Dürfen Arbeitnehmer Geschenke von Kunden bedenkenlos annehmen?

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Der Agentur-Kunde will ins Wellness-Hotel einladen, die Geschäftspartnerin schickt einen Restaurant-Gutschein: Dürfen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer solche Geschenke bedenkenlos annehmen? Und wie sieht es aus, wenn die Führungskraft sich als großzügig erweist?

«Geschenke des Arbeitgebers sind für den beschenkten Arbeitnehmer in der Regel unproblematisch», sagt Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin. Nur wenn die Führungskraft, die selbst nicht Inhaber der Firma ist, als Gegenleistung private Dienste während der Arbeitszeit verlangt, sollte man als Arbeitnehmer unbedingt ablehnen. Bei Aufmerksamkeiten von Kunden oder anderen Dritten sei für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hingegen immer äußerste Vorsicht geboten, so der Rechtsexperte.

Häufig finden sich dazu Regelungen im Arbeitsvertrag oder in den Compliance-Vorgaben des Unternehmens. Darin kann die Annahme von Geschenken auch grundsätzlich oder ab einem gewissen Wert verboten werden, erklärt Bredereck.

Geschenke gegenüber dem Arbeitgeber offenlegen

Häufig gebe es auch die Pflicht, dem Arbeitgeber Geschenke ab einem bestimmten Wert anzuzeigen. «Diese Pflichten sollte man als Arbeitnehmer sehr ernst nehmen, da andernfalls arbeitsrechtliche Konsequenzen bis hin zur fristlosen Kündigung drohen.»

Besonders streng sind die Regelungen dem Fachanwalt zufolge in korruptionsgefährdeten Bereichen, wie zum Beispiel dem Einkauf, im öffentlichen Dienst und bei Beamtinnen und Beamten. «Hier ist die Annahme von Geschenken häufig verboten oder zumindest nicht ratsam.»

Probleme kann es außerdem geben, sobald ein Geschenk aufgrund der Stellung eines Arbeitnehmers im Unternehmen als Gegenleistung für eine bestimmte Handlung im Dienst verstanden werden kann. «Dann steht auch eine Strafbarkeit im Raum», so Bredereck. Bei Sachgeschenken müsse üblicherweise ab einem Wert von zehn Euro mit Problemen gerechnet werden. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Krankheit kommt meist überraschend - und immer dann, wenn man sie nicht brauchen kann. Damit die Kollegen in dem Fall übernehmen können, hilft es, wenn eine Übergabe stattfindet. Aber kann der Chef einfordern, dass man die vom Krankenbett aus macht?

Die bayerischen Beherbergungsbetriebe haben im ersten Halbjahr mehr Gäste empfangen. Allerdings können nicht alle Bereiche des Tourismus profitieren - Gasthöfe und Pensionen leiden. Regional geht es vor allem für Mittelfranken nach oben.

Angesichts jahrelanger Konjunkturflaute ist die Übernahmequote von Lehrlingen nach der Ausbildung in Betrieben gesunken. Eine besonders schlechte Quote weist etwa die Landwirtschaft auf.

Unter den jüngeren Rentnerinnen und Rentnern in Deutschland steigt der Anteil der Erwerbstätigen. Besonders Selbstständige sind oft viele Stunden pro Woche aktiv.

In den USA nehmen Fälle der Magen-Darm-Erkrankung Cyclosporiasis kein Ende. Bereits Hunderte Krankenhausaufenthalte hat der Parasit verursacht. Im Verdacht steht ein unscheinbares Lebensmittel.

Die Zahl der Brauereien in Deutschland ist im Jahr 2025 auf 1.415 gesunken - ein Rückgang um 3,6 Prozent. Fast alle Bundesländer sind betroffen, Ausnahmen bilden Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.

Das OLG Hamburg hat eine Entscheidung zu anonymen Bewertungen rechtskräftig werden lassen. Arbeitgeber können unter bestimmten Voraussetzungen die Löschung einer Bewertung verlangen, wenn ein geschäftlicher Kontakt nicht überprüfbar ist.

Ab dem 27. September 2026 gelten strengere Regeln für Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Der große Tageskarte-Check zeigt, welche Formulierungen, Werbemittel und Kommunikationskanäle Hotels und Restaurants jetzt überprüfen sollten – von der Website bis zur Speisekarte. Tipps von der Tageskarte-Redaktion.

Ab dem 27. September 2026 gelten strengere Regeln gegen Greenwashing. Die neue EmpCo-Richtlinie verpflichtet Hotels, Restaurants und andere touristische Betriebe dazu, Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen konkret zu belegen – von der Website bis zur Speisekarte.

Wer in einem befristeten Arbeitsverhältnis ist, kann nicht immer einfach kündigen. Es gibt klare Richtlinien, die zu beachten sind.