Gäste fürchten zunehmendes Verschwinden der Landgastronomie

| Gastronomie Gastronomie

Metro hat aktuelle Daten zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Landgastronomie in Deutschland vorgelegt. Die im März 2026 durchgeführten Erhebungen zeigen, dass die Betriebe sowohl von den Gastronomen als auch von der Bevölkerung als essenzielle Ankerpunkte für die Lebensqualität in ländlichen Regionen wahrgenommen werden, jedoch gleichzeitig unter einem hohen wirtschaftlichen Druck stehen.

Bedeutung für das soziale Zusammenleben

Metro verweist in der Analyse auf eine B2B-Befragung unter 329 Gastronomen, wonach 97 Prozent der Betriebe ihre eigene Einrichtung als wichtig oder sehr wichtig für die lokale Lebensqualität einstufen. Ergänzend dazu betrachten 90 Prozent der Gastronomen ihr Haus als bedeutenden Treffpunkt für die Gemeinschaft.

Diese Einschätzung findet eine Entsprechung in einer parallel durchgeführten B2C-Umfrage von YouGov mit 1.000 Befragten, in der 81 Prozent der Teilnehmer Landgasthöfen eine hohe Relevanz für das soziale Gefüge im ländlichen Raum zuschreiben. Als maßgebliche Faktoren führen die Gäste insbesondere die Möglichkeiten zur sozialen Interaktion sowie die Pflege regionaler Traditionen und Bräuche an.
 

Regionale Küche als wesentlicher Treiber 

Die Verbindung zwischen regionaler Kulinarik und dem Unternehmenserfolg wird in den Daten als besonders ausgeprägt beschrieben. 86 Prozent der befragten Gastronomen geben an, dass regionale Speisen stark zur Attraktivität ihres Betriebs beitragen.

Dies spiegelt sich im Verhalten der Gäste wider, von denen 50 Prozent die regionale Küche als primären Besuchsgrund nennen. Dabei zeigt sich bei der Wahl der Speisen eine Präferenz für klassische Gerichte: Fleischgerichte wie Braten und Schnitzel machen zusammen 25 Prozent der am häufigsten genannten Bestellungen aus. Zudem bilanzieren 90 Prozent der Gastronomen, dass sie häufig oder sehr häufig auf regionale Produkte zurückgreifen, was 71 Prozent der Befragten als den stärksten positiven Trend der vergangenen Jahre bewerten.

Herausforderungen durch Bürokratie

Trotz der hohen Identifikation mit dem Standort sehen sich die Betreiber mit signifikanten Hürden konfrontiert. Als größte Belastungen identifizieren 86 Prozent der Gastronomen die Bürokratie, gefolgt von einem Wunsch nach mehr politischer Unterstützung (51 Prozent) sowie einer gesteigerten Wertschätzung durch die Gäste (29 Prozent). Dieses Problembewusstsein korrespondiert mit einer Sorge auf Seiten der Bevölkerung: 67 Prozent der Gäste äußern Bedenken, dass die Landgastronomie in Zukunft zunehmend aus dem Ortsbild verschwinden könnte. Während 62 Prozent der Gastronomen positiv in die Zukunft blicken, registriert die Umfrage bei einem Drittel der Befragten eine eher negative bis negative Einschätzung der weiteren Entwicklung.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Bars und Clubs für schwule Männer gibt es zuhauf - und mit dem «Gay Sunday» auch ein eigenes Wiesn-Event. Nun wollen sich auch lesbische Frauen ihren Platz auf dem Oktoberfest erobern.

Das Cannstatter Volksfest lockt mit Achterbahnen und Karussellen – doch wie viel müssen Besucher für den Bierkrug wirklich zahlen? Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den Zelten.

Ausnahmezustand in München: Bei weiß-blauem Himmel hat das Oktoberfest begonnen. Der neue Oberbürgermeister wuppt seine Anzapfpremiere mit Bravour. Für einige Gäste gab es einen Schreckmoment.

Beim traditionellen Mittagsempfang des Bundesverbands der Systemgastronomie trafen sich in München rund zweihundert Gäste. Im Mittelpunkt standen die Verleihung des Branchenpreises sowie die Forderung nach politischen Reformen. Zusätzlich zeichnete der Verband Ingrid Hartges mit dem Ehrenpreis aus.

Das 191. Münchner Oktoberfest ist eröffnet. Neu-Oberbürgermeister Dominik Krause zapfte bei seiner Anstich-Premiere mit zwei Schlägen das erste Fass Bier an und startete mit dem «O'zapft is» das weltberühmte Volksfest.

Das deutsche Gastgewerbe setzte im Juli 2026 real 4,0 Prozent weniger um als im Vorjahresmonat. In der Gastronomie sank der reale Umsatz um 4,7 Prozent, bei den Hotels und sonstigen Beherbergungsunternehmen um 2,0 Prozent.

Das Café an der Spanischen Treppe gehört zu den ältesten Kaffeehäusern in Italien. Schon Goethe war hier zu Gast. Jetzt steht es seit bald einem Jahr leer. Und kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus.

Der Europa-Park hat das Mitarbeiterrestaurant „Coasteria“ mit integrierter Zentralküche eröffnet. In den 4.500 Quadratmeter großen Neubau investierte das Unternehmen nach eigenen Angaben einen zweistelligen Millionenbetrag.

Der Anteil der Befragten, nach deren Ansicht bargeldloses Bezahlen in gastronomischen Betrieben möglich sein sollte, ist gestiegen. YouGov weist gegenüber März 2025 bei allen abgefragten Orten höhere Werte aus.

Bei den ersten Chef:in Awards in Hamburg sind neun Frauen in sieben Kategorien ausgezeichnet worden. Sarah Hallmann und Julia A. Leitner teilen sich den Titel Köchin des Jahres 2026.