Amtsgericht Regensburg verurteilt Sternekoch Anton Schmaus zu Bewährungsstrafe

| Gastronomie Gastronomie

Foto: IMAGO / Sven Simon

Das Amtsgericht Regensburg hat gegen den Gastronomen und Koch der Fußball-Nationalmannschaft, Anton Schmaus, eine Freiheitsstrafe von neun Monaten verhängt, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Betreiber mehrerer Regensburger Lokale Arbeitsentgelt vorenthalten und veruntreut hat.

Neben der Bewährungsstrafe ordnete das Gericht die Einziehung des entstandenen Schadens in Höhe von über 37.000 Euro an. Zusätzlich muss Schmaus eine Zahlung von 9.000 Euro an die Staatskasse leisten. Eine mitangeklagte ehemalige Assistentin wurde wegen Beihilfe zu einer Geldstrafe verurteilt. Das Urteil ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht rechtskräftig.

Lohnzahlungen über Scheinkonten führen zu Verurteilung

Im Zentrum des Verfahrens stand die Beschäftigung von zwei Reinigungskräften, die offiziell als geringfügig Beschäftigte angemeldet waren. Laut Urteilsbegründung leisteten diese Kräfte jedoch Mehrarbeit, die über die gesetzliche Verdienstgrenze für Minijobs hinausging. Um die fälligen Sozialversicherungsbeiträge zu umgehen, wurde der Lohn für diese zusätzlichen Stunden nach Auffassung des Gerichts über Drittpersonen abgerechnet. Hierbei handelte es sich um Bekannte oder Verwandte der Putzkräfte, die teilweise nur zum Schein angestellt waren.

Der Richter betonte in seiner Begründung, dass es Schmaus vermutlich nicht primär um eine Kostenersparnis gegangen sei, sondern eher eine unglückliche und schnelle Entscheidung getroffen wurde. Ursprünglich war die Staatsanwaltschaft von einer Schadenssumme von über 47.000 Euro ausgegangen, doch in einigen Punkten erfolgte ein Freispruch.

Schmaus' Verteidiger Jörg Meyer kündigte bereits an, voraussichtlich Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen, da die Beweiswürdigung aus Sicht der Verteidigung nicht vollständig nachvollziehbar sei. Meyer betonte: "Für uns ist offen gestanden die Beweiswürdigung nicht hundertprozentig nachvollziehbar."

Internationaler Werdegang als Basis für Regensburger Gastronomie

Anton Schmaus, geboren 1981 in Regen, stammt aus einer Gastronomenfamilie in Viechtach, die dort über 13 Generationen hinweg tätig war. Seine berufliche Laufbahn führte ihn nach der Ausbildung im Restaurant Landhaus Feckl zu renommierten Stationen im Ausland. Er arbeitete bei Martin Dalsass in der Schweiz, im Restaurant F12 in Stockholm sowie im Per Se in New York City. Im Jahr 2009 kehrte er nach Bayern zurück und übernahm das Historische Eck in Regensburg, für das er ab 2011 mit einem Stern im Guide Michelin ausgezeichnet wurde. Nach dem Ende des dortigen Mietvertrags im Jahr 2014 verlagerte er seine Aktivitäten in das Regensburger Goliathhaus.

Kulinarische Expansion im Herzen der Altstadt

Mit der Eröffnung des Restaurants Storstad im Juni 2014 festigte Schmaus seinen Ruf in der deutschen Spitzengastronomie. Das Haus erhielt umgehend einen Michelin-Stern, während der Gault-Millau Schmaus zum Aufsteiger des Jahres 2015 ernannte. In den Folgejahren erweiterte er sein Portfolio kontinuierlich. Er eröffnete das Restaurant Sticky Fingers und die Sushi-Bar Aska, die unter der Leitung von Atsushi Sugimoto seit 2021 ebenfalls einen Michelin-Stern führt. Von 2017 bis 2022 betrieb Schmaus zudem das Café Antoinette im Schloss St. Emmeram. Ergänzt wird sein unternehmerisches Wirken durch den Wine Concept Store Tipsy.

Schmaus ist Koch der deutschen Fußballnationalmannschaft

Überregional bekannt wurde Schmaus insbesondere durch seine Tätigkeit für den Deutschen Fußball-Bund. Seit August 2017 ist er als Chefkoch der deutschen Fußballnationalmannschaft für die Ernährung der Auswahlspieler verantwortlich.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Gastronomische Akademie Deutschlands hat Drei-Sterne-Koch Christian Bau auf der 78. Frankfurter Buchmesse mit der Goldenen Feder für sein Buch „Paris–Tokio“ ausgezeichnet. Im Rahmen des Wettbewerbs vergab die Jury insgesamt 61 Preise an Verlage und Autoren.

Daniel Craig hat sich einem Bericht der „Times“ zufolge am Londoner Pub „Horseshoe“ beteiligt. Mit zwei Geschäftspartnern wolle der frühere James-Bond-Darsteller das Lokal in Clerkenwell zunächst renovieren lassen.

Klaus Rader, Co-Gründer von L'Osteria, kommt auf Mallorca bei einem Autorennen ums Leben. Die Unfallursache ist unklar. Die Veranstalter sagen nach dem Unfall das Ereignis ab.

Starbucks hat laut Financial Times mit Beratern an einer möglichen Übernahme von Chipotle gearbeitet. Ob bereits ein formelles Angebot vorliegt, ist nicht bekannt; Starbucks verweist auf seinen laufenden Konzernumbau.

Burger King heißt in Australien Hungry Jack’s. Der ungewöhnliche Name geht auf ein Markenproblem aus dem Jahr 1971 zurück. Später eskalierte der Streit zwischen Burger King und seinem australischen Franchisenehmer sogar vor Gericht.

Die Stadt Mainz bleibt bei ihrem Verbot für das Oktoberfest. Daran änderte auch die Vorlage neuer Unterlagen nichts, die der Veranstalter gemeinsam mit dem Gaststättenverband Dehoga am Mittwoch eingereicht hatte.

Tim Raue und der Berliner Unternehmer Nils Hölterhoff starten das Pizza-Konzept "Spizza Pizza" für Flughäfen und Bahnhöfe. Die erste Filiale soll im Dezember am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) eröffnen.

Subway führt ab 2027 ein neues Restaurant- und Markenkonzept in der EMEA-Region ein. „Blueprint“ umfasst neue Restaurantgestaltungen, Bestellwege sowie zusätzliche Angebote für Morgen, Tag und Abend.

Frédéric Prinz von Anhalt blieb mit einer Rechnung von 38.000 Euro allein am Tisch zurück. Was die Frage aufwirft: Muss man wirklich alles zahlen, wenn andere die Zeche prellen? Ein Anwalt klärt auf.

Die Nutzung des Festzeltes ist von der Stadt untersagt worden wegen fehlender Unterlagen. Nun präsentierten Veranstalter und Dehoga Papiere zu Standsicherheit und Brandschutz.