Mecklenburg-Vorpommerns Gastgewerbe meldet weniger Umsatz

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Die befragten Gastgewerbebetriebe in Mecklenburg-Vorpommern melden für Januar bis September 2026 sinkende Umsätze und geringere Gästeausgaben. In seiner Pressemitteilung zur Saisonbilanz beziffert der Dehoga Mecklenburg-Vorpommern den Rückgang des nominalen Nettoumsatzes auf durchschnittlich 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die amtliche Tourismusstatistik weist für Januar bis Juli 2026 dagegen mehr Gäste und Übernachtungen aus, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Für diese ersten sieben Monate habe das Statistische Amt des Landes 4,8 Millionen Gäste und 18,9 Millionen Übernachtungen registriert, erklärte Tourismusminister Wolfgang Blank nach dem dpa-Bericht. Dies sei das zweitbeste Ergebnis seit 1990. Gegenüber Januar bis Juli 2025 habe die Zahl der Gästeankünfte um 4,3 Prozent, die der Übernachtungen um 1,6 Prozent zugenommen. Bundesweit seien die Übernachtungen im selben Zeitraum um 0,8 Prozent gestiegen.

Viele Gäste bedeuteten allerdings nicht zwangsläufig ein gutes Geschäft, erklärte Dehoga-Präsident Lars Schwarz bei der Präsentation der Sommerbilanz 2026, berichtet dpa. Die Hauptsaison sei beim Gästeaufkommen solide gewesen, doch die Besucher gäben weniger Geld in Restaurants, für Dienstleistungen und in Geschäften aus. Blank verwies ebenfalls auf steigende Kosten für die Betriebe und zurückhaltendere Gästeausgaben.

Betriebe beobachten geringere Gästeausgaben und melden Rückgänge im Sommergeschäft

Die Dehoga-Pressemitteilung enthält dazu weitere Umfrageergebnisse: 84,7 Prozent der befragten Betriebe stellten fest, dass ihre Gäste 2026 weniger ausgäben als im Vorjahr. Etwas geringere Ausgaben beobachteten 51,6 Prozent, deutlich geringere Ausgaben weitere 33,1 Prozent. Nur vier Prozent berichteten von höheren Gästeausgaben.

Die Umsätze im Sommergeschäft hätten bei 37,4 Prozent der Betriebe unter dem Vorjahresniveau gelegen. Weitere 38,2 Prozent hätten eine gleichbleibende Umsatzentwicklung verzeichnet. Schwarz erklärt in der Pressemitteilung, das Gastgewerbe steuere auf das siebte Verlustjahr in Folge zu.

Bei Teilnehmerzahl und Umsatzrückgang unterscheiden sich die Angaben der Quellen: Die Dehoga-Pressemitteilung nennt 134 teilnehmende Mitgliedsbetriebe und einen Rückgang von 2,5 Prozent. Der dpa-Bericht nennt unter Berufung auf Schwarz 260 Unternehmen und ein Umsatzminus von 2,6 Prozent.

Fast die Hälfte beurteilt die Aussichten im Schlussquartal skeptisch

Für das vierte Quartal 2026 bewerteten 16,1 Prozent der Befragten ihre wirtschaftlichen Aussichten als gut oder sehr gut, berichtet der Dehoga. Davon entfielen 14,5 Prozent auf gut und 1,6 Prozent auf sehr gut.

Demgegenüber bezeichneten 49,2 Prozent ihre Aussichten als eher schlecht oder sehr schlecht. Die Pressemitteilung weist dafür Anteile von 41,1 beziehungsweise 8,1 Prozent aus. Weitere 34,7 Prozent bewerteten die Aussichten als befriedigend.

Eine Gefährdung der Betriebsfortführung innerhalb der auf die Umfrage folgenden zwölf Monate hielten 37,1 Prozent zumindest für möglich. Darin enthalten seien 11,3 Prozent, die ihren Betrieb bereits als akut gefährdet einstuften. Für weitere 2,4 Prozent sei die Entwicklung noch nicht abzusehen. Dehoga-Hauptgeschäftsführer Matthias Dettmann fordert angesichts dieser Angaben und der geringeren Gästeausgaben politische Maßnahmen.

Betriebe erwarten höhere Preise und rechnen mit weniger Personal

Als größte Herausforderungen nannten die Befragten nach der Dehoga-Pressemitteilung steigende Personalkosten mit 86 Prozent, höhere Energiekosten mit 76,9 Prozent und steigende Warenkosten mit 64,5 Prozent. Für 57 Prozent stelle die Bürokratiebelastung ein wesentliches Problem dar. Gewinnrückgänge nannten 53,7 Prozent.

Durch die in beiden Quellen genannte Anhebung des Mindestlohns auf 14,60 Euro ab Januar 2027 erwarteten 52,9 Prozent höhere Preise. Die Pressemitteilung ergänzt, dass 43 Prozent mit einer Reduzierung ihres Mitarbeiterstamms beziehungsweise einem Stellenabbau rechneten. Einschränkungen der Öffnungszeiten erwarteten 26,4 Prozent. Bei der nächsten Mindestlohnentscheidung sprächen sich 66,1 Prozent gegen eine weitere Anhebung aus.

Schwarz fordert den Erhalt der Minijobs, eine Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit und den Abbau von Bürokratie. In der Pressemitteilung verlangt er außerdem mehr Netto vom Brutto, um den Gästen zusätzlichen Spielraum für Konsum und Ausgaben zu geben.

Tourismusvertreter wollen zusätzliche Gäste gewinnen und die Erreichbarkeit verbessern

Um neue Besuchergruppen zu erschließen, habe Blank insbesondere internationale Gäste im Blick, berichtet dpa. Nach Angaben der MV Tourismus GmbH, die sich auf das Statistikamt beruft, seien von Januar bis Juli 2026 5,5 Prozent mehr internationale Besucher nach Mecklenburg-Vorpommern gekommen als im Vorjahreszeitraum. Ihre Übernachtungen seien jedoch um 3,1 Prozent zurückgegangen. Auf internationale Gäste entfielen 561.000 der insgesamt 18,9 Millionen Übernachtungen.

Schwarz sehe größere Wachstumspotenziale bei Urlaubern aus Westdeutschland. Nach der Landtagswahl vom 20. September 2026, aus der die AfD als Wahlsieger hervorgegangen sei, halte er zudem Imagepflege für erforderlich. Peter Kranz von der MV Tourismus GmbH berichtete laut dpa, vereinzelt hätten Urlauber erklärt, nicht mehr nach Mecklenburg-Vorpommern reisen zu wollen.

Kranz fordere außerdem Impulse für Infrastruktur und Erreichbarkeit, insbesondere mit der Bahn. In Märkten wie Österreich, der Schweiz und Schweden werde nach Anreisemöglichkeiten ohne Auto oder Caravan gefragt. Blank sehe weiteres Potenzial im ländlichen Raum und wolle mehr wetterunabhängige Angebote schaffen.

Usedom meldet gute Herbstbuchungen und verweist auf freie Unterkünfte

Für den Herbstferienzeitraum im Oktober 2025 nannte Kranz gegenüber dpa mehr als 700.000 Gästeankünfte und rund 2,8 Millionen Übernachtungen. Innerhalb von zehn Jahren seien die Ankünfte im Oktober um rund elf Prozent und die Übernachtungen um rund zehn Prozent gestiegen. Als Angebote für den Herbst verwies er unter anderem auf die Kranichrast, das Usedomer Musikfestival und den „Schlösserherbst“.

Auf Usedom sei die Buchungslage für die Herbstferien „gut bis sehr gut“, erklärte Karina Schulz, Pressesprecherin der Usedom Tourismus GmbH, laut dpa. Zu den Angeboten zählten Familienwochen am Meer, Drachenfestivals, Wildwochen und das Spukfestival. Freie Kapazitäten gebe es weiterhin in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen.Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

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