Medianlohn steigt 2025 auf 54.066 Euro – Gastgewerbe mit niedrigem Verdienstniveau

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Der mittlere Bruttojahresverdienst von Vollzeitbeschäftigten in Deutschland hat im Jahr 2025 bei 54.066 Euro gelegen. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) in einer Pressemitteilung mit. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 1.907 Euro.

Der Median beschreibt laut Destatis den Wert, bei dem jeweils die Hälfte der Beschäftigten mehr beziehungsweise weniger verdient. Damit lag die Hälfte der Vollzeitbeschäftigten 2025 über oder genau bei diesem Betrag, die andere Hälfte darunter.

Unterschiede zwischen oberen und unteren Einkommensgruppen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erzielten die oberen zehn Prozent der Vollzeitbeschäftigten im Jahr 2025 einen Bruttojahresverdienst von 100.719 Euro oder mehr. Die unteren zehn Prozent lagen bei 33.828 Euro oder weniger. Das oberste Prozent erreichte einen Bruttojahresverdienst von 219.110 Euro oder mehr.

Der durchschnittliche Bruttojahresverdienst aller Vollzeitbeschäftigten, berechnet als arithmetisches Mittel, lag laut Destatis bei 64.441 Euro, nach 62.235 Euro im Vorjahr. Der Abstand zwischen Durchschnitt und Median zeigt nach Angaben der Behörde, dass hohe Einkommen den Durchschnittswert beeinflussen.

Einordnung innerhalb der Einkommensverteilung

Die Verdienstverteilung ermöglicht laut Destatis auch Aussagen darüber, wie viele Beschäftigte über bestimmten Einkommensgrenzen liegen. So verdienten im Jahr 2025 rund 70 Prozent der Vollzeitbeschäftigten mindestens 44.215 Euro brutto. Ein Jahreseinkommen von etwa 44.000 Euro entsprach damit den unteren 30 Prozent der Verteilung. Wer rund 80.000 Euro verdiente, gehörte zu den oberen 20 Prozent.

Regionale Unterschiede zwischen Ost und West

Zwischen Ost- und Westdeutschland bestehen weiterhin Unterschiede beim mittleren Einkommen. Wie Destatis mitteilt, lag der Medianverdienst in den östlichen Bundesländern ohne Berlin bei 46.013 Euro, während er in den westlichen Bundesländern 55.435 Euro betrug. Der Unterschied belief sich damit auf 9.422 Euro.

Branchenvergleich: Gastgewerbe mit niedrigerem Medianverdienst

Auch zwischen den Wirtschaftsbereichen zeigen sich laut Destatis Unterschiede. Den höchsten Medianverdienst verzeichnete 2025 die Energieversorgung mit 77.522 Euro, gefolgt von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit 76.594 Euro.

Im Vergleich dazu lagen die Medianverdienste im Gastgewerbe sowie in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei deutlich niedriger. Im Gastgewerbe betrug der mittlere Bruttojahresverdienst 35.545 Euro, in der Land- und Forstwirtschaft 35.689 Euro.

Datengrundlage und Methodik

Die Angaben basieren auf der Verdiensterhebung 2025 und beziehen sich laut Destatis auf das gesamte Jahr. Berücksichtigt wurden steuerpflichtige Sonderzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. In die Analyse flossen ausschließlich Vollzeitbeschäftigte ein, deren Beschäftigungsverhältnis mindestens sieben Monate im Berichtsjahr bestand. Teiljahresverdienste wurden auf zwölf Monate hochgerechnet.

Das Statistische Bundesamt weist darauf hin, dass neben dem Median auch das arithmetische Mittel als Durchschnittswert dargestellt wird. Während das arithmetische Mittel den Durchschnitt aller Werte beschreibt, teilt der Median die Verteilung in zwei gleich große Hälften.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Deutschland verzeichnet im EU-Vergleich den höchsten Anteil an Erwerbstätigen in der Altersgruppe von 55 bis 64 Jahren. Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes verdeutlichen den demografischen Wandel am Arbeitsmarkt.

Per WhatsApp oder Signal lässt sich viel erledigen - eine Kündigung gehört nicht dazu. Die Kündigung eines Arbeitsvertrags per Nachricht einer Messenger-App ist rechtlich nicht wirksam. Darauf weist die Schleswig-Holsteinische Rechtsanwaltskammer hin. 

Der DEHOGA Baden-Württemberg hat eine dringende Warnung an seine Mitgliedsbetriebe herausgegeben. Hintergrund ist eine aktuelle Betrugsmasche, bei der digitale Rechnungen gezielt abgefangen und manipuliert werden. Die Täter verändern dabei die hinterlegten Bankdaten, um Zahlungen auf ausländische Konten umzuleiten.

Während Krankheit und Urlaub scheint der Job oft weit weg. Flattert aus dem Nichts die Kündigung ein, ist der Schreck groß. Doch darf der Arbeitgeber in der Situation überhaupt eine Kündigung aussprechen oder sind Arbeitnehmer in dieser Zeit geschützt?

Die private Nutzung eines Dienstwagens muss man regelmäßig versteuern. Dafür gibt es zwei verschiedene Methoden. Zwei Expertinnen zeigen, welche das sind und wo jeweils die Vor- und Nachteile liegen.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland hat im Januar die Schwelle von drei Millionen übertroffen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Januar 3,085 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet - 92.000 mehr als im Januar 2025.

Eine aktuelle Erhebung zeigt die Reisetrends für 2026: Die Deutschen planen frühzeitig, buchen bevorzugt selbst und setzen dabei verstärkt auf digitale All-in-One-Plattformen.

In vielen Branchen und Betrieben geht es längst nicht mehr ohne ausländische Fachkräfte. Die dahinterliegenden Zahlen zeigen klare Trends.

Sind Beschäftigte in Deutschland zu oft krank? Eine neue Studie stützt Kritiker. Die großen Arbeitsausfälle haben demnach erhebliche Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft.

Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer enttäuscht im Januar. Am Bau hellte sich die Stimmung der Unternehmen auf. Den Trend sieht das Ifo auch im Handel. Im Dienstleistungssektor und im Tourismus trübte sich das Geschäftsklima hingegen ein.