Psychische Krankheiten Hauptgrund für Krankschreibungen

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Psychische Leiden waren nach Angaben der Krankenkasse DAK im ersten Halbjahr der Hauptgrund für Krankschreibungen bayerischer Beschäftigter. Depressionen, Ängste oder Anpassungsstörungen stehen damit zum ersten Mal seit Anpassung der Diagnosezuordnung im Jahr 2022 auf dem Spitzenplatz, wie eine Sprecherin der DAK Bayern der Deutschen Presse-Agentur sagte. Demnach stiegen die Arbeitsunfähigkeiten aufgrund psychischer Krankheiten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um zwölf Prozent. 

Gleichzeitig gab es beim bisherigen Spitzenreiter, den Atemwegserkrankungen, einen Rückgang um rund 25 Prozent. Die Fehltage aufgrund von Husten, Halsweh oder Schnupfen sanken laut DAK Bayern von rund 190 auf 142 Tage je 100 Beschäftigte. Dadurch liegen nun psychische Krankheiten vor Muskel-Skelett-Erkrankungen, wozu unter anderem Rückenschmerzen gehören, und Atemwegserkrankungen auf Platz eins der Krankschreibungsursachen. 

Dies geht aus der aktuellen Krankenstandsanalyse des IGES-Instituts im Auftrag der DAK-Gesundheit hervor, für die die Daten der rund 312.400 bei der DAK versicherten Beschäftigten im Freistaat ausgewertet wurden. Wegen der breiten Datenbasis gelten diese Ergebnisse als repräsentativ.

Teilkrankschreibung zur Reduzierung des Krankenstandes?

Insgesamt ging der Krankenstand im Freistaat demnach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht zurück - um 0,2 Punkte auf 4,6 Prozent. Das bedeutet, dass an jedem Tag im Schnitt von 1.000 Beschäftigten 46 krankgeschrieben waren. Zugleich stieg die durchschnittliche Krankschreibungsdauer leicht an: Von 9,3 Tagen im ersten Halbjahr 2025 auf 9,6 Tage im ersten Halbjahr 2026.

Aus Sicht von DAK-Landeschef Rainer Blasutto kann die geplante Teilkrankschreibung sinnvoll sein, um die Genesung zu fördern, Ausfallzeiten zu reduzieren und gleichzeitig den Bedürfnissen der Erkrankten und der Betriebe besser gerecht zu werden. «Sie eröffnet den Beschäftigten die Chance, je nach gesundheitlicher Situation schrittweise im Arbeitsleben zu bleiben oder in den Beruf zurückzukehren, ohne sich zwischen voller Arbeitsfähigkeit und vollständiger Arbeitsunfähigkeit entscheiden zu müssen», erläuterte Blasutto. Dennoch müsse weiter in Prävention und Gesundheitsförderung investiert werden. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Weinlese in Deutschland hat 2026 nach Einschätzung des Deutschen Weininstituts so früh begonnen wie noch nie seit Beginn der regelmäßigen Erfassung. Die Trauben seien zwar kleiner als üblich, dafür gesund und vielversprechend. Die Ernte könnte bereits im September abgeschlossen sein.

Wenn es ums Schlafengehen geht, sind die Deutschen wahre Meister der guten Vorsätze. Die Realität sieht jedoch oft anders aus. Die aktuelle Premier Inn Schlafstudie zeigt, wie es um die nächtlichen Gewohnheiten der Deutschen wirklich steht.

Das Landesarbeitsgericht Hamm sieht in einer Online-Krankschreibung ohne Arztgespräch einen gravierenden Vertrauensbruch. Welche Folgen das für Arbeitnehmer haben kann.

Das Statistische Bundesamt meldet für das zweite Quartal 2026 ein Reallohnplus von 1,5 Prozent. Während Geringverdienende und Auszubildende starke Zuwächse verzeichnen, gibt es branchenspezifische Unterschiede.

Süßwein gilt vielen als altmodisch und landet meist erst zum Dessert im Glas. Dabei passt er überraschend gut zu Käse, scharfen Gerichten oder moderner Küche. Sommeliers erklären, warum sich ein neuer Blick auf Eiswein, Tokaj und Co. lohnt.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im August weiter vom Einbruch infolge des Iran-Kriegs erholt. Auch im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima verbessert. Der Ifo-Index stieg um 2,1 Punkte auf 88,8 Punkte.

Der Urlaub ist geplant und genehmigt - und plötzlich kommt ein Megaauftrag oder drei Kollegen fallen spontan aus. Kann der Arbeitgeber in so einem Fall genehmigte Urlaubstage widerrufen?

 

Hotelfachleute und Köche landen im DGB-Ausbildungsreport 2026 erneut auf hinteren Plätzen. Nur 53,6 Prozent der angehenden Hotelfachleute und 58,1 Prozent der Köche sind mit ihrer Ausbildung zufrieden oder sehr zufrieden. Bei der fachlichen Ausbildungsqualität im Betrieb stehen Hotelfachleute auf dem letzten Platz.

Das deutsche Gastgewerbe hat im Juni 2026 real 5,1 Prozent weniger umgesetzt als ein Jahr zuvor. Besonders deutlich fällt auch die Halbjahresbilanz der Gastronomie aus, die preisbereinigt 5,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau lag. Im gesamten Gastgewerbe lag der Rückgang bei 5,2 Prozent.

Während die Umsätze im deutschen Mittelstand im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahr um 2,0 Prozent zurückgingen, legte das Gastgewerbe um 5,9 Prozent zu. Gleichzeitig verzeichnete die Branche mit 6,5 Prozent den stärksten Lohnanstieg.