Homeoffice - Arbeitsort nicht heimlich verlegen

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Homeoffice gehört für manche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mittlerweile zum Arbeitsalltag. Doch das Arbeiten in den eigenen vier Wänden kann auch eintönig werden. Den Arbeitsplatz dann ins Café zu verlegen, in eine Ferienwohnung am Meer oder gar ins Ausland, mag verlockend klingen. Bedeutet Homeoffice eigentlich, dass man tatsächlich in der eigenen Wohnung arbeiten muss?

Das hängt von den entsprechenden Regelungen beim Arbeitgeber ab. «Homeoffice bedeutet zunächst einmal, dass die Arbeit in der Wohnung des Arbeitnehmers zu erledigen ist», sagt der Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck. «Wenn der Arbeitnehmer tendenziell eher frei bei der Wahl des Arbeitsortes sein soll, bezeichnet man dies regelmäßig als mobile Arbeit.»

Gesetzlich definiert sind beide Begriffe allerdings nicht. In der Praxis herrsche deshalb «ziemlicher Wildwuchs», so Bredereck. Fehlen konkrete Regelungen im Unternehmen, rät er Arbeitnehmern, die ins Homeoffice geschickt werden, in jedem Fall von zu Hause aus zu arbeiten - also tatsächlich an der Adresse, die dem Arbeitgeber bekannt ist. «Wer das nicht will, sollte sich für andere Orte eine ausdrückliche und nachweisbare Genehmigung des Chefs besorgen», so Bredereck.

Arbeitsort nicht heimlich verlegen

Diese braucht auch, wer seinen Arbeitsort vorübergehend ins Ausland verlegen will. Hier sollte man zudem bedenken, dass neben Fragen der Verfügbarkeit, der Erreichbarkeit und des Datenschutzes auch versicherungsrechtliche und steuerrechtliche Probleme entstehen könnten, sagt Bredereck.

Den eigenen Arbeitsort heimlich zu verändern, ist in jedem Fall keine gute Idee. Wer das tut, gefährdet seinen Arbeitsplatz. Und das Risiko aufzufliegen, ist nicht gering. «Was ist, wenn der Chef zu einer kurzfristig anberaumten Teambesprechung lädt?», so der Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Einen durchsetzbaren Anspruch auf einen anderen Arbeitsort als den Sitz des Arbeitgebers wie auch auf Homeoffice habe man grundsätzlich nur, wenn und insoweit das im Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung konkret geregelt ist.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Überstunden gehören für viele Beschäftigte zum Arbeitsalltag. Doch Arbeitgeber dürfen Mehrarbeit nur unter bestimmten Voraussetzungen verlangen. Was bei Anordnung, Vergütung, Dokumentation und Arbeitszeit gilt.

Wer im Job neues Wissen oder neue Fähigkeiten benötigt, bekommt oft eine Fortbildung dafür. Findet diese auch während der Arbeitszeit statt, liegt es nahe, dass der Arbeitgeber die Kosten dafür trägt. Doch ist das wirklich so?

Fast jeder zweite Selbstständige in Europa verzichtet auf Lohn, um unabhängig zu bleiben. Was steckt hinter dem Stolz, auf Kredite zu verzichten – und welche Ängste spielen eine Rolle?

Ein Krankenschein hat einen hohen Beweiswert. Um den zu erschüttern, braucht ein Arbeitgeber deutliche Indizien. Das zeigt einmal mehr ein Urteil des Arbeitsgerichts Nordhausen, auf den die Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hinweist.

So viele Insolvenzen gab es im ersten Halbjahr seit mehr als zehn Jahren nicht. Creditreform warnt: Noch hat die Pleitewelle ihren Scheitelpunkt nicht erreicht. Die Liste der Probleme ist lang.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass bargeldloses Bezahlen im Urlaub einen neuen Höchststand erreicht hat. Vor allem jüngere Reisende nutzen Kreditkarten und Smartphones, während bei der Generation über 50 Jahre Bargeld weiterhin knapp dominiert.

Eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes zeigt, dass sich 21 Prozent der deutschen Bevölkerung im Jahr 2025 keinen einwöchigen Urlaub leisten konnten. Besonders betroffen waren einkommensschwache Haushalte sowie Alleinerziehende.

Das Gastgewerbe hat sich im Mai 2026 besser entwickelt als andere Branchen des deutschen Mittelstands. Der DATEV-Mittelstandsindex weist sowohl bei den Umsätzen als auch bei den Löhnen die stärksten Zuwächse unter den untersuchten Wirtschaftszweigen aus.

Eine Umfrage zeigt, dass 73 Prozent der Arbeitnehmer in Österreich im Urlaub erreichbar bleiben. Besonders Führungskräfte sind während der freien Tage häufig digital oder telefonisch für den Betrieb verfügbar, was von vielen als Belastung empfunden wird.

Viele Menschen in Deutschland sparen – vor allem bei Kleidung sowie beim Besuch von Restaurants, Cafés und Bars. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Instituts Kantar im Auftrag des Preisvergleichsportals Idealo.