Berggasthof Streichen empfängt nach fünfjähriger Millionensanierung wieder Gäste

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Der Berggasthof Streichen oberhalb des Achentals in Schleching im Landkreis Traunstein ist nach fünf Jahren Planung und Sanierung wieder eröffnet worden. Das denkmalgeschützte Haus verfügt über 90 Plätze im Gasthof, 60 Plätze im Kaser, einen Biergarten mit 140 Sitzplätzen sowie elf Gästezimmer. Neuer gastronomischer Partner ist die Augustiner-Bräu Wagner KG.

Die Sanierung des historischen Ensembles wurde von Kultur Erbe Bayern abgeschlossen. Die Zukunft des Gasthofs war nach dem überraschenden Tod des früheren Wirts Franz Strohmayer im Jahr 2020 ungewiss. Kultur Erbe Bayern und die Yvonne & Thomas Wilde Familienstiftung übernahmen das Anwesen 2021 mit dem Ziel, es als öffentlich zugänglichen Ort zu erhalten.

Blume würdigt Zusammenarbeit von Stiftungen Kommune und Freistaat

Bayerns Wissenschafts- und Kunstminister Markus Blume nahm an der Einweihung teil. „Der Streichen ist kein gewöhnlicher Berggasthof. Er ist Kraftort, Sehnsuchtsort und für viele Menschen ein Stück gelebte Heimat“, erklärte der Minister.

Die Sanierung zeige, „was möglich ist, wenn Bürgergesellschaft, Stiftungen, Kommune und Freistaat gemeinsam Verantwortung übernehmen“. In einem eigenen Beitrag in sozialen Medien bezeichnete Blume das Projekt zudem als „wahre bayerische Heldengeschichte“ und dankte Kultur Erbe Bayern, der Yvonne & Thomas Wilde Familienstiftung, den Streichenfreunden sowie weiteren Förderern und Unterstützern.

Sanierung umfasst ein Volumen von mehr als sechs Millionen Euro

Das Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern bezifferte den Umfang der Sanierung in einer Mitteilung vom 1. Juni 2026 auf mehr als sechs Millionen Euro. Das Amt habe das Projekt mit 300.000 Euro gefördert.

Der Streichen mit der Kirche St. Servatius und dem Berggasthof sei in das Verfahrensgebiet der Dorferneuerung Schleching III einbezogen worden. „Erfreulicherweise konnte der Streichen mit der Kirche St.Servatius und dem Berggasthof in das Verfahrensgebiet der Dorferneuerung Schleching III miteinbezogen werden“, erklärte Peter Oster, Sachgebietsleiter des Amts für Ländliche Entwicklung Oberbayern.

Historische Bauteile werden mit neuer Gebäudetechnik verbunden

Bei der Sanierung seien historische Bauteile und originale Gestaltungselemente restauriert worden. Zugleich erhielt der Berggasthof nach Angaben der Projektverantwortlichen eine vollständig ins Dach integrierte Photovoltaikanlage und eine CO₂-neutrale Hackschnitzelheizung. Hinzu kämen Lehmputz, Wandheizungen und moderne Lüftungstechnik.

Wo früher Stall und Tenne untergebracht gewesen seien, entstanden nach Angaben des Amts für Ländliche Entwicklung neue Räume für Gäste. Die Arbeiten erfolgten an dem jahrhundertealten, denkmalgeschützten Gebäude.

„Der Berggasthof Streichen ist kein beliebiges Gebäude. Er ist Teil einer gewachsenen Kulturlandschaft, ein Ort der Gastlichkeit, des Glaubens, der Wege und der Erinnerung“, erklärte Dr. h.c. Nikolaus Walther, Vorsitzender des Vorstands von Kultur Erbe Bayern. Das Projekt zeige, „dass historische Orte nicht nur gesichert, sondern so weiterentwickelt werden können, dass sie wieder genutzt, erlebt und geliebt werden.“

Augustiner-Bräu übernimmt Rolle als neuer gastronomischer Partner

Mit 90 Plätzen im Gasthof, 60 Plätzen im Kaser und 140 Sitzplätzen im Biergarten ist der Betrieb wieder für Gäste geöffnet. Hinzu kommen elf Gästezimmer. Als neuer gastronomischer Partner wurde die Augustiner-Bräu Wagner KG benannt.

„Der neue Wirt soll zum Gastgeber werden – mit einer Küche, die zum Ort passt, mit Verlässlichkeit für Wanderer und Ausflügler und mit Freude an echter bayerischer Wirtshauskultur“, erklärte Ralph Schömig, Verkaufsleiter der Augustiner-Bräu Wagner KG. Zusätzlich würden Weizenbierspezialitäten der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan ausgeschenkt.

Gemeinde verbindet Wiedereröffnung mit Erwartungen für das Achental

Auch die Gemeinde Schleching äußerte sich zur Wiedereröffnung. „Der Streichen ist für unsere Gemeinde und für das Achental weit mehr als ein Ausflugsziel. Dass dieser Ort wieder lebt, stärkt unsere Region und gibt den Menschen ein Stück Vertrautheit zurück“, sagte Bürgermeister Thomas Müllinger.

Ergänzt werde das Projekt durch den neu angelegten Hutschn Steig, der Besucher vom Tal zum Berggasthof und zur Streichenkirche führe. Für die Zukunft seien außerdem Führungen und Veranstaltungen geplant, die sich mit der Geschichte des denkmalgeschützten Ensembles befassen sollen.

Das Gebäude des Streichen wurde nach Angaben des Amts für Ländliche Entwicklung erstmals 1435 erwähnt. Nach mehreren Zerstörungen und Wiederaufbauten diente es lange als Mesnerwohnung der Streichenkirche. Im Jahr 1940 gelangte der Hof an die Familie Strohmayer. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er zum Berggasthof mit Gastraum und Gästezimmern umgebaut.

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