Bayern: Gastwirte in Städten in Existenznot

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Lange wurde über das Wirtshaussterben auf dem Land geklagt, nun geht es Gasthöfen auf dem Land nach Einschätzung des bayerischen Branchenverbands Dehoga derzeit besser als jenen in der Stadt. «Auf dem Land gibt es kaum Umsatzprobleme», sagte Verbandspräsidentin Angela Inselkammer am Mittwoch im Presseclub München. Aber in den Städten sei die Lage «existenzbedrohend» - und der Ausblick verheerend.

Messen, Kongresse, Städtetourismus, internationale Gäste, «es ist alles weg», sagte Inselkammer. «In der Stadt waren die Hotels im Juni zu 20 Prozent ausgelastet, und die Gastronomie hat 50 bis 70 Prozent Einbußen.» Alle verschuldeten sich.

Bisher gebe es nur vereinzelte Schließungen, dank Krediten und Aussetzung des Insolvenzrechts bis September, sagte Inselkammer. Aber sie fürchte, dass es «im Herbst schlimmer und ganz schlimm nächstes Frühjahr kommen wird».

Nicht hilfreich sei auch «dieses ständige Gerede über die zweite Welle» der Corona-Pandemie, sagte die Verbandspräsidentin. «Mir wäre wichtig, dass man nicht immer diese Panik macht.»

Eine obligatorische Ausweiskontrolle der Gäste durch die Wirte sei für den Verband kein Thema. Das würde die Gäste eher abschrecken. Die meisten hielten sich auch so an die Regeln. Wenn Probleme auftäten, dann eher bei wilden Partys und «Feiern außer Rand und Band» außerhalb der organisierten Gastronomie.

Mit 447.000 Beschäftigten sei das bayerische Gastgewerbe ein wichtiger Arbeitgeber, betonte Inselkammer. «Jeder zehnte Auszubildende wird bei uns ausgebildet.» 87 Prozent der Betriebe hätten weniger als eine halbe Million Umsatz. (dpa)


 

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