Hotelverband legt Leitfäden gegen Shitstorms und Social-Media-Krisen vor

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Negative Bewertungen, virale Videos oder öffentliche Konflikte können für Hotels innerhalb weniger Stunden zu einem erheblichen Reputationsrisiko werden. Der Hotelverband Deutschland (IHA) hat deshalb ein Krisenhandbuch für den Umgang mit Social-Media-Krisen sowie eine Social-Media-Charta für Mitarbeitende veröffentlicht. Die Handreichungen sollen Hotelbetriebe dabei unterstützen, digitale Krisensituationen professionell zu bewältigen und klare Regeln für die Kommunikation in sozialen Netzwerken zu etablieren.

Nach Angaben des Verbandes reagieren die neuen Unterlagen auf die wachsende Bedeutung sozialer Medien für Marketing, Gästekommunikation und Markenaufbau. Gleichzeitig steige das Risiko, dass Cyberangriffe, negative Bewertungen, Pannen oder öffentliche Konflikte zwischen Mitarbeitenden und Gästen innerhalb kürzester Zeit zu Reputationsschäden führen.

„Social Media gehört heute selbstverständlich zum Hotelalltag. Umso wichtiger ist es, auf digitale Krisensituationen außerhalb des Tagesgeschäfts vorbereitet zu sein und zugleich klare Leitlinien für den verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Medien zu schaffen. Mit den beiden neuen Handreichungen bieten wir unseren Mitgliedern einen echten Mehrwert für die digitale Praxis“, erklärt Otto Lindner, Vorsitzender des Hotelverbandes Deutschland (IHA).

Das Angebot umfasst zwei Publikationen. Die Social Media-Charta für Mitarbeitende richtet sich an Beschäftigte von Hotelbetrieben, die sich privat oder beruflich in sozialen Netzwerken zu Themen äußern, die einen Bezug zu ihrem Arbeitgeber oder zur Branche haben. Sie soll Orientierung für einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Medien geben und Betriebe bei der Entwicklung eigener Regeln unterstützen.

Ergänzt wird die Charta durch das Krisenhandbuch „Social Media für die Hotellerie“. Darin beschreibt der Verband typische Ursachen und Abläufe von Social-Media-Krisen und Shitstorms und gibt Empfehlungen, wie sich Hotels organisatorisch und kommunikativ darauf vorbereiten können. Behandelt werden unter anderem die Krisenkommunikation auf Plattformen wie LinkedIn, Instagram und X, Formulierungshilfen für Stellungnahmen sowie Hinweise zum Umgang mit problematischen oder rechtswidrigen Beiträgen.

Nach Angaben der IHA sollen die Handreichungen dazu beitragen, interne Abläufe für den Krisenfall vorzubereiten, Eskalationen frühzeitig einzudämmen und langfristige Reputationsschäden zu vermeiden. Der Verband empfiehlt seinen Mitgliedsbetrieben, die Dokumente in bestehende Kommunikations- und Krisenmanagementprozesse zu integrieren und als Grundlage für unternehmensindividuelle Social-Media-Richtlinien zu nutzen.

Die beiden Handreichungen stehen Mitgliedern des Hotelverbandes Deutschland kostenfrei im Extranet zur Verfügung. Nichtmitglieder können sie über den IHA-Shop erwerben. An der Erarbeitung der Dokumente wirkte nach Angaben des Verbandes insbesondere IHA-Vorstandsmitglied Anne Wahl-Pozeg (Accor) mit.

Keywords: Hotelverband Deutschland, IHA, Social Media, Shitstorm, Krisenkommunikation, Social Media-Charta, Hotellerie, Reputationsmanagement, Social Media-Krisen, Hotelmarketing

Zurück

Vielleicht auch interessant

Kopfschmerzen, Erschöpfung, Erkältung: Viele erleben Krankheitssymptome ausgerechnet kurz nach dem Urlaubsstart. Was dahintersteckt und wie sich Leisure Sickness vermeiden lässt.

Eine digitale Karte zeigt, wo sich aktuell Schatten befindet und wie sich dieser im Tagesverlauf verändert. Die Anwendung kann unter anderem bei der Planung von Restaurantbesuchen, Ausflügen und Stadtbesichtigungen an heißen Tagen helfen.

Während Branche und Politik über die Zukunft der Minijobs diskutiert, zeigen aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, welche Bedeutung die geringfügige Beschäftigung für das Gastgewerbe hat. Im April 2026 lag die Zahl der Minijobber in der Branche 7,6 Prozent über dem Vorkrisenniveau von 2019.

Das Angebot trockener Weine aus deutschen Kellern nimmt weiter zu. Wie das Deutsche Weininstitut mitteilt, wurden im vergangenen Jahr 53 Prozent aller deutschen Qualitäts- und Prädikatsweine in der trockenen Geschmacksrichtung angeboten.

Die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland ist im zweiten Quartal 2026 auf den höchsten Stand seit 21 Jahren gestiegen. Das IWH registriert neue Höchstwerte in zahlreichen Branchen – darunter auch im Gastgewerbe.

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist im zweiten Quartal weiter gestiegen und hat den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren erreicht. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Eine Umfrage der Meininger Hotels beleuchtet die Sicherheitsbedenken alleinreisender Frauen. Während deutsche Urlauberinnen im Ländervergleich am häufigsten solo verreisen, bleibt die Sorge vor unsicheren Situationen in der Nacht im öffentlichen Raum die größte Barriere.

Mehr als die Hälfte der Deutschen ist gegen die von der Koalition geplante Ausweitung der sachgrundlosen Befristung bei Einstellungen. In einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur lehnen die Reform insgesamt 54 Prozent ab, 26 Prozent befürworten sie.

Eine Umfrage belegt, dass jeder dritte Deutsche nur unzureichende Kenntnisse über Gebühren bei Auslandszahlungen besitzt. Besonders ältere Personen und Verbraucher mit geringerem Einkommen zeigen sich verunsichert.

Überstunden gehören für viele Beschäftigte zum Arbeitsalltag. Doch Arbeitgeber dürfen Mehrarbeit nur unter bestimmten Voraussetzungen verlangen. Was bei Anordnung, Vergütung, Dokumentation und Arbeitszeit gilt.