Alexander Herrmann bringt authentische Großmutterküche in das Posthotel

| Gastronomie Gastronomie

Der fränkische Sternekoch Alexander Herrmann erweitert das Konzept seines Bistros Oma & Enkel in Wirsberg. Unter dem Titel Knallhart Oma halten im Jahr 2026 Rezepte von neun Großmüttern aus allen oberfränkischen Landkreisen Einzug in die Speisekarte. Ziel des Projekts im Posthotel ist es, die traditionelle Heimatküche unverfälscht in die Gastronomie zu integrieren und eine Verbindung zwischen den Generationen zu schaffen.

Unveränderte Familienrezepte statt Gourmet-Interpretation

Im Fokus der neuen Initiative stehen neun Frauen, die stellvertretend für das kulinarische Gedächtnis der Region Oberfranken ausgewählt wurden. Die Besonderheit des Formats liegt in der strikten Beibehaltung der Originalrezepte, da eine Modernisierung oder Verfeinerung durch die professionelle Küche laut Betreiber bewusst nicht stattfindet. Küchenchefin Sandra Hofer und Alexander Herrmann begleiten die Großmütter zunächst in deren privatem Umfeld, bevor die Gerichte im Bistro in den regulären Betrieb übernommen werden.

Alexander Herrmann betonte die angestrebte Authentizität des Projekts: „Authentischer geht’s gar nicht – wir gehen zu den Frauen nachhause, sie öffnen ihre Türen, ihr Herz und ihre Seele. Entscheidend ist dabei, dass wir die Rezepte genauso lassen, wie die Omas sie uns präsentieren. Ohne Eingriff vom Michelin-Koch oder der professionellen Gastronomin. Nur so werden wir dem Namen ,Knallhart Oma' und vor allem den Menschen dahinter gerecht“.

Auftakt mit Traditionsspeise aus dem Landkreis Hof

Den Beginn der Serie macht Oma Rita aus der Gemeinde Berg. Ihr Traditionsgericht, Stockfisch mit Kräutersoße, Klees (Klößen) und Salat, wird am 16. März 2026 im Rahmen einer Veranstaltung im Bistro vorgestellt. Im Anschluss wird die Speise für mehrere Wochen Teil der Karte sowie des sogenannten Sharing Moments Menüs. Letzteres folgt der Tradition, Speisen wie bei einer Familienmahlzeit in die Tischmitte zu stellen, wobei Gäste für 99 Euro pro Person unter anderem geschmorte Rinderroulade, Hähnchen Cordon Bleu und flambiertes Rinderfilet gemeinsam genießen können.

Kontrastprogramm zwischen Tradition und Moderne

Das neue Projekt ergänzt die bestehende Karte, die bisher auf eine Modernisierung klassischer Komponenten setzte. Zu den aktuellen Angeboten gehören die beliebten fränkischen Tapas, die als Menü aus jeweils drei Variationen pro Gang zum Kennenlernen der regionalen Küche serviert werden. Ebenfalls fester Bestandteil sind langjährige Signature-Gerichte wie das Filet du Patron aus dem Jahr 1966, die Wirsberger Festtagssuppe oder die Forelle Müllerin 2.0. Bereits jetzt finden sich Gerichte wie die Rinderroulade à la Oma Herta auf der Karte, die nun durch die Rezepte der Reihe Knallhart Oma flankiert werden. Für Gäste, die fleischlose Alternativen bevorzugen, bietet das Bistro moderne Interpretationen wie ein Karottentatar oder den im Tempurateig gebackenen Backpilz an.

Mediale Begleitung und geplante Publikation

Das Vorhaben wird durch TV Oberfranken sowie über soziale Netzwerke kontinuierlich dokumentiert. Neben der Präsenz im Bistrobetrieb ist zudem ein Kochbuch in Planung, das die gesammelten und kuratierten Rezepte der fränkischen Großmütter zusammenfasst. Damit soll das handwerkliche Wissen und die Regionalität dieser Küche dauerhaft gesichert werden. Das Bistro nutzt für sein reguläres Angebot zwar weiterhin innovative Techniken und neue Zutaten, setzt jedoch bei der neuen Reihe auf die vollständige Originalität der Familienspeisen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Das Bayerische Oberste Landesgericht hat die Vergabe der Festzelte Paulaner und Schottenhamel für das Oktoberfest 2026 bestätigt. Ein Wirt hatte eine europaweite Ausschreibung gefordert.

Vier Gastronomiebetriebe haben das Finale der Uber Eats Awards 2026 erreicht und treten am 26. Oktober 2026 in Berlin gegeneinander an. Eine Jury um Tim Raue entscheidet über die Vergabe von insgesamt 55.000 Euro Preisgeld.

Der Leaders Club Deutschland besteht seit 25 Jahren und zählt inzwischen mehr als 450 Mitglieder aus über 230 Unternehmen. Das Jubiläum wird am 13. November 2026 im Rahmen des Leaders Club Award in Hamburg gefeiert.

Die Althoff Hotels starten mit dem Althoff Eats Club ein kostenfreies Angebot rund um Kulinarik, Wein und Reisen. Grand Chef Joachim Wissler teilt Restaurantempfehlungen und stellt Produzenten sowie kulinarische Entdeckungen vor.

Pizza Pilgrims kündigt sein erstes deutsches Restaurant für den 2. November 2026 in München an. Ein zweiter Standort soll im Januar 2027 folgen; insgesamt strebt die Marke bis zu 50 Standorte in Deutschland an.

Bayerns Gastronomie verzeichnete im August 2026 einen realen Umsatzrückgang von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Beherbergung erzielte dagegen preisbereinigt ein Plus von 2,6 Prozent.

Die Deutsche Kreditbank (DKB) hat gemeinsam mit Sodexo den neuen Campus „Upbeat“ in der Berliner Europacity eröffnet. Sodexo übernimmt die gastronomische Versorgung sowie weitere Bewirtungsleistungen am Standort.

Das Bristol Berlin hat am Kurfürstendamm das Restaurant Flaneur eröffnet. Die Brasserie bietet französisch geprägte Küche und verfügt über 120 Plätze im Innenbereich sowie 86 Terrassenplätze.

Das Hotel der Stern in Bad Hersfeld kündigt die Schließung des L’étable zum 2. Januar 2027 an und nennt fehlende Gäste als Grund. Küchenchef, Restaurantleiter und Mitarbeiter würden im Haus bleiben und an einem neuen gastronomischen Konzept mitarbeiten.

An einer Tankstelle in München kann man sich von einem Kochroboter Käsespätzle, Kaiserschmarrn oder eine asiatische Tom-Kha-Gai-Suppe kochen lassen. In etwa fünf Minuten bereitet der autonome Koch eine warme Mahlzeit zu.