Michelin Guide expandiert: Tschechien feiert erste landesweite Sterne-Auszeichnungen

| Gastronomie Gastronomie

Tschechien hat mit der feierlichen Michelin-Gala am 11. Dezember in Marienbad einen bedeutenden Meilenstein erreicht: Erstmals vergab der Gourmetführer landesweit Auszeichnungen und beschränkte sich damit nicht mehr nur auf die Hauptstadt Prag. Der neue Guide Michelin Tschechien 2025 belegt, dass zwischen Böhmen und Mähren eine eigenständige Spitzengastronomie herangewachsen ist, die internationale Standards erfüllt.

Insgesamt sind in dem Guide 79 Restaurants aus der tschechischen Gastronomieszene vertreten. Die Verleihung brachte eine Reihe von Auszeichnungen mit sich. Tschechien feiert die Auszeichnung eines Restaurants mit zwei Sternen, das eine Neuheit darstellt, sowie acht Restaurants mit einem Stern, wovon sechs neu hinzugekommen sind. Darüber hinaus wurden 18 Bib-Gourmand-Restaurants gelistet, 15 davon als Neuzugänge. Zusätzlich wurden vier Grüne Michelin-Sterne vergeben, die alle vier erstmals in Tschechien verliehen wurden.

Erste Zwei-Sterne-Adresse und Fokus auf regionale Produkte

Als größte Neuheit gilt das Restaurant Papilio in Vysoký Újezd, das als erstes tschechisches Lokal überhaupt mit zwei Michelin-Sternen geehrt wurde. Küchenchef Jan Knedla konnte die Juroren mit einer Küche überzeugen, die persönliche Erinnerungen mit handwerklicher Präzision und der konsequenten Nutzung regionaler Produkte verbindet.

Die Bib-Gourmand-Kategorie, welche für ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis steht, umfasst 18 Adressen. Neben den 15 Neuzugängen behielten bereits bekannte Prager Lokale wie Dejvická 34, Na Kopci und The Eatery ihre Auszeichnung und bleiben somit im Guide vertreten.

Ein weiterer wichtiger Fokus liegt auf der Nachhaltigkeit: Die erstmals verliehenen vier Grünen Sterne würdigen Restaurants, die eine nachhaltige und verantwortungsvolle Küchenphilosophie verfolgen.

Die globale Sprache der Gastronomie

Die Ausweitung des Guides auf die gesamte Republik wird von den Tourismusverantwortlichen als strategisch bedeutsam eingestuft. František Reismüller, Direktor der Tschechischen Zentrale für Tourismus – CzechTourism, kommentierte die Kooperation wie folgt: „Die Zusammenarbeit mit dem Guide Michelin schlägt ein neues Kapitel in Tschechiens Imagebildung als kulinarisches Reiseziel auf – ein Land, das neben historischen Sehenswürdigkeiten, Naturschönheiten und vielfältigen Aktivmöglichkeiten auch durch seine Spitzen-Gastronomie besticht“, sagte Reismüller. Er ergänzte: „Michelin ist die globale Sprache der Gastronomie, und seine Präsenz in Tschechien zeigt, dass unsere Küche der Welt etwas zu sagen hat.“

Der neue Guide Michelin Tschechien umfasst neben ikonischen Fine-Dining-Adressen auch moderne Bistros sowie Lokale, die auf ehrliche Küche, regionale Produkte und handwerkliche Präzision setzen. Das Ergebnis ist ein vielstimmiges Porträt einer Gastronomieszene, die in den vergangenen Jahren an Profil, Mut und Selbstbewusstsein gewonnen hat.

Michelin Keys

Nicht nur die Kulinarik, sondern auch die Hotellerie des Landes setzt neue internationale Standards. Bereits im Oktober 2025 wurde der Michelin Key Award als neues Bewertungssystem eingeführt, das herausragende Hotels würdigt. Die Kriterien orientieren sich an den hohen Maßstäben der Gastronomie: Qualität, Persönlichkeit, Service und die Garantie unvergesslicher Aufenthalte – vom Design und der Atmosphäre bis zur Authentizität der Erfahrung.

In der Tschechischen Republik wurden bei dieser Premiere mehrere Häuser ausgezeichnet. Das Fairmont Golden Prague Hotel erhielt als einziges Haus im Land zwei Michelin Keys für einen außergewöhnlichen Aufenthalt. In Prag wurden zudem das BoHo Prague Hotel, The Julius Prague, Four Seasons Hotel Prague und das Mosaic House jeweils mit einem Michelin Key geehrt. Auch außerhalb der Hauptstadt erhielten ausgewählte Häuser wie das Chateau Mcely in Zentralböhmen, das Hotel Perk in Šumperk und Villa Julius & Emma in Karlovy Vary einen Michelin Key.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

In der Hamburger Speicherstadt konkretisieren sich die Pläne für eine prominente Neueröffnung. Das aus Südafrika stammende Gastronomiekonzept Chefs Warehouse wird am 26. Februar 2026 seinen ersten Standort in Deutschland eröffnen. Hinter dem Hamburger-Projekt stehen bekannte Namen aus der Gastro-Szene der Hansestadt.

Die Jury des Deutschen Gastro-Gründerpreises hat die zehn Halbfinalisten für das Jahr 2026 bekanntgegeben. Die ausgewählten Konzepte treten im Februar in Hamburg gegeneinander an, um sich einen Platz für das Finale auf der Internorga zu sichern.

Das Berliner Drei-Sterne-Restaurant Rutz feiert sein 25-jähriges Bestehen. Unter dem Motto „Remastered“ interpretiert Küchenchef Marco Müller prägende Gerichte der vergangenen Jahrzehnte neu und startet damit in ein Jubiläumsjahr voller internationaler Gastauftritte.

Evakuierungspläne fehlten, ein Feuerlöscher war nicht markiert: Jahre vor der Silvesterparty-Katastrophe wurden Mängel moniert. Was hat die Gemeinde versäumt?

In Berlin-Kreuzberg verbindet das neue Restaurant Fukagawa das kulinarische Erbe japanischer Ramen-Kultur mit französischer Kochkunst. Unter der Leitung von Leonardo Donati und Felix Thoms entstand ein Fine-Dining-Konzept, das traditionelle Brühen und hochwertige Produkte neu interpretiert.

Der Österreichische Bauernbund fordert eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Lebensmittel in der Gastronomie. Damit sollen Transparenz bei Fleisch, Milch und Eiern geschaffen und die heimischen Landwirtschaftsbetriebe im Wettbewerb gestärkt werden.

Lieferando ruft zur Abstimmung für die jährlichen Awards auf. Neben klassischen Gastronomiebetrieben in 16 nationalen und 50 lokalen Kategorien rücken in diesem Jahr verstärkt Lebensmittelhändler und Floristen in den Fokus.

McDonald’s Deutschland startet im Januar 2026 eine neue Werbeplattform für großformatige Burger. Mit Fokus auf Rohstoffe aus deutscher Erzeugung und zeitlich befristete Rezepturen, wie den Big Gouda, zielt das Unternehmen bis Ende April auf Kunden mit hohem Sättigungsbedarf ab.

Die Brasserie Colette feiert zehnjähriges Bestehen und führt an den Standorten Berlin, München und Konstanz ein neues, flexibleres Speisekartenkonzept ein. Im Fokus stehen individuell zusammenstellbare 4-Gang-Menüs und eine verstärkte Zusammenarbeit mit regionalen Partnern.

60 seconds to napoli spendiert ihrem ältesten Standort in Leipzig eine umfassende Modernisierung. Innerhalb einer dreiwöchigen Umbauphase wird das Restaurant an das aktuelle Markendesign angepasst. Die Wiedereröffnung ist für den 24. Januar 2026 geplant.