Berlin verlängert Sperrstunde

| Gastronomie Gastronomie

Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen gelten in Berlin bald niedrigere Obergrenzen für Veranstaltungen. Drinnen dürfen dann nur noch maximal 800 Menschen zu Tagungen, Messen oder Sportveranstaltungen zusammenkommen statt bisher 1.000, draußen nur noch 1.000 statt bisher 5.000 Menschen. Darauf verständigte sich der Senat am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur. Die Maßnahme ziele nicht zuletzt auf Fußballspiele, hieß es aus Senatskreisen. In Kraft tritt die neue Regelung demnach voraussichtlich am Samstag (31. Oktober).

Die umstrittene Sperrstunde zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird um zunächst zwei Wochen bis zum 14. November verlängert. Das kündigte Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) am Rande der Senatssitzung an. Der rot-rot-grüne Senat sei fest davon überzeugt, dass die nächtliche Sperrstunde nebst Alkoholverbot ein richtiges Instrument in der Corona-Krise sei. Es sei so lange notwendig, wie die Infektionszahlen sehr hoch seien. Man gehe zudem davon aus, dass sich die Sperrstunde bundesweit durchsetzen werde.


Anzeige

Covid-19: Corona-Schnelltest in Hotels und Restaurants

Gäste, Mitarbeiter, Hoteliers und Gastronomen wollen in der Corona-Krise mehr Sicherheit. Die neuen Covid-19-Schnelltests schaffen unmittelbar Klarheit, sind einfach in der Anwendung und inzwischen zu attraktiven Preisen frei erhältlich.

Mehr erfahren


Über die seit gut zwei Wochen geltende Sperrstunde von 23.00 Uhr bis 6.00 Uhr für Gastronomie und Handel wird in Berlin heftig gestritten. Rund 30 Gastwirte hatten vor dem Verwaltungsgericht dagegen Beschwerde eingereicht und in erster Instanz Recht bekommen. Die Maßnahme halte einer rechtlichen Prüfung nicht stand und sei auch nicht zu Pandemiebekämpfung geeignet, so die Richter. Eine Grundsatzentscheidung des Oberverwaltungsgerichts (OVG) steht indes noch aus. In Nordrhein-Westfalen hatte das dortige OVG die Sperrstunde bestätigt.

Erklärtes Ziel des Senats ist es, die Regelung für Berlin gerichtsfest zu machen. Dazu liegt ein Vorschlag von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) für eine neue Verordnung auf dem Tisch, der am Dienstag vom Senat aber zunächst zurückgestellt wurde. Auch ein Gesetz sei dazu geplant, erfuhr die dpa aus Senatskreisen.

Erst am vergangenen Samstag waren in Berlin neue Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie in Kraft getreten. Es besteht jetzt Maskenpflicht für Märkte und zehn besonders belebte Straßen in mehreren Bezirken, aber auch für Shopping-Malls und Warteschlangen. Zudem gelten strengere Obergrenzen für private Zusammenkünfte: Draußen dürfen sich nur noch 25 statt bisher 50 Menschen etwa zu einer Feier treffen, drinnen statt bisher zehn Menschen nur noch Angehörige eines Haushalts plus maximal fünf andere Personen. (dpa)
 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Schnelltest statt Schnitzel: Corona-Testzentrum im Schwan am Burgplatz in Düsseldorf

Gastronomin Kerstin-Rapp Schwan hat eines ihrer Restaurant zum ersten Corona-Schnelltest-Zentrum in Düsseldorf umbauen lassen. Im Schwan am Burgplatz werden nun Antigen- und PCR-Tests statt „Omas Küche“ angeboten. Auch in anderen Städten wurden Restaurants und Clubs bereits umgerüstet und bringen Gastronomen neue Einnahmen.

Widerstand der Wirte: Niederländische Gaststätten wollen Zwangsschließung ignorieren

Restaurantbetreiber in etlichen Orten der Niederlande wollen vom 17. Januar selbst dann wieder Gäste empfangen, wenn dies wegen der Corona-Pandemie immer noch verboten sein sollte. Die beteiligten Wirte wollen der Regierung das Vertrauen entziehen.

Lastwagenfahrer dürfen auf Raststätten in Niedersachsen wieder bewirtet werden

Nach Kritik an der schwierigen Lage der Lastwagenfahrer an Niedersachsens Raststätten und Autohöfen ist die Corona-Verordnung geändert worden. In den dortigen Gastronomiebetrieben dürfen die Fahrer demnach wieder bewirtet werden.

Astra unterstützt Hamburger Kiezkneipen mit digitalem Adventskalender

Die Biermarke Astra startet einen digitalen Charity-Adventskalender auf Instagram: 24 Türchen und Gewinne, um sich ein Stück St. Pauli nach Hause zu holen – und gleichzeitig die ansässige Gastronomie zu unterstützen.

Tarifvertrag im saarländischen Gastgewerbe wird fortgeführt

Der Entgelttarifvertrag für die rund 22.000 Beschäftigten im saarländischen Hotel- und Gaststättengewerbe wird fortgeführt. Ursprünglich war eine Kündigung zum Ende des Jahres vorgesehen. Aufgrund der Corona-Krise soll die Lage nach Ende des ersten Quartals 2021 nun neu bewertet werden.

McDonald's startet Gastro-Podcast

Wie stellt sich die Gastronomie nach der Corona-Krise zukunftssicher auf? Ist Essengehen mit gutem Gewissen noch möglich? In einem neuen Podcast lässt MdDonald's Wissenschaftler, Gastronomen, Zukunftsforscher sowie Verbraucher zu Wort kommen.

Alfons Schuhbeck empfiehlt geistige Diät

Alfons Schuhbeck plädiert angesichts der Corona-Krise für eine geistige Diät. «Rennt nicht herum wie die Wahnsinnigen und redet einen rechten Schmarrn, sondern ordnet eure Gedanken, speckt ab, was ihr nicht wirklich braucht», so der Koch in einem Gastbeitrag für die Augsburger Allgemeine.

Anzeige

Digitalisierung in der Gastronomie – so kommen Sie als Restaurantbetreiber durch den COVID-19-Lockdown

Die Gastronomie ist seit Monaten im Corona-Ausnahmezustand und der zweite Lockdown verschärft die angespannte finanzielle Situation der Gastronomie noch mehr. Niemand weiß, wann es weitergeht und wie sich das Geschäft dann entwickelt: ob der Umsatz reicht, um mittelfristig zu überleben.

Testen statt trinken und tanzen: Clubs und Restaurants werden Corona-Testzentren

Clubs und Restaurants entdecken neue Betätigungsfelder oder Einahmequellen und stellen ihre Räumlichkeiten für Corona-Schnelltests zur Verfügung. Party-Locations wollen damit auch gegen ihr Image als Superspreader-Orte ankämpfen. Drei Beispiele aus München und Berlin.

NRW-Gastronomie fordert Klarheit über künftigen Corona-Weg

Die von der Coronakrise gebeutelten Restaurantbesitzer in Nordrhein-Westfalen wollen möglichst schnell wissen, wann sie wieder aufmachen können. Sie bräuchten einen zeitlichen Vorlauf zur Wiedereröffnung von mindestens zehn Tagen, so der Präsident des DEHOGA NRW.