Gastgewerbe steigert Umsatz im 1. Halbjahr

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Hoteliers und Gastwirte in Deutschland haben im ersten Halbjahr gute Geschäfte gemacht. Der Umsatz im Gastgewerbe stieg um 2,7 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Bereinigt um Preiserhöhungen (real) blieb ein leichtes Plus von 0,5 Prozent.

Im Juni musste die Branche, die seit geraumer Zeit von der Konsumfreude der Verbraucher profitiert, hingegen einen Dämpfer hinnehmen: Die Umsätze gingen real um 0,7 Prozent zurück. Die Erhebung der Wiesbadener Statistiker erfasst Unternehmen im Gastgewerbe mit einem Umsatz von mindestens 150 000 Euro pro Jahr.

„Deutschland als Gastgeberland ist so beliebt wie nie“, erklärt Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband). Trotz Konjunktureintrübung sei die Reise- und Ausgehfreude der Menschen noch ungebrochen. Zugleich betont Zöllick: „Die Herausforderungen und Risiken für die Branche nehmen zu. Darüber können auch die positiven Umsatzzahlen nicht hinwegtäuschen.“

Probleme bereite den Betrieben demnach vor allem das Finden von Mitarbeitern, steigende Betriebs- und Personalkosten, unfaire Wettbewerbsbedingungen, mehr Bürokratie sowie das starre Arbeitszeitgesetz. Dass der Erfolgskurs weitergehe, hänge nicht allein von der Nachfrage ab, sondern insbesondere auch von den richtigen politischen Weichenstellungen im Land, erklärte der Dehoga. Mit Blick auf die wachsenden Belastungen forderte Zöllick konsequenten Bürokratieabbau, eine Reform des lebensfremden Arbeitszeitgesetzes und gleiche Steuern für Essen. Für das Gesamtjahr 2019 bleibt der Branchenverband mit Blick auf den guten Start in die Sommersaison dennoch zuversichtlich und rechnet für das Gastgewerbe mit einem nominalen Umsatzplus von zwei Prozent.

Mit der steigenden Nachfrage stellten die Betriebe mehr ein. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Mai 2019 mit 1.103.600 erstmals auf über 1,1 Millionen. Dies bedeutet ein Plus von 2,2 Prozent bzw. 23.400 Beschäftigten gegenüber dem Vorjahresmonat. „Die neue Bestmarke bei der Beschäftigung beweist die Relevanz des Gastgewerbes als bedeutender Arbeitgeber in Deutschland“, sagt der DEHOGA-Präsident.

Die wachsende Bedeutung der Branche als Wirtschaftskraft und Jobmotor müsse sich in besseren wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen widerspiegeln. Es gelte, Belastungen abzubauen und neue zu vermeiden. Zöllick: „Insbesondere auch vor dem Hintergrund einer Konjunkturabkühlung und weiteren Unsicherheiten wie dem unklaren Brexit-Fahrplan und den weltweiten Handelskonflikten benötigen wir mehr denn je eine wirtschaftsfreundliche und mittelstandsgerechte Politik sowie mehr Anerkennung und Wertschätzung für das, was die gastgewerblichen Unternehmer mit ihren Mitarbeitern Tag für Tag hier vor Ort leisten.“

Die Branchengewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sieht den beklagten Fachkräftemangel hingegen als hausgemacht an. Nötig seien bessere Ausbildungsbedingungen und höhere Vergütungen, um die Bewerberzahlen wieder steigen zu lassen, erklärte sie jüngst. (dpa, Dehoga)


 

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