Künstliche Intelligenz entlastet Gastgewerbe: Tipps und Praxisbeispiele

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Künstliche Intelligenz (KI) hält zunehmend Einzug in Hotellerie und Gastronomie. Laut einem Blog-Post der DEHOGA Beratung kann der gezielte Einsatz von KI Arbeitsabläufe effizienter gestalten, die Teams entlasten und die Gästezufriedenheit steigern. Die Technologie bringe jedoch auch Herausforderungen mit sich, darunter Fragen des Datenschutzes, der Qualitätssicherung und technischer Abhängigkeiten, die es zu managen gelte.


Direkt zum Blog-Post der DEHOGA-Beratung mit Praxisbeispielen: So nutzen Gastronomen und Hoteliers Künstliche Intelligenz richtig


Automatisierte Abläufe in Kommunikation und Organisation

Ein zentrales Anwendungsfeld der KI ist die Entlastung des Personals durch Automatisierung wiederkehrender Aufgaben.

Im Bereich der Gästekommunikation können KI-gestützte Chatbots häufig gestellte Fragen zu Anreise, Öffnungs- oder Frühstückszeiten rund um die Uhr beantworten. Besonders bei der Betreuung internationaler Gäste erweist sich die automatische Mehrsprachigkeit als vorteilhaft. Zudem lassen sich Reservierungsbestätigungen oder Begrüßungstexte schnell und fehlerfrei erstellen. Ein Praxisbeispiel zeigt, wie ein Hotel in Baden-Württemberg einen KI-Chatbot auf der Website nutzt, um Gäste sofort über Parkmöglichkeiten, Frühstücks- oder Wellnesszeiten zu informieren und so die ständige Erreichbarkeit des Teams zu reduzieren.

Auch in der internen Organisation kann KI zur Strukturierung beitragen. Systeme sind in der Lage, Dienstpläne oder Reinigungsprotokolle schneller und präziser zu erstellen. Sie berücksichtigen dabei Faktoren wie die aktuelle Buchungslage, die Personalverfügbarkeit und rechtliche Vorgaben, um passende Schichtpläne oder To-do-Listen vorzuschlagen. So nutzt ein Restaurant KI, um wöchentliche Reinigungspläne zu erstellen, die inklusive Prioritäten und Zeitvorgaben automatisch an das Team gesendet werden, was Abstimmungszeit spart und die Abläufe reibungslos gestaltet.

Gezieltes Marketing und datengestützte Prognosen

Die digitale Präsenz von Betrieben profitiert ebenfalls vom Einsatz künstlicher Intelligenz.

Marketing und die Pflege der Online-Präsenz sind zeitintensive Bereiche, in denen KI unterstützend wirkt. Die Technologie liefert kreative Ideen für Social-Media-Posts, hilft bei der Textformulierung oder beim professionellen Verfassen von Antworten auf Gästebewertungen. Dadurch wird sichergestellt, dass der Betrieb kontinuierlich sichtbar bleibt, ohne dass die digitale Pflege zur Belastung wird. Ein Café nutzt KI zur Planung abwechslungsreicher Instagram-Posts, etwa zu saisonalen Rezeptideen oder Gewinnspielen, wodurch das Team Zeit spart und trotzdem authentisch präsent ist.

Darüber hinaus ermöglicht KI eine tiefgreifende Datenanalyse und die Ableitung von Prognosen. Durch die Auswertung von Buchungs- und Verkaufsdaten können Muster erkannt werden, was eine gezieltere Steuerung von Angeboten, eine bessere Planung saisonaler Schwankungen und eine präzisere Anpassung des Personalbedarfs ermöglicht. Ein Hotel analysiert beispielsweise mithilfe von KI die Buchungshistorie und stellt fest, dass sich bestimmte Arrangements im Herbst besonders gut verkaufen. Durch gezielte Werbung kann die Nachfrage und damit der Umsatz gesteigert werden.

Herausforderungen und Risiken beim KI-Einsatz

Trotz der Vorteile bringt die Einführung von KI im Gastgewerbe spezifische Herausforderungen mit sich, die Betriebe aktiv managen müssen:

Datenschutz und Haftung: Es wird darauf hingewiesen, keine personenbezogenen Daten in Systeme einzugeben, die außerhalb der EU betrieben werden. Hoteliers und Gastronomen sollten auf DSGVO-konforme Anbieter achten und vorab klären, wer bei Fehlern oder unpassenden KI-generierten Inhalten die Haftung trägt.

Qualität und Transparenz: KI liefert in erster Linie Vorschläge, weshalb Texte, Bilder und Daten stets kritisch geprüft werden müssen. Aufgrund der Tendenz vieler Systeme, intransparent zu arbeiten („Black Box“), sollten nachvollziehbare Lösungen bevorzugt und alle KI-gestützten Entscheidungen dokumentiert werden.

Bias und Fairness: Das Risiko besteht, dass KI unbeabsichtigt diskriminierende Muster aus den Trainingsdaten übernimmt. Daher sind faire Datengrundlagen und die regelmäßige Überprüfung der Ergebnisse essenziell.

Kosten und technische Risiken: Die Implementierung neuer Systeme kann mit Zeit und Kosten verbunden sein. Eine sorgfältige Planung, die Prüfung möglicher Fördermöglichkeiten sowie die Vorsorge durch Backup-Lösungen bei Systemausfällen sind ratsam.

Akzeptanz im Team: Um die Technologie als Unterstützung und nicht als empfundene Belastung zu erachten, ist es notwendig, die Mitarbeitenden frühzeitig einzubinden, den Nutzen zu erklären und entsprechende Schulungen anzubieten.

KI als Werkzeug für mehr Gastfreundschaft

Künstliche Intelligenz kann Prozesse im Gastgewerbe vereinfachen – von der Gästekommunikation bis zur Personaleinsatzplanung. Der Schlüssel liegt in der gezielten Nutzung der Chancen und dem verantwortungsvollen Management der Risiken. KI ersetzt demnach nicht die Gastfreundschaft, sondern schafft Zeit und Raum dafür. Betriebe, die die Technologie klug integrieren, können Effizienz und einen Wettbewerbsvorteil gewinnen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die deutsche Tourismusbranche vermeldet für das Jahr 2025 einen neuen Übernachtungsrekord von 497,5 Millionen Gästen. Während die Hotellerie leichte Einbußen verzeichnete, boomte insbesondere das Camping-Segment.

Die Vergütungen für angehende Fachkräfte im Gastgewerbe steigen: Mit durchschnittlich 1.229 Euro liegen die dreijährigen Ausbildungsberufe der Branche über dem Gesamtschnitt aller dualen Berufe von 1.209 Euro. Eine Auswertung des DEHOGA beleuchtet zudem die Unterschiede zwischen Handwerk, öffentlichem Dienst und tarifgebundenen Betrieben.

Warnstreiks im öffentlichen Dienst können berufstätige Eltern und Pendler vor Probleme stellen. Wer zu spät kommt, riskiert mehr als nur Ärger. Warum frühzeitige Absprachen wichtig sind.

Kaffee gehört zu den beliebtesten Getränken in Deutschland. Nur mit Blick auf die Gesundheit ist sein Ruf nicht immer der Beste. Was stimmt im Hinblick auf Koffein - und was nicht?

Aktuelle Daten des YouGov Shopper Panels belegen ein deutliches Wachstum im Bio-Sektor für das Jahr 2025. Trotz allgemeiner Preissensibilität steigen Umsatz und Absatz, wobei die Kaufmotive je nach sozialem Milieu stark variieren.

Während in vielen deutschen Großstädten die Ausgaben für Alkohol im Januar deutlich zurückgehen, zeigt München eine andere Tendenz: In der bayerischen Landeshauptstadt stiegen die Warenkorbwerte im Alkoholfachhandel um über 15 Prozent an. In der Gastronomie sank der Durst nur minimal.

Immer weniger Menschen in Deutschland können sich vorstellen, ihren Job zu wechseln. Gerade in den jüngeren Generationen hat die Bereitschaft zum Jobwechsel in den vergangenen Jahren abgenommen.

Immer weniger Menschen in Deutschland können sich vorstellen, ihren Job zu wechseln. Das hat eine neue Forsa-Umfrage im Auftrag des Karrierenetzwerks Xing ergeben. Zwei Drittel der Befragten gaben demnach an, offen dafür zu sein, den aktuellen Arbeitgeber zu verlassen. Das seien so wenig wie seit fünf Jahren nicht mehr. 

Deutschland verzeichnet im EU-Vergleich den höchsten Anteil an Erwerbstätigen in der Altersgruppe von 55 bis 64 Jahren. Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes verdeutlichen den demografischen Wandel am Arbeitsmarkt.

Per WhatsApp oder Signal lässt sich viel erledigen - eine Kündigung gehört nicht dazu. Die Kündigung eines Arbeitsvertrags per Nachricht einer Messenger-App ist rechtlich nicht wirksam. Darauf weist die Schleswig-Holsteinische Rechtsanwaltskammer hin.