Aus dem Sternerestaurant Nobelhart & Schmutzig in die Großküche

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Patrick Wodni arbeitete als Saucier im Berliner Restaurant Nobelhart & Schmutzig. Dann tauschte er seinen Arbeitsplatz im Sternerestaurant gegen einen Platz in der Küche des Krankenhauses Havelhöhe ein. Sein Anspruch, auch für unter fünf Euro pro Teller gehobene Küche anzubieten, hat ihm nicht nur Anerkennung der Patienten, Ärzte und Pfleger eingebracht, sondern auch Artikel in der New York Times und in der Süddeutschen

Mittlerweile ist Wodni erneut gewechselt. Wie die Süddeutsche berichtet, leitet er sei November die Mitarbeiterkantine der Drogeriekette dm in Weilerswist bei Erftstadt. Dort versorgen sein Team und er jeden Tag 700 Personen. Dort versuche er nicht nur, Rezepte und Produkte zu verbessern, sondern auch gleich die Strukturen.  So zum Beispiel die strenge Hierarchie. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Derzeit gebe es in der dm-Kantine noch Kartoffelbrei aus der Tüte, weiß die SZ zu berichten. Das zu ändern, sei jedoch ein Prozess. Denn oft fehle schlicht und einfach die nötige Infrastruktur. 
 

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@joshnamaharaj ist eine Köchin aus Toronto, die die Gemeinschaftsverpflegung von einem Krankhaus und einer Uni Mensa revolutioniert hat. Hier spricht sie darüber wie sie ihre Köche dazu bekommen hat, sich mit den Produkten zu identifizieren. Ganz einfach sie haben einen Produzenten besucht. Und haben sich angeschaut, woher das Essen kommt. Die Köche waren Stolz, das so den Patienten helfen konnten. Das was wir tun ist wichtig. Und kann Modelwirkung haben. Aber noch viel wichtiger ist es, dass mehr Menschen besser essen. Gerade in der Uni, gerade im Krankenhaus oder im Gefängnis. Gute Lebensmittel sind die Basis für Entwicklung. Wie man für 4,17 Euro pro Person pro Tag 3 Mahlzeiten hinbekommt und dann dabei auf lokale, teilweise sogar Bioprodukte wertlegt, beweist unser ehemaliger Küchenmitarbeiter Patrick Wodni. Er ist nun schon seit einiger Zeit Küchenchef im anthroposophischen Krankenhaus Havelhöhe. Hier wird wieder gekocht (was bei den wenigsten Krankenhäusern der Fall ist) hier werden mit Bebauungsplänen beste Produkte aus der Region frisch verarbeitet und lokales frisch gebackene Brot verwendet. Und wenn es Fleisch gibt, dann in Bio-Qualität vom Landwerthof aus Strahlbrode. Aber halt nicht 7 mal die Woche, sondern 3. Und wenn die fleischlose Alternative so geil und beliebt ist, dann essen sogar mehr Leute vegetarisch anstelle von konventionell. Durch größeres Engagement und durch den ganzheitlichen Ansatz eines Krankenhauses, zeigt er den Menschen, das man auch für viele gut kochen kann. #bewundernswert Das gehört gefördert. Und zwar von ganz oben. Der Fisch stinkt immer vom Kopf. Es kann doch nicht sein, daß wir überall einen so krassen Standard haben, aber nur bei Essen nicht. — @joshnamaharaj is a Toronto chef who revolutionized community catering at a local hospital and university cafeteria. Food in our prisons, hospitals and universities is the basis of development. Our former chef, Patrick Wodni, manages to admirably cook 3 locally-sourced meals per day at a hospital in Havelhöhe on a budget of 4,17€ per person. We shouldn’t have such high standards in other areas of our life, but not with food.

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