Schlecht geschlafen: Kann ich mich krankschreiben lassen?

| Zahlen & Fakten Zahlen & Fakten

Wer mit einer Grippe im Bett liegt, kann nicht zur Arbeit gehen und lässt sich krankschreiben. Klar. Aber wie sieht es aus, wenn man nicht im herkömmlichen Sinne krank ist, sondern zum Beispiel nächtelang schlecht geschlafen hat oder heftigen Liebeskummer hat - und sich nicht arbeitsfähig fühlt?

Dazu muss man sich die Definition des Begriffs Arbeitsunfähigkeit anschauen. Die liegt Alexander Bredereck zufolge immer dann vor, wenn der Arbeitnehmer wegen einer Krankheit die Tätigkeit nicht verrichten kann, die er dem Arbeitgeber vertraglich schuldet.

Arzt oder Ärztin trifft Entscheidung über Arbeitsunfähigkeit

«Stress, schlechter Schlaf oder Ärger mit dem Partner sind keine Krankheiten», sagt der Fachanwalt für Arbeitsrecht. «Sie können aber Folgen, Begleiterscheinungen, Ursache oder Symptom einer Krankheit sein.» Das seien in solchen Fällen etwa häufig Psychosen, Depressionen oder ein Burnout.

Die Entscheidung darüber, ob ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin arbeitsunfähig ist, trifft letztendlich ein Arzt oder eine Ärztin. Die Praxis stellt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus, oft «gelber Schein» oder Krankenschein genannt.

Bei Täuschung kann Kündigung drohen

«Natürlich gibt es auch Arbeitnehmer, die sich krankschreiben lassen und dabei die Symptome vortäuschen», sagt Bredereck. Gleichzeitig gebe es Ärztinnen oder Ärzte, die mit dem Krankenschein leicht bei der Hand sind.

«In beiden Fällen droht dem Arbeitnehmer Ärger mit dem Arbeitgeber», warnt der Rechtsexperte. Neben einer Kündigung wegen häufiger Erkrankungen, kommt auch eine Kündigung wegen vorgetäuschter Arbeitsunfähigkeit in Betracht. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Der Bachelor-Studiengang „Business Administration“ der IST-Hochschule für Management richtet sich neu aus. Ab Oktober werden die Studieninhalte um weitere Digitalisierungsthemen verstärkt.

Der Aufwärtstrend im Tourismus in Niedersachsen nach der Corona-Pandemie setzt sich fort. Die Nordseeküste und Ostfriesland als Reisegebiete mussten in diesem Juli jedoch Rückgänge bei den Übernachtungszahlen hinnehmen.

Die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges machen die Hoffnung auf eine kräftige Konjunkturerholung nach der Corona-Krise zunichte. Deutschland steuert auf einen Wirtschaftseinbruch zu. Wie schlimm könnte es kommen und wann geht es wieder aufwärts?

Einer steigenden Zahl der Deutschen vergeht nach einer Umfrage die Lust am Arbeiten. Knapp die Hälfte der Arbeitnehmer würde in Teilzeit wechseln, wenn ihr Arbeitgeber das erlaubte. 56 Prozent erklärten, dass sie schnellstmöglich die Arbeit an den Nagel hängen würden, wenn sie finanziell nicht auf den Job angewiesen seien.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich deutlich verschlechtert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im September auf 84,3 Punkte gefallen. Dies ist der niedrigste Wert seit Mai 2020. Insbesondere das Gastgewerbe befürchtet schwere Zeiten.

Ein Todesfall in der Familie ist eine der traurigen Situationen, in der Arbeitnehmer ihren Chef oder die Chefin um Sonderurlaub bitten können. Aber was gilt dafür genau?

Bedingt durch die aktuellen Krisen müssen wir den Begriff Karriere neu denken. Fragt man die junge Generation in der Hotellerie, so wollen über 90 Prozent Hoteldirektor werden. In anderen Branchen sind es vergleichbare Positionen. Doch nicht jeder ist für diese Führungsposition geeignet. Gibt es Alternativen? Wenn ja, welche? Ein Gastbeitrag von Albrecht von Bonin.

Ein Nebenjob lohnt in mancher Hinsicht: Um etwas mehr Geld in der Tasche zu haben oder mal was ganz anderes zu machen. Experten erklären, was für die Arbeit neben dem «richtigen» Job gilt. Die wichtigsten Regeln im Überblick.

Aktuell kommt es weiterhin zu Abmahnungen wegen der Verwendung von Google-Webfonts, also von Schriftarten, die über Google eingebunden werden, auch gegenüber gastgewerblichen Betrieben, berichtet der DEHOGA-Bundesverband. In der Regel wissen Webseiten-Betreiber nicht, dass ihre Seite die Webfonts verwendet.

Die Corona-Pandemie hat nach einer Analyse des Ifo-Instituts dem Einzelhandel in den Vororten genutzt. Die Geschäfte in den teuren Innenstadtlagen haben dagegen dauerhaft erhebliche Einbußen erlitten. Ursache ist nach Analyse der Ökonomen, dass nach wie vor viele Menschen im Heimbüro arbeiten.