66 Millionen, ein Rückgang von 9.000 gegenüber dem Vorjahresmonat.

Anzeigen auf Kurzarbeit leicht erhöht

Zwischen dem 1. und dem 24. September wurde konjunkturelle Kurzarbeit für 36.000 Personen angezeigt. Nach vorläufigen hochgerechneten Daten wurde im Juli 2025 für 199.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Das waren 5.000 mehr als im Juli des Vorjahres.

Mehr Empfänger von Arbeitslosengeld

Hochrechnungen der BA zufolge bezogen im September 2025 1.006.000 Personen Arbeitslosengeld, was einem Zuwachs von 117.000 Personen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldberechtigten sank hingegen um 119.000 auf hochgerechnet 3.854.000 Personen. Dies entspricht 7,0 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter.


 

Quote «nicht Bayern-like»

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Bayern, Bernhard Stiedl, sagte, die weiterhin hohen Beschäftigtenzahlen dürften nicht über die aktuellen Risiken hinwegtäuschen. Es sei wichtig, die regional sehr unterschiedlichen Herausforderungen aus Strukturwandel, Fachkräftebedarf und Investitionen in Zukunftsbranchen anzugehen.

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) findet die Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent «nicht Bayern-like». Sie sei «Ausdruck der weiterhin schwierigen Lage», sagte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Es sei wichtig, die Industrie zu stärken. «Bayern ist Industrieland, ein knappes Viertel der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung wird im verarbeitenden Gewerbe erzielt.»

Ein Blick in die bayerische Arbeitsmarktstatistik zeigt, dass Schwaben mit 3,8 Prozent die niedrigste Quote unter den Bezirken hat; Mittelfranken kommt auf 4,8 Prozent und damit auf die höchste Quote. Die Agentur griff für die Statistik auf Datenmaterial zurück, das bis zum 11. September vorlag. (dpa)


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