215 Jahre Lutter & Wegner: Berliner Gastronomie-Institution feiert Jubiläum

| Gastronomie Gastronomie

Das Berliner Traditionsrestaurant Lutter & Wegner am Gendarmenmarkt feiert sein 215-jähriges Bestehen. Gegründet im Jahr 1811 als Weinstube in der Charlottenstraße 49, hat sich das Haus über zwei Jahrhunderte zu einem zentralen Treffpunkt der Berliner Gastronomieszene entwickelt. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb vom Gastronomen Josef Laggner an seinem heutigen Standort am Gendarmenmarkt neu etabliert.

Historischer Treffpunkt für Kultur und Gesellschaft

Die Geschichte des Hauses ist eng mit der deutschen Kulturgeschichte verknüpft. Seit der Eröffnung verkehrten hier namhafte Persönlichkeiten wie Adelbert von Chamisso, Heinrich Heine und Richard Wagner. Eine besondere Bedeutung kommt dem Schriftsteller E.T.A. Hoffmann zu, der an der heutigen Adresse des Restaurants lebte. Ihm zu Ehren widmet das Lokal die „E.T.A. Hoffmann-Stube“, die mit spezifischen Kunstmotiwen gestaltet ist. Auch in der jüngeren Vergangenheit blieb das Haus ein Anziehungspunkt für Kulturschaffende; so gehörte etwa Vicco von Bülow zu den Gästen des Restaurants.

Gastgeber Josef Laggner, Geschäftsführer der Laggner Gruppe, betont die historische Verantwortung des Standorts: „215 Jahre Lutter & Wegner sind für uns Verpflichtung und Inspiration zugleich. Wir verstehen dieses Lokal nicht nur als Restaurant, sondern als lebendigen Ort Berliner Geschichte. Hier dreht sich seit 1811 alles um Geselligkeit, Erinnerungen und gemeinsames Vergnügen und Genuss am Tisch. Unser Jubiläumsjahr mit dem saisonal wechselnden Menü ist eine Hommage an diese Tradition, und eine Einladung, sie immer wieder neu zu erleben.“
 

Jubiläumsmenü interpretiert Berliner Klassik neu

Anlässlich des Jubiläums führt das Restaurant eine saisonal wechselnde Menüfolge ein, die klassische Berliner Aromen aufgreift. Das erste dreigängige Menü wird für 59 Euro angeboten und umfasst eine Fischvariation als Vorspeise, die unter anderem Räucherfisch-Praline, Flusskrebs-Sülze und Saiblings-Kaviar beinhaltet.

Im Hauptgang werden Kalbfleischklopse mit Flusskrebsen an Spreewälder Schmorgurken und Rote-Bete-Kartoffeln serviert, was einen direkten Bezug zu Produkten aus dem Berliner Umland herstellt. Den Abschluss bildet ein Frischkäse-Karotten-Tiramisu mit Orangen-Mandarinen-Ragout. Neben diesem speziellen Angebot bleiben bewährte Gerichte wie das Wiener Schnitzel und der Sauerbraten fester Bestandteil der Karte. Begleitet werden die Speisen von hauseigenen Sekten und Weinen, die teilweise exklusiv für das Lutter & Wegner gekeltert werden.

Küchenphilosophie: Regionalität und Saisonalität

Die kulinarische Ausrichtung des Hauses basiert auf einer engen Zusammenarbeit mit Erzeugern aus der Region Berlin-Brandenburg sowie Mecklenburg. Die Auswahl der Produkte reicht von Beelitzer Spargel über Wild aus der Lausitz bis hin zu Käsespezialitäten aus dem Alpenraum.

Die Küchenleitung setzt dabei auf eine gehoben-bürgerliche, klassische deutsche Küche. Ziel ist es, historische Rezepte durch eine moderne Interpretation zeitgemäß umzusetzen. Die Transparenz in der Lieferkette und langjährige Beziehungen zu Kleinproduzenten bilden dabei die Grundlage für die Qualitätssicherung im operativen Geschäft des Traditionsbetriebs.


Zurück

Vielleicht auch interessant

60 seconds to napoli spendiert ihrem ältesten Standort in Leipzig eine umfassende Modernisierung. Innerhalb einer dreiwöchigen Umbauphase wird das Restaurant an das aktuelle Markendesign angepasst. Die Wiedereröffnung ist für den 24. Januar 2026 geplant.

Das einst als virtuelle Marke gestartete Pizza-Konzept Milano Vice baut seine physische Präsenz in Berlin weiter aus. Mit der Eröffnung einer neuen Filiale in Moabit besetzt das Unternehmen erstmals einen Standort im Berliner Westen. Der Einzug in den Stadtteil Moabit bringt sogleich den dritten eigenen Store des Unternehmens mit.

Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe bietet mit dem digitalen Unterweisungsplaner ein kostenfreies Hilfsmittel an, um Mitarbeiterunterweisungen rechtssicher zu planen und zu dokumentieren. Das Werkzeug soll Betriebe dabei unterstützen, Ausfallzeiten zu minimieren und organisatorische Abläufe in der Arbeitssicherheit zu vereinfachen.

Das weltberühmte Kopenhagener Restaurant Noma gastiert für 16 Wochen in Los Angeles. Für 1.500 US-Dollar bietet das Team um René Redzepi ein exklusives Menü mit regionalen Zutaten an, während die Einnahmen teilweise in soziale Projekte fließen.

Weißwurst im Krapfenmantel? Münchner Wirte wagen das Faschings-Experiment. Was drinsteckt, wie die Erfinder die erste Verkostung erlebten - und welche närrischen Kreationen es noch gab.

Das Amtsgericht Regensburg hat gegen den Gastronomen und Koch der Fußball-Nationalmannschaft, Anton Schmaus, eine Freiheitsstrafe von neun Monaten verhängt, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Betreiber mehrerer Regensburger Lokale Arbeitsentgelt vorenthalten und veruntreut hat.

Provokante Ansage aus Köln: Das Zwei-Sterne-Restaurant Ox & Klee erklärt das klassische Fine Dining für tot. Inhaber Daniel Gottschlich setzt ab sofort auf ein Konzept ohne Dresscode, bei dem Köche zu Kellnern werden und das Erlebnis die Etikette ersetzt.

Vom 19. Februar bis zum 8. März 2026 findet im Rheingau das 29. Rheingau Gourmet & Wein Festival statt. Zahlreiche hochkarätige Veranstaltungen sind bereits stark gebucht, für viele Events stehen nur noch wenige Plätze zur Verfügung. Wer sich einen Platz bei den begehrten Dinners, Lunches, Masterclasses oder den legendären Partys sichern möchte, sollte nicht zu lange warten.

Die US-Marke Texas Chicken kommt nach Deutschland. Mit der Eröffnung des ersten stationären Restaurants im saarländischen St. Wendel sowie der Inbetriebnahme einer Ghost Kitchen in Brandenburg erfolgt der offizielle Markteintritt des Unternehmens.

Die übergroße Mehrheit der Bundesbürger glaubt nicht daran, dass nach der Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie jetzt auch die Preise sinken. Dennoch will fast jeder Vierte künftig häufiger essen gehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen.