Jenseits der Städte wird es für die Thüringer immer schwieriger, eine Gaststätte zu finden. Der Trend, dass vor allem in ländlichen Regionen Gasthäuser und Kneipen sterben, sei ungebrochen, sagte der Geschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Dirk Ellinger, in Erfurt. Gründe seien zu geringe Einnahmen angesichts hoher Kosten und das Fehlen eines Nachfolgers. Bei fast einem Drittel (31 Prozent) der Betriebe stehe innerhalb der nächsten zehn Jahre eine Betriebsübergabe aus Altersgründen an.
Insgesamt sei die wirtschaftliche Lage in der Branche angespannt, der Druck verschärfe sich. «Es ist keine Trendwende in Sicht», so Ellinger. Das gelte auch für den Umsatz in der Thüringer Gastronomie. «Man hat den Eindruck, wir befinden uns in einer permanenten Ausnahmesituation», sagte Verbandspräsident Mark Kühnelt. «Wir leben davon, dass Menschen konsumbereit sind.»
Hoffnung auf mehr Inlandstouristen
Noch bestehe aber Hoffnung, dass viele Menschen wegen der angespannten internationalen Lage in Deutschland Urlaub machten. Thüringen ist dabei allerdings bisher vor allem Ziel von Kurztrips, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von Hotelgästen liegt bei 2,6 Tagen. 2025 wurden insgesamt mehr als zehn Millionen Übernachtungen gebucht.
Die Mehrwertsteuersenkung hätten die meisten Gastonomen und Hoteliers dazu genutzt, um die Preise für ihre Gerichte stabil zu halten. Insgesamt seien die Gäste sehr preissensibel, viele gingen seltener essen.
«So wie die Mehrwertsteuer gesenkt wurde, so haben sich die Kosten erhöht», sagte die Direktorin des Ahorn-Hotels in Oberhof, Jacqueline Schambach-Hummel. Das betreffe vor allem Personal-, Lebensmittel- und Energiekosten. Thomas Krauße vom Gasthaus Zum Steinbruch in Gehren bei Ilmenau nutzte die Mehrwertsteuersenkung für Speisen nach eigenen Angaben für Lohnerhöhungen und dringende Investitionen.














