Booking.com hat sich als führende Online-Plattform zu einem unverzichtbaren Partner für Hotels entwickelt, der ihnen Zugang zu einem globalen Publikum und eine enorme Online-Sichtbarkeit verschafft. Gleichzeitig steht die Plattform stark in der Kritik, da sie mit hohen Provisionen von bis zu 20 % die Rentabilität vieler Betriebe schmälert.
Die Beziehung zur Hotellerie ist deshalb ambivalent: Hotels profitieren vom Marketingbudget der Plattform, fühlen sich aber durch die Abhängigkeit und den mangelnden direkten Kontakt zum Gast in ihrer Unabhängigkeit eingeschränkt. Aktuelle juristische Auseinandersetzungen, wie eine Sammelklage von 15.000 Hoteliers, unterstreichen die Spannungen. Diese Klage richtet sich gegen ehemalige Bestpreis-Klauseln und strebt eine Neuausrichtung der Geschäftsbeziehung an.
Der Artikel zeigt, dass Hotels zunehmend auf Direktbuchungen setzen, um sich aus dieser Abhängigkeit zu lösen. Während Booking.com durch den Einsatz von KI und weiteren Innovationen seine Marktposition sichert, bleibt die Zukunft der Zusammenarbeit ein zentrales Thema, bei dem Hotels versuchen, mehr Balance und Fairness zu erreichen.
Booking.com gehört zu den bekanntesten und meistgenutzten Online-Buchungsplattformen weltweit. Millionen Reisende buchen hier täglich Hotels, Ferienwohnungen oder andere Unterkünfte. Für die Hotellerie ist das Unternehmen aus Amsterdam zu einem zentralen Vertriebspartner geworden – gleichzeitig aber auch zu einem Wettbewerbsfaktor, der Chancen wie Herausforderungen mit sich bringt.
Gegründet wurde Booking.com 1996 in den Niederlanden. Der Fokus lag von Beginn an auf der digitalen Vermittlung von Hotelzimmern. 2005 erfolgte die Übernahme durch die damalige Priceline Group, die heute als Booking Holdings firmiert. Seither hat sich das Unternehmen zu einem der größten Player im globalen Online-Reisemarkt entwickelt und ist inzwischen in über 220 Ländern aktiv. Die massive Expansion und das hohe Marketingbudget haben Booking.com zu einem Namen gemacht, der für Millionen von Reisenden der erste Anlaufpunkt bei der Hotelsuche ist.
Booking.com arbeitet provisionsbasiert: Hotels und andere Unterkunftsanbieter zahlen eine Gebühr für jede über die Plattform generierte Buchung. Der Anteil variiert je nach Markt und Vertragsgestaltung.
Standard-Provisionsmodell: Die typische Provision für die meisten Hotels liegt zwischen 15 % und 20 % des Zimmerpreises.
"Preferred Partner"-Programm: Hotels können sich für dieses spezielle Programm entscheiden, bei dem sie eine höhere Provision zahlen (oft über 20 %). Im Gegenzug werden sie im Suchranking weiter oben angezeigt und erhalten eine höhere Sichtbarkeit. Für kleinere Betriebe stellt dies oft ein Dilemma dar, da sie entweder eine größere Marge abgeben oder weniger Buchungen erhalten.
Sonderaktionen und Programme: Darüber hinaus bietet Booking.com verschiedene Programme wie das "Genius-Programm" an, das ausgewählten Kunden Rabatte gewährt. Die Kosten dafür tragen die Hotels, mit dem Versprechen, dadurch höhere Buchungszahlen zu erzielen.
Neben klassischen Hotels umfasst das Angebot auch Ferienwohnungen, Hostels und zunehmend alternative Unterkünfte. Ergänzt wird das Portfolio durch Mietwagen, Flugtickets und Aktivitäten am Reiseziel.
Im weltweiten Wettbewerb misst sich Booking.com mit Anbietern wie Expedia, Airbnb oder HRS. Die Stärke der Marke liegt in ihrer hohen Sichtbarkeit, der Nutzerfreundlichkeit der Plattform und der globalen Reichweite. Kritisch betrachtet wird hingegen die starke Abhängigkeit vieler Hotels von der Plattform sowie die komplexe Preisgestaltung.
Eine wichtige Entwicklung ist die Einbeziehung der Sharing Economy. Durch die Aufnahme von privaten Ferienwohnungen und Zimmern in Privatwohnungen hat Booking.com eine direkte Konkurrenz für traditionelle Hotels geschaffen. Dies verschärft nicht nur den Wettbewerb, sondern wirft auch Fragen bezüglich der Qualitätssicherung und der Einhaltung lokaler Vorschriften auf, da private Unterkünfte oft nicht den gleichen behördlichen Kontrollen unterliegen wie regulierte Hotels.
Für Hoteliers eröffnet Booking.com Zugang zu internationalen Gästegruppen und eine enorme Reichweite im Online-Vertrieb. Gleichzeitig sind die hohen Kommissionssätze ein häufig diskutierter Punkt.
Chancen
Herausforderungen
Branchenverbände und viele Hoteliers plädieren daher für mehr Balance in der Partnerschaft.
Die Spannungen zwischen Hotellerie und Booking.com haben sich jüngst in einer massiven Sammelklage manifestiert. Mehr als 15.000 Hotels aus ganz Europa, darunter auch viele aus Deutschland, den Niederlanden, Italien, Griechenland und Österreich, haben sich dem Rechtsstreit angeschlossen. Sie fordern Schadensersatz für finanzielle Verluste, die durch wettbewerbswidrige Bestpreis-Klauseln entstanden sind. ⚖️ Diese Klauseln, die Hoteliers untersagten, ihre Zimmer auf der eigenen Website günstiger anzubieten, waren jahrelang ein zentraler Streitpunkt.
Die Klage wird vom europäischen Hotelverband Hotrec unterstützt und soll noch vor Ende des Jahres beim Bezirksgericht Amsterdam eingereicht werden. Booking.com weist die Vorwürfe zurück und beruft sich auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, das aus ihrer Sicht keine Grundlage für Schadensersatzansprüche bietet. Dennoch zeigt die überwältigende Beteiligung, dass die Hotellerie geeint ist und eine Neuausrichtung der Geschäftsbeziehung fordert.
Wettbewerbsbehörden in Europa und einzelnen Nationalstaaten haben sich in den vergangenen Jahren wiederholt mit Booking.com befasst. Inzwischen sind die umstrittenen Paritätsklauseln in vielen Märkten eingeschränkt oder untersagt. Im Zuge der Verpflichtungen aus dem Digital Markets Act (DMA) hat Booking.com zudem im Juli 2024 sämtliche Preisparitätsklauseln im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum abgeschafft.
Viele Hoteliers sind nicht untätig geblieben und haben eigene Strategien entwickelt, um die Abhängigkeit zu reduzieren:
Booking.com investiert kontinuierlich in neue Technologien. Die App gilt als eine der meistgenutzten Reiseanwendungen weltweit. KI-gestützte Empfehlungen, personalisierte Suchergebnisse und datenbasierte Analysen gehören zum Kern des Angebots. Zudem setzt das Unternehmen stärker auf Nachhaltigkeit und fördert Unterkünfte, die ökologische Kriterien erfüllen.
Die nächsten Jahre werden für Booking.com durch mehrere Faktoren geprägt sein: den zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz, verschärfte regulatorische Rahmenbedingungen und den Trend zu Direktbuchungen über Hotelwebseiten. Für die Hotellerie bleibt die Zusammenarbeit ambivalent – zwischen unverzichtbarer Reichweite und dem Wunsch nach größerer Unabhängigkeit.
Booking.com ist zu einem zentralen Akteur im internationalen Tourismus geworden. Für Hotels bietet die Plattform einerseits Chancen im Vertrieb, andererseits bleibt sie ein umstrittenes Thema in Bezug auf Margen und Unabhängigkeit. Die aktuelle Sammelklage ist ein starkes Signal, dass die Branche eine Neuausrichtung der Machtverhältnisse anstrebt. Ein hybrides Modell scheint sich durchzusetzen, in dem die Direktbuchung wieder an Bedeutung gewinnt, während die Plattform eine Rolle als wichtiger Marketingkanal beibehält. Klar ist: An Booking.com führt für die Branche vorerst kein Weg vorbei – auch wenn die Regeln des Miteinanders sich in Zukunft weiter verändern werden.
Die Klage von Hotels gegen Booking.com zeigt die Spannungen zwischen der Plattform und der Hotelbranche.
Die ITB Berlin 2026 startet heute mit rund 6.000 Ausstellern aus über 160 Ländern. Im Mittelpunkt der dreitägigen Fachmesse stehen neben dem Gastland Angola die technologische Transformation durch Künstliche Intelligenz, strategische Wachstumsfelder wie Medical- und LGBTQ+-Tourism sowie ein international besetzter Fachkongress zur Zukunft der Branche.
Während 60,4 Millionen Übernachtungen über Portale den Wohnraum unter Druck setzen, warnt Hotelier Marco Nussbaum vor der Lobby-Macht der Plattformen. Der Hotelverband IHA liefert mit einem neuen Leitfaden die Werkzeuge für Kommunen, um für faire Wettbewerbsbedingungen zu sorgen.
Booking Holdings verzeichnet ein über den Erwartungen liegendes Wachstum bei den Bruttobuchungen und passt die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr nach oben an. Zudem investiert der Konzern verstärkt in Technologie und Marketing.
Das Hotel Steigenberger Camp de Mar auf Mallorca sieht sich mit wirtschaftlichen Konsequenzen durch Medienberichte über angebliche Verbindungen zum iranischen Finanzwesen konfrontiert. Das Hotel ist über einige große Plattformen derzeit nicht buchbar. Das Hotelmanagement betont die rechtliche Unabhängigkeit.
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Die Auseinandersetzung zwischen 30 nationalen Hotelverbänden und dem Buchungsportal Booking.com hat die nächste Stufe erreicht. Wie der europäische Dachverband Hotrec mitteilt, wurde am 30. Januar 2026 offiziell eine Sammelklage beim Bezirksgericht Amsterdam eingereicht.
Auf der INTERGASTRA 2026 präsentiert DIRS21 seine neue Hotel-App DIRS21 Live, die entwickelt wurde, um operative Hotelprozesse zu vereinfachen und Servicequalität messbar zu steigern. Besucherinnen und Besucher können die App vom 7. bis 11. Februar 2026 am DIRS21-Stand in Halle 4, Stand 4C45 erleben.