Mobile Zahlungen gewinnen weiter an Bedeutung

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Das Bezahlen mit dem Smartphone oder der Smartwatch gewinnt in Deutschland weiter an Bedeutung. Das geht aus der Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026“ des EHI Retail Institute hervor, die laut Mitteilung auf dem EHI Payment Kongress in Bonn vorgestellt wurde.

Nach Angaben des EHI wurden im vergangenen Jahr 19,3 Prozent aller unbaren Zahlungen mobil abgewickelt. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei 12,8 Prozent. Bezogen auf sämtliche Zahlungsvorgänge entspricht dies 9,3 Prozent der rund 20 Milliarden jährlichen Transaktionen.

„Das mobile Bezahlen mit Smartphone oder Smartwatch liegt im Trend und wird immer häufiger im Handel genutzt. Etwa jede fünfte unbare Zahlung an den Kassen des Einzelhandels tätigt die Kundschaft mittlerweile mobil“, erklärte Studienautor Horst Rüter laut Mitteilung.

Öffnung der iPhone-Schnittstelle verändert Markt für mobile Zahlungen

Wie das EHI mitteilt, habe die Öffnung der Kontaktlos-Schnittstelle des iPhones durch Apple zusätzlichen Schub für mobile Bezahlverfahren gebracht. Nach Intervention der EU-Kommission seien inzwischen auch Zahlungsvorgänge mit Anwendungen anderer Anbieter möglich.

Neben der Sparkassenorganisation, die bereits seit mehreren Jahren Kreditkarten und Girocard in der iPhone-Wallet anbietet, hätten zuletzt auch Genossenschaftsbanken und Paypal entsprechende Lösungen eingeführt.

Nach Angaben der Studie werden inzwischen fast neun von zehn Kartenzahlungen kontaktlos durchgeführt – entweder per Karte oder über mobile Endgeräte.

Bargeld verliert weiter Anteile beim Bezahlen im Handel

Der Trend zu bargeldlosen Zahlungen wirkt sich laut EHI weiterhin auf die Nutzung von Bargeld aus. Der Umsatzanteil von Barzahlungen sank demnach auf 32,3 Prozent nach 33,8 Prozent im Vorjahr. Der Anteil von Kartenzahlungen stieg gleichzeitig auf 65,1 Prozent.

Den größten Anteil innerhalb der Kartenzahlungen hält weiterhin die Girocard mit 40,5 Prozent, auch wenn sie laut Studie leicht um einen Prozentpunkt zurückging. Internationale Debitkarten von Visa und Mastercard legten dagegen um 2,5 Prozentpunkte auf 9,4 Prozent zu.

Der Anteil der Kreditkarte liegt laut EHI bei 8,2 Prozent, die SEPA-Lastschrift erreicht 6,4 Prozent. Insgesamt summierte sich der Kartenumsatz auf 328,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 14,5 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr.

Beim Blick auf die Anzahl der Einkäufe bleibt Bargeld laut Studie mit 50,5 Prozent zwar noch knapp führend. Kartenzahlungen erreichen jedoch bereits 48,1 Prozent der Transaktionen.

Paypal bleibt führendes Verfahren beim Online-Payment

Auch beim Online-Payment verzeichneten internationale Debitkarten laut EHI Zuwächse. Kredit- und Debitkarten kamen im E-Commerce auf einen Umsatzanteil von 13,7 Prozent und belegten damit Rang vier der meistgenutzten Online-Bezahlverfahren.

Angeführt wird das Ranking weiterhin von Paypal mit 28,7 Prozent Marktanteil. Dahinter folgt der Kauf auf Rechnung mit 26,1 Prozent. Die Lastschrift verlor laut Studie fast drei Prozentpunkte und kam auf 14,4 Prozent. Erstmals separat ausgewiesen wurde Apple Pay mit einem Anteil von 1,3 Prozent.

Nach Angaben des EHI basiert die Untersuchung auf Daten von 499 Unternehmen mit rund 125.000 Betrieben aus 35 Branchen. Für den Bereich Online-Payment wurden Daten von 172 Unternehmen mit einem Netto-Online-Umsatz von 50,7 Milliarden Euro ausgewertet.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Produktion von Fleischersatzprodukten in Deutschland ist 2025 erstmals seit Jahren leicht zurückgegangen. Gleichzeitig stieg nach Angaben von Destatis sowohl die Fleischproduktion als auch der rechnerische Fleischverbrauch pro Kopf.

Nichts mehr zu tun, aber noch Arbeitszeit übrig? Einfach so nach Hause kann man dann meist nicht – der Arbeitgeber hat nämlich noch ein paar Optionen.

Der weltweite Weinkonsum ist im Jahr 2025 auf den niedrigsten Stand seit 1957 gesunken. Wie die Deutsche Presse-Agentur unter Berufung auf Daten der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) berichtet, lag der Konsum bei 208 Millionen Hektolitern. Das entspricht einem Rückgang von 2,7 Prozent gegenüber 2024 und von 14 Prozent gegenüber 2018.

Nachdem viele Beschäftigte in der Corona-Pandemie dem Thüringer Gastgewerbe den Rücken gekehrt haben, hat die Branche die Lücken verstärkt mit ausländischen Mitarbeitern gefüllt. Ihre Zahl ist um 63 Prozent gestiegen.

Die Frankfurter Mook Group kritisiert in einem Newsletter die wachsende Bürokratiebelastung in der Gastronomie. Das Unternehmen verweist auf Zahlen des DEHOGA und fordert einen Abbau regulatorischer Vorgaben.

Laut der aktuellen ifo Konjunkturumfrage sieht sich fast jedes fünfte Unternehmen aus Beherbergung und Gastronomie wirtschaftlich bedroht. Als Belastungen nennen die Betriebe unter anderem schwache Nachfrage, steigende Kosten und Bürokratie.

Trotz Firmenwagen das Privatauto genutzt? Wer so Dienstreisen macht, riskiert den Verlust des möglichen Steuervorteils. Warum Finanzämter künftig noch genauer hinschauen dürften.

Ein neuer Bewertungsreport von HolidayCheck untersucht Unterschiede im Umgang mit Online-Bewertungen zwischen den Generationen. Besonders die Generation Z bewertet laut Umfrage spontaner und stärker emotional geprägt.

Wenn der Chef die Urlaubswünsche für das ganze Jahr haben möchte, fängt das große Grübeln an. Denn nicht immer ist alles schon durchgeplant. Darf er das überhaupt verlangen?

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat entschieden: Wer für Unternehmen schlechte Google-Bewertungen entfernen oder beanstanden will, benötigt dafür unter Umständen eine rechtliche Zulassung. Hotelverband und DEHOGA sagen, was dies für das Gastgewerbe bedeutet.