Mehrheit der Azubis mit Ausbildung zufrieden

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Fast drei von vier Auszubildenden in Deutschland sind mit ihrer Ausbildung zufrieden - allerdings gibt es bei der Qualität große Unterschiede. Das ist das Ergebnis eines am Mittwoch in Berlin vorgestellten Ausbildungsreports des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB).

«Auffällig ist dabei, dass anscheinend die Begeisterung vieler Auszubildender im Laufe der Ausbildung abnimmt», heißt es in dem Report. Der Umfrage zufolge sind insgesamt 73,3 Prozent der Azubis mit ihrer Ausbildung zufrieden - das sind zwei Prozentpunkte mehr als bei einer Vorgänger-Untersuchung von 2020 und der höchste Wert seit 2009. Im dritten Lehrjahr gaben aber nur noch 54,4 Prozent der Befragten an, die Ausbildung in ihrem Betrieb weiterzuempfehlen.

Mehrarbeit gehört laut dem Report für etwa ein Drittel der Auszubildenden zum Alltag. Der Anteil der Befragten, die regelmäßig Überstunden leisten, ist dabei leicht auf 32,8 Prozent gesunken. Eine deutliche Verbesserung erkennen die Studienautoren bei minderjährigen Auszubildenden, die regelmäßig mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten müssen: Ihr Anteil sank um fast vier Prozentpunkte auf 6,6 Prozent.

Leicht gesunken ist auch der Anteil der Azubis, die im Betrieb immer oder häufig ausbildungsfremde Tätigkeiten leisten zu müssen - auf 11 Prozent. Allerdings stellt der DGB-Report hierzu fest: «Die längerfristige Beobachtung ergibt, dass hier in den zurückliegenden Jahren keine grundlegenden Verbesserungen festzustellen sind.»

Mehr als 91 Prozent der Auszubildenden haben eine feste Ausbilderin oder einen Ausbilder. Bei 11,6 Prozent dieser Auszubildenden ist der Ausbilder aber selten bis nie präsent.

Schlecht schnitt die schulische Berufsorientierung ab. Mehr als 72 Prozent der Befragten gaben an, dass ihnen an der Schule kaum bei der Berufswahl geholfen wurde. Rund 29 Prozent der Befragten haben die Berufsberatung der Agentur für Arbeit genutzt.

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack wies darauf hin, das vergangenes Jahr nicht einmal 70 Prozent aller bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Jugendlichen einen Ausbildungsplatz bekommen hätten. «Nicht einmal mehr jedes fünfte Unternehmen bildet hierzulande noch aus.» Über 220 000 Jugendliche steckten jedes Jahr in Maßnahmen zwischen Schule und Ausbildung fest. Hannack forderte die Regierung auf, die angekündigte Ausbildungsgarantie einzuführen. DGB-Bundesjugendsekretär Kristof Becker sagte: «Wer Fachkräfte will, muss gut ausbilden.»

In ihrem Koalitionsvertrag hatten SPD, Grüne und FDP angekündigt: «Wir wollen eine Ausbildungsgarantie, die allen Jugendlichen einen Zugang zu einer vollqualifizierenden Berufsausbildung ermöglicht.» Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Steffen Kampeter, hatte sich kürzlich gegen eine solche Garantie gewandt. «Wir brauchen keine Staatsgarantie für Auszubildende - wir brauchen Auszubildende», hatte er der «Süddeutschen Zeitung» gesagt. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Weinlese in Deutschland hat 2026 nach Einschätzung des Deutschen Weininstituts so früh begonnen wie noch nie seit Beginn der regelmäßigen Erfassung. Die Trauben seien zwar kleiner als üblich, dafür gesund und vielversprechend. Die Ernte könnte bereits im September abgeschlossen sein.

Wenn es ums Schlafengehen geht, sind die Deutschen wahre Meister der guten Vorsätze. Die Realität sieht jedoch oft anders aus. Die aktuelle Premier Inn Schlafstudie zeigt, wie es um die nächtlichen Gewohnheiten der Deutschen wirklich steht.

Das Landesarbeitsgericht Hamm sieht in einer Online-Krankschreibung ohne Arztgespräch einen gravierenden Vertrauensbruch. Welche Folgen das für Arbeitnehmer haben kann.

Das Statistische Bundesamt meldet für das zweite Quartal 2026 ein Reallohnplus von 1,5 Prozent. Während Geringverdienende und Auszubildende starke Zuwächse verzeichnen, gibt es branchenspezifische Unterschiede.

Süßwein gilt vielen als altmodisch und landet meist erst zum Dessert im Glas. Dabei passt er überraschend gut zu Käse, scharfen Gerichten oder moderner Küche. Sommeliers erklären, warum sich ein neuer Blick auf Eiswein, Tokaj und Co. lohnt.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im August weiter vom Einbruch infolge des Iran-Kriegs erholt. Auch im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima verbessert. Der Ifo-Index stieg um 2,1 Punkte auf 88,8 Punkte.

Der Urlaub ist geplant und genehmigt - und plötzlich kommt ein Megaauftrag oder drei Kollegen fallen spontan aus. Kann der Arbeitgeber in so einem Fall genehmigte Urlaubstage widerrufen?

 

Hotelfachleute und Köche landen im DGB-Ausbildungsreport 2026 erneut auf hinteren Plätzen. Nur 53,6 Prozent der angehenden Hotelfachleute und 58,1 Prozent der Köche sind mit ihrer Ausbildung zufrieden oder sehr zufrieden. Bei der fachlichen Ausbildungsqualität im Betrieb stehen Hotelfachleute auf dem letzten Platz.

Das deutsche Gastgewerbe hat im Juni 2026 real 5,1 Prozent weniger umgesetzt als ein Jahr zuvor. Besonders deutlich fällt auch die Halbjahresbilanz der Gastronomie aus, die preisbereinigt 5,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau lag. Im gesamten Gastgewerbe lag der Rückgang bei 5,2 Prozent.

Während die Umsätze im deutschen Mittelstand im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahr um 2,0 Prozent zurückgingen, legte das Gastgewerbe um 5,9 Prozent zu. Gleichzeitig verzeichnete die Branche mit 6,5 Prozent den stärksten Lohnanstieg.